Bedrohung Soloselbstständige - Handwerk fordert Maßnahmen

News | Frank Kessler | 25.02.2020
Bedrohung Soloselbstständige - Handwerk fordert Maßnahmen
Foto: Roland Riethmüller

Soloselbstständige werden zu einem ernsten Problem auch für die Bauwirtschaft. So wirkt sich immer öfter die zunehmende Anzahl wettbewerbsverzerrend auf das Handwerk aus. Es wird deshalb gefordert, endlich den gesetzlichen Rahmen neu zu definieren. Ein Punkt wäre die verpflichtende soziale Absicherung, die eine missbräuchliche Form weniger attraktiv machen würde. Doch auch weitere Schritte sind denkbar.

Selbstständige ohne Mitarbeiter werden im Sprachgebrauch Soloselbstständige genannt. Die Praxis zeigt, dass oftmals genau diese Soloselbstständigen den fairen Wettbewerb verzerren. Das gaben der Zentralverband des deutschen Handwerks (ZDH) und der Deutsche Gewerkschaftsbund (DGB) kürzlich bekannt. Eine Soloselbstständigkeit behindere demnach den fairen Leistungswettbewerb und schade auch dem Tarifgefüge. Immer häufiger werden subunternehmerische Strukturen eingeführt und das Reisegewerbe überstrapaziert. Diese Fehlentwicklung wird auch über digitale Online-Plattformen begünstigt, die handwerkliche Dienstleistungen vermitteln. "Missbräuchliche Formen der Soloselbstständigkeit können nicht im Interesse eines lebendigen und zukunftsfähigen Handwerks sein", erklärt Stefan Körzell, Mitglied des Bundesvorstands des DGB. Weiter betont er, dass die Politik nun gefordert sei, den Rahmen der Soloselbstständigkeit neu zu definieren. Es müsse ein fairer Wettbewerb garantiert sein, der die Menschen nicht ihr Leben lang von Transferleistungen abhängig machen würde. "Durch die Wettbewerbsverzerrung von Soloselbstständigen werden reguläre Unternehmen mit sozialversicherungspflichtig Beschäftigten ins Abseits gedrängt", bestätigt auch Karl-Sebastian Schulte, Geschäftsführer des Unternehmerverbandes Deutsches Handwerk (UDH).

Konkrete Maßnahmen gegen die Soloselbstständigkeit gefordert

Der DGB und der ZDH fordern die Politik deshalb auf, Maßnahmen gegen die Wettbewerbsverzerrung durch die Soloselbstständigen zu ergreifen. Eine mögliche Option wäre eine verpflichtende soziale Absicherung. Dadurch würde eine Soloselbstständigkeit unattraktiver werden. Der DGB und der ZDH unterstützen das Vorhaben der Regierung, eine Altersvorsorgepflicht für alle Selbstständige einzuführen. Es besteht aber auch ein Handlungsbedarf bei der gesetzlichen Unfallversicherung, der gesetzlichen Kranken- und Pflegeversicherung, beim Arbeitsschutz und bei der Kleinunternehmerregelung im Umsatzsteuerrecht. Außerdem liegt auch ein deutlicher Handlungsbedarf beim Zoll und bei der Finanzkontrolle gegen Schwarzarbeit.

Auch Tarifpartner im Handwerk müssen handeln

Doch auch die Tarifpartner in den einzelnen Handwerksbranchen werden aufgefordert, durch eine stärkere Tarifbindung für einen fairen Wettbewerb und für gute Arbeitsbedingungen zu sorgen. Nur so könne die Wettbewerbsverzerrung durch Soloselbstständige eingedämmt werden. Eine Studie des Instituts für Mittelstand und Handwerk an der Universität Göttingen (ifh) hat ergeben, dass rund 40 Prozent der Handwerksunternehmen Ein-Mann-Betriebe seien. Die Zahl dürfte in der Zukunft noch weiter steigen, wenn keine entsprechenden Maßnahmen dagegen ergriffen werden.

Aktuelle Kommentare zum Beitrag.
  (Geschrieben von Robert Yates am 08.07.2020 )

Ich finde das die auch Beiträge an der Sozialkassen bezahlen müssen als Soldarität und Unterstützung ein guter Ausbildung die Sozialkassen tragen sich auch nicht alleine und schließlich haben die auch davon profitiert.

  (Geschrieben von A.M am 29.07.2020 )

Soloselbstständige als Gefahr da zustellen zeigt doch nur wie verkommen diese  Branche doch ist.

Gerade als Subunternehmer wird man ausgebeutet bis zum letzten Blutstropfen!!!

Preise  zwischen 30 u. 40 % vom Normalpreis werden gezahlt.

12, 13 Stunden Tag täglich bei einer sechs Tage Woche sind die Norm!!!

Abstriche der ausgestellten Rechnung sind Gang und gebe wohl wissend das man sich kaum wehren kann dagegen.

Aufhören ist die letzte Option die man zieht weil man ja schon eine beträchtige folge Leistung erbracht hat.

Krank werden bzw sein ist nicht weil dann kein reinkommt.

Und dennoch wird mit den Leuten Schindluder getrieben.

Rechnungen werden erst wenn überhaupt nach 6 - 8 Wochen bezahlt und wenn man auf die Dringlichkeit hinweist weil man ja seinen Finanzielen verpflichtungen nachkommen muß Privat wie auch Geschäftlich wird man mit einem kleinen Teilabschlag abgefertigt so das man wenigstens noch den Firmenwagen Tanken kann so das die Aufträge erledigen kann!!!

Menschen die gute Arbeit leisten und durch solch ein Geschäftsgebaren in die Insolvenz getrieben werden ist das aller letzte!!!

Darauf sollte man mal den Schwerpunkt legen diese Solo/Subunternehmer zu schützen anstelle sie als GEFAHR da zu stellen!

Könnte noch sehr viel dazu sagen aber das wichtigste ist gesagt.

In diesem Sinne MfG A.M

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