Bauwirtschaft steht vor großen Herausforderungen

News , 24.07.2016 , Jennifer Brandt Bild zu: Bauwirtschaft steht vor großen Herausforderungen
Foto: Roland Riethmüller

Die deutsche Bauwirtschaft befindet sich seit einigen Jahren im kontinuierlichen Wachstum. Das ist natürlich eine sehr erfreuliche Entwicklung. Doch gibt es auch viele Herausforderungen, um auch langfristig an diesen Erfolg anknüpfen zu können. Wer hier den Anschluss verpasst, wird ganz schnell eine Entwicklung in die andere Richtung feststellen müssen. Daher gilt es noch mehr für Digitalisierung der Branche zu tun. Aber auch Effizienzsteigerungen sind ein absolutes Muss.

Dass die deutsche Bauwirtschaft immer noch in einem Aufwärtstrend liegt, wenn es um das Wachstum geht, ist unumstritten. Im europaweiten Vergleich liegt Deutschland allerdings „nur“ auf Platz 5 hinter Polen, Großbritannien, Schweden und Belgien. Natürlich haben auch der Flüchtlingsstrom oder Trends wie die Digitalisierung und Effizienzsteigerungen einen wichtigen Anteil an dieser Wachstumsentwicklung. Gleichzeitig sind sie es aber auch, die die Branche als neue Herausforderung zu bewältigen sehen muss. Denn wer die Digitalisierung der Branche oder die Steigerung der Effizienz verpasst, wird auf der Strecke bleiben.

Attraktivität der deutschen Bauwirtschaft ungebrochen hoch

Auch die aktuelle Studie „Bauwirtschaft im Wandel – Trends und Potenziale bis 2020“ von Roland Berger und der HypoVereinsbank (HVB) beschäftigt sich mit der Entwicklung und Zukunft der deutschen Bauwirtschaft. Dabei zeigen die Ergebnisse, dass es seit dem Jahr 2005 im Grunde kontinuierlich bergauf geht für die Baubranche. So lag das jährliche Durchschnittswachstum zwischen den Jahren 2010 und 2015 bei 1,3 Prozent. Auf dieser Basis erwartet man bis zum Jahr 2020 ein jährliches Wachstum von 1,5 Prozent.

Betrachtet man in der Studie die Zahlen zum Bauvolumen, glänzt die deutsche Bauwirtschaft mit 294 Milliarden Euro und besetzt damit im europäischen Vergleich sogar den 1. Platz. Faktoren, wie die Nachfrage nach Wohnraum insbesondere in Ballungsgebieten, aber auch das immer noch niedrige Zinsniveau sorgen zusätzlich dafür, dass dieser Trend anhalten wird und das prognostizierte Wachstum bis 2020 durchaus realistisch ist.

Herausforderungen der nächsten Jahre

Bei all dem Optimismus sollte man allerdings nicht aus den Augen verlieren, dass man sich auf den Lorbeeren nicht ausruhen darf, wenn man nachhaltig diesen Erfolg erreichen möchte. Dabei gibt es vor allem zwei wesentliche Herausforderungen, die die Branche bewältigen muss. Das sind zum einen die Digitalisierung am Bau in Verbindung mit einer Effizienzsteigerung und dem demografischen Wandel. Nur wenn man sich dieser stellt, wird man über kurz oder lang mithalte können. Wer es nicht schafft, der wird am Ende das Schlusslicht bilden und nur noch von der Erinnerung der derzeit guten Lage leben können.

Digitalisierung der Bauwirtschaft bringt mehr Effizienz

Die Entwicklung der Produktivität ist ein Problem, dass die Branche kaum zu optimieren in der Lage ist. Zwar hat man sich vom Jahr 2000 bis zum Jahr 2011 um 4,1 Prozent gesteigert. Doch verglichen mit einem Anstieg von 11 Prozent innerhalb der Gesamtwirtschaft, ist dies eine erschreckend geringe Verbesserung, die es zu steigern gilt. Wer dabei die „Baustelle 4.0“ für sich anwendet, der wird schnell merken, welche Vorteile er dadurch im Tagesgeschäft haben wird. So hilft diese Digitalisierung am Bau, alle Gewerke und Maschinen miteinander zu vernetzen und so viel schneller und besser innerhalb eines aktuellen Bauprojekts auf gewisse Umstände zu reagieren.

Auch Building Information Modeling (BIM) ist ein Schlüsselinstrument zur digitalen Planung, das heutzutage noch gar nicht oder nicht in dem möglichen Maß, das es schafft, genutzt wird.

Innovative Technologien und demografischer Wandel stärken die Marktposition

Auch der Einsatz innovativer Technologien unterstützt die Branche nachhaltig und effizient zu sein. Denn gerade Technologien, wie Smart Home bei der Gebäudetechnik oder 3D-Drucker für Beton und Bauroboter sind von großem Mehrwert.

Der demografische Wandel ist nicht nur bei der Fachkräftegewinnung eine Herausforderung, sondern ebenfalls beim Umgang als neue und gleichzeitig wichtige Zielgruppe. Unsere Bevölkerung wird immer älter und demnach auch die Anforderungen an das Wohnen im Alter. Der Markt ist hier immens groß und es gilt dieses Potenzial zu erkennen und – viel entscheidender – für sich zu nutzen. Wer sich als Unternehmen also in diesem Bereich qualifiziert, hat einen sehr weitreichenden und soliden Kundenkreis. Dies wiederum stärkt natürlich die eigene Marktpositionierung und den Erfolg.

Bitte beteiligen Sie sich kurz an unseren zwei aktuellen Umfragen:
1. Altersgerechter Umbau - ist das ein Thema für Sie?
2. Smart Home - ist das für Sie ein Wachstumsmarkt?