Bei Sturmschäden zahlt die Versicherung erst bei starkem Unwetter

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Foto: Sturmschaden am Dach, Verband Privater Bauherren (VPB)

Alle freuen sich über das stabile Hochdruckwetter nach dem Dauerregen im Mai und Juni. Doch das Sommerwetter hat auch eine Kehrseite: Die Hitzewelle führt immer wieder zu starken Wärmegewitter. Das Resultat sind überflutete Keller, Überspannungsschäden durch Blitzschlag, zerstörte Fensterscheiben, abgedeckte Dächer, umgestürzte Bäume, und Hagelschäden an Rollladen und Blechteilen.

Die Betroffenen haben bei Unwetter- und Sturmschäden mit Aufräumarbeiten und Bürokratie jede Menge zu tun. Dabei können Handwerksbetriebe helfen, denn welche Schäden von welcher Versicherung reguliert werden, weiß der Fachbetrieb. Worauf müssen die geschädigten Hausbesitzer und auch die Fachbetriebe achten, damit es keine Schwierigkeiten bei der Abwicklung gibt?

Zunächst ist es für den Hausbesitzer wichtig, das beschädigte Elemente und den zerstörten Besitz in einer Aufstellung detailliert zu erfassen. Darauf sollte der Handwerksbetrieb bei einer ersten Besichtigung hinweisen und Hilfestellung geben. Beschädigter Hausrat sollte auf keinen Fall sofort entsorgt werden, denn er gilt in der Regel als Beweismittel für die Versicherungsgesellschaften. Auch sollten die Schäden unbedingt fotografiert werden – eine Dienstleistung, die der Handwerker zu Vorbereitung seines Angebotes übernehmen kann. Bei größeren Schäden am Haus kann man nur dazu raten, einen neutralen Dritten, wie zum Beispiel einen Sachverständigen, als Zeugen hinzuzuziehen und ein Protokoll zu erstellen.

Notreparaturen, die dazu dienen, noch größere Schäden abzuwenden, dürfen sofort ausgeführt werden. Denn die versicherten Hausbesitzer sind dazu verpflichtet, den Schaden möglichst gering zu halten. So muss ein zersprungenes Fenster nach einem Sturm sofort abgedichtet werden, um bei Regen nicht auch noch das Gebäude zu fluten.

Nachfolgend die wichtigsten Grundlagen für Versicherungsleistungen rund um sommerliche Unwetter vom Finanzportal FinanceScout24.

Wohngebäudeversicherung

Die meisten Hauseigentümer hat eine so genannte „verbundene“ Wohngebäudeversicherung abgeschlossen, berichtet das Finanzportal. Diese schließt Feuer-, Leitungswasser-, Sturm- und Hagelschäden mit ein – inklusive Folgeschäden. Fegt ein Sturm zum Beispiel Ziegel vom Dach und es regnet ins Haus, sind die daraus entstehenden Schäden an Wänden, Fliesen und Fußböden mit abgedeckt. Allerdings sind die Prämien für einen solchen Schutz regional unterschiedlich hoch, denn die Versicherer haben Deutschland in Gefahrenzonen aufgeteilt. In Gegenden, in denen Blitz, Donner und Starkregen häufig wüten, ist es für Hausbesitzer deshalb deutlich teurer, einen umfassenden Schutz zu erhalten. Auch sollten die Hausbesitzer ab und an die Deckungssumme überprüfen, um nicht eine Unterversicherung zu riskieren.

Hausratversicherung

Wer hochwertige Möbel besitzt, benötigt eine Hausratversicherung. Denn diese kommt nicht nur für Einbruch-, Brand- und Leitungswasserschäden auf. Sie ersetzt auch Sturmschäden, wenn zum Beispiel ein Orkan das Dach abdeckt und eindringender Regen das teure Designerbett ruiniert. Anders sieht es aus, wenn Fenster und Türen zu Bruch gehen. Solche Schäden übernimmt die Hausratversicherung in der Regel nicht. Zurücklehnen kann sich nur, wer auch eine Glasversicherung abgeschlossen hat. Außen am Haus montierte Satellitenschüsseln, Antennen und Jalousien sind in der Regel nur bis zu einer bestimmten Summe in der Hausratversicherung eingeschlossen.

Auf die Windstärke kommt es an

Ob Hausrat-, Wohngebäude- oder Autoversicherung: Bei Unwetterschäden ist es für Versicherte entscheidend, dass das Unwetter auch wirklich als Sturm eingestuft wird. Das ist dann der Fall, wenn der Wind mit mindestens Windstärke acht bläst, was rund 63 Stundenkilometern entspricht. In Deutschland kommt das durchschnittlich an 20 bis 30 Tagen pro Jahr vor. Bei geringeren Windstärken zahlen Wohngebäude- und Hausratversicherung in der Regel nicht – auch dann nicht, wenn trotzdem Schäden entstanden sind. Sturmwarnungen in Hörfunk und Fernsehen sollten grundsätzlich Ernst genommen werden. Autobesitzer, die ihren Wagen nicht in die Garage fahren, und Hauseigentümer, die Fenster und Türen nicht schließen, handeln fahrlässig und haben auch bei starken Stürmen keinen Anspruch auf Schadenersatz.

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