Betriebsnachfolge im Baugewerbe – nur 50 % im eigenen Betrieb

Betriebsnachfolge im Baugewerbe - nur 50 % im eigenen Betrieb
Foto: Roland Riethmüller

Im Alltag geht das Thema Rente sehr schnell unter. Es fällt so manchem nicht leicht, überhaupt an den Rückzug zu denken, weshalb viele dieses Thema verdrängen. Dennoch sollten sich die Inhaber im Baugewerbe sehr früh Gedanken darüber machen, wann der Stichtag für die Rente sein soll. Danach ist die Nachfolge zu regeln. Doch nicht immer kann und will ein Familienmitglied den Betrieb übernehmen. Ein Großteil der Betriebe ist deshalb bei der Betriebsnachfolge auf Fremdkräfte angewiesen.

Für so manchen Inhaber eines Handwerksbetriebs im Baugewerbe ist das Thema Rente unangenehm. Im hektischen Alltag geht das auch schon mal unter. „Dennoch ist das Thema sehr wichtig und sollte rechtzeitig angegangen werden“, rät Dennis Schäuble, Fachbereichsleiter Unternehmensservice bei der Handwerkskammer Konstanz. Mittlerweile ist es gar nicht mehr selbstverständlich, dass ein Familienmitglied den Betrieb übernimmt. Es sind bundesweit lediglich 50 Prozent der Betriebe, die einen Nachfolger in der Familie finden. Ein Großteil ist auf Fremdkräfte angewiesen, sei es Gründungswillige, Mitbewerber oder Mitarbeiter. Um den Betrieb nicht einstellen zu müssen, rät Schäuble dazu, sich einen Stichtag festzulegen. Gleichzeitig sollte hinterfragt werden, ob jemand aus der Familie oder aus dem Mitarbeiterstab den Betrieb weiterführen will. Schnell sollte man mit diesen Interessenten ins Gespräch kommen, um festzustellen, ob diese sich eine Übernahme vorstellen können. Auf Betriebsbörsen, in Meisterschulen oder bei den Fachverbänden können sich die Betriebsinhaber ebenfalls über potenzielle Nachfolger informieren.

Es gibt kein Patentrezept zur Betriebsnachfolge

Schäuble wurde auch gefragt, ob es ein Patentrezept für die Betriebsnachfolge gäbe. Das gibt es leider nicht, denn jeder Betrieb ist individuell. Von daher könne die Frage, wie lange ein Übernahmeprozess dauert, nicht ohne weiteres beantwortet werden. Schließlich hänge das von verschiedenen Umständen ab. Ist ein geeigneter Nachfolger gefunden, gibt es dennoch Herausforderungen. Zu klären sei das Datum der Übergabe und die Form der Übernahme. Zu klären ist auch der finanzielle Aspekt. Es ist nicht so leicht, den Wert des Unternehmens festzusetzen. Täglich wird das Team von Schäuble mit solchen oder ähnlichen Fragen konfrontiert.

Die Handwerkskammern bieten einen Beratungsservice an

Die Handwerkskammern bietet in Sachen Betriebsnachfolge einen umfassenden Service an. Das Team von Schäuble beispielsweise berät bei betriebswirtschaftlichen Fragen, Unternehmensnachfolge, Unternehmensbewertungen, Übernahme und Übergabe, Finanzierung und Förderbanken. Außerdem sollte das Unternehmen attraktiv präsentiert werden. Das betrifft, Investitionen zu tätigen und Stellen zu besetzen. All das wirkt sich auf die Wertermittlung aus, die jederzeit gemacht werden kann. Daraus ergibt sich auch, in welchen Bereichen des Unternehmens nachgebessert werden sollte. Der Übernahmeprozess als solcher nimmt ein bis zwei Jahre in Anspruch.

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