Bauwirtschaft rechnet für 2019 mit guter Baukonjunktur

News | Frank Kessler | 13.11.2019 Bauwirtschaft rechnet für 2019 mit guter Baukonjunktur
Foto: Roland Riethmüller

Durchaus mit Zuversicht blickt die deutsche Bauwirtschaft auf das kommende Jahr. Der Wachstumstreiber im Bauhauptgewerbe ist und bleibt noch immer der Neubau. Die hohe Nachfrage nach Wohnungen in Ballungsgebieten wird sich auch im Jahr 2020 weiter positiv auf die Baukonjunktur auswirken. Großen Bedarf gibt es allerdings immer noch bei den Sozialwohnungen, die weiterhin Mangelware sind.

Für das Jahr 2019 rechnet das Bauhauptgewerbe mit einem Umsatzwachstum von fünf Prozent. Das entspricht einem Umsatz von 354 Milliarden Euro, der mit rund 370.000 Mitgliedsbetrieben erwirtschaftet wurde. Im kommenden Jahr wird mit einer weiteren Steigerung auf 370 Milliarden Euro gerechnet. Das entspricht einem Plus von 4,2 Prozent. Anlässlich der Jahrespressekonferenz präsentierte der Vorsitzende der Bundesvereinigung, Marcus Nachbauer, die neuen Zahlen. Ebenfalls erhöht hat sich auch die Zahl der Beschäftigten am Bau. Seit dem Jahr 2015 ist deren Zahl um 4,5 Prozent gestiegen. Insgesamt sind 3,3 Millionen Menschen am Bau tätig.

Neubau im Bauhauptgewerbe bleibt Wachstumstreiber

Vorerst bleibt die Neubautätigkeit der Wachstumstreiber, erklärt Nachbauer. Rund 845.000 Beschäftigte haben einen Umsatz von 125 Milliarden Euro erwirtschaftet. Das entspricht einem Plus von 6,2 Prozent. Für das Jahr 2020 wird mit einem weiteren Anstieg gerechnet. Die Umsatzsteigerung soll bei 4,8 Prozent mit einem Umsatz von 131 Milliarden Euro liegen. Verursacher ist nach wie vor die hohe Nachfrage nach Wohnraum in Ballungsgebieten. Für das Jahr 2019 wird mit rund 310.000 neuen Wohnungen gerechnet. Trotzdem fehlt es weiterhin an Sozialwohnungen. In den vergangenen zehn Jahren sind rund 81.100 Wohnungen aus der Sozialbindung jährlich weggefallen. Doch das Fertigstellungsniveau erreicht nur ein Drittel des eigentlichen Bedarfs. Nun sind die Länder und Kommunen in der Pflicht, für entsprechende Wohnungsbauprojekte zu sorgen, nachdem der Bund im nächsten Jahr den Wohnungsbau mit einer Milliarde Euro fördert.

Bauwirtschaft mit schwächelndem Ausbau

Das Neubaugeschäft boomt, doch der Ausbau schwächelt. Mit einem Plus von 3,8 Prozent auf 93,3 Milliarden Euro fällt dieser für das laufende Jahr etwas schwächer aus. Für das Jahr 2020 wird mit einem Wachstum von 3,6 Prozent gerechnet, was einen Umsatz von 96,8 Milliarden Euro ausmacht. Bei den Beschäftigten geht man für das Jahr 2020 von 867.000 Personen aus.

Umsatzstärkste Sparte - Die Gebäudetechnik

Die Gebäudetechnik ist die umsatzstärkste und beschäftigungsstärkste Sparte in der Bauwirtschaft. Hier arbeiten rund 1,6 Millionen Menschen und erwirtschaften einen Umsatz von 136 Milliarden Euro. Im kommenden Jahr soll dieser um vier Prozent auf 141 Milliarden Euro anwachsen. Die gute Baukonjunktur kommt auch durch das Klimaschutzpaket der Bundesregierung zustande. Die Maßnahmen dürften sich langfristig als positiv auswirken. Langfristig müsste jedoch eine Planungssicherheit geschaffen werden, denn noch immer besteht ein Mangel an Fachkräften. Eine Entlastung durch das neue Fachkräfteeinwanderungsgesetz sei nicht zu erwarten.

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