Bauwirtschaft zuversichtlich: Baukonjunktur wächst 2022 weiter

News | Frank Kessler | 20.12.2021
Bauwirtschaft zuversichtlich: Baukonjunktur wächst 2022 weiter
Foto: Roland Riethmüller

Die Bauwirtschaft blickt sehr optimistisch in die Zukunft. Für das Jahr 2022 rechnet die Baubranche mit einer weiteren Umsatzsteigerung und mit einem Beschäftigungszuwachs. Die Bauwirtschaft ist innovativ, sodass auch im kommenden Jahr mit einer guten Baukonjunktur zu rechnen sei. Dabei wird vor allem im Wohnungsbau als auch Wirtschaftsbau ein weiteres Wachstum erwartet und damit den Umsatz im Baugewerbe weiter steigern.

Die beiden Spitzenverbände der Bauwirtschaft blicken positiv in die Zukunft. "Der Wohnungsbau bleibt auch in den 'Corona-Jahren' Stützpfeiler der Baukonjunktur”, erklärt Reinhard Quast, Präsident des Zentralverbands des Deutschen Baugewerbes (ZDB). “Ende September 2021 lagen die Auftragsbestände bei fast 13 Milliarden Euro, eine Steigerung zum Vorjahreswert um fast 20 Prozent." Weiter betont Quast, dass die Nachfrage nach Wohnraum nicht nachlasse. 282.000 Wohnungen wurden bis September 2021 genehmigt. Das sind rund fünf Prozent mehr, als im Vorjahr. Die Verbände gehen davon aus, dass der Wohnungsbauumsatz im Jahr 2021 bei rund 55,4 Milliarden Euro liegen wird. Gegenüber dem Jahr 2020 ergibt das eine nominale Steigerung von zwei Prozent. Für das kommende Jahr 2022 wird mit einem weiteren Wachstum auf 59,3 Milliarden Euro gerechnet. Das ergibt eine Steigerung von sieben Prozent. "Es muss daher klar sein, dass neben zusätzlichen, personellen Kapazitäten auch neue, etablierte Konzepte und Methoden, wie das serielle und modulare Bauen, notwendig sein werden", betont Peter Hübner, Präsident des Hauptverbands der Deutschen Bauindustrie (HDB). Er sieht auch einen Handlungsbedarf wegen des Wegfalls der KfW-55 Förderung. Die bereits in Planung befindlichen Projekte haben fest mit dieser Förderung gerechnet.

Baukonjunktur - Der Online-Handel stützt die Nachfrage nach Lagerflächen

Das Genehmigungsvolumen liegt bei Handelsgebäuden 14 Prozent unter dem Vorjahresniveau. Der gestiegene Online-Handel stützt jedoch die Nachfrage nach Lagerflächen. Somit wird das Genehmigungsvolumen des Vorjahres erreicht. Bei neuen Fabrik- und Werkstattgebäuden erreicht die Investitionsbereitschaft nicht das Niveau des ohnehin schwach ausgeprägten Vorjahrs. Wegen der Corona-Einschränkungen zeigt der Hotel- und Gastronomiebereich weniger Investitionsneigung. Diese sank um minus acht Prozent. ZDB-Präsident Quast rechnet für das laufende Jahr mit einem Umsatz im Wirtschaftsbau von 50,3 Milliarden Euro. Das ergibt ein Plus von nominal einem Prozent. Für das kommende Jahr wird mit einem Umsatz von 53,3 Milliarden Euro gerechnet, was einem nominalen Anstieg von sechs Prozent entspricht.

Große Hoffnung auf den Infrastrukturausbau

"Wir brauchen eine starke Schiene”, fordert HDB-Präsident Hübner. “Wir unterstützen die im Koalitionsvertrag vorgesehene Bevorzugung der Schiene und gehen davon aus, dass die neue Bundesregierung die bisherigen Planungen zu den steigenden Investitionen bei der Bahn beibehalten wird". Der Wirtschaftstiefbau wird somit von den steigenden Investitionen bei der Bahn gestützt. Hübner macht aber auch deutlich, dass der Straßenbau nicht vernachlässigt werden dürfe. Er betont, dass E-Autos schließlich auch Straßen bräuchten und besonders eine vernünftige Ladeinfrastruktur. Die beiden Präsidenten Hübner und Quast sind sich darüber einig, dass die Bauwirtschaft innovativ und vielfältig sei. Die große Aufgabe sei es nun, die Faszination des Bauens zu vermitteln, um neue Fachkräfte zu gewinnen.

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