BIM eröffnet SHK-Branche neue Chancen

News , 01.10.2018 , Frank Kessler Bild zu: BIM eröffnet SHK-Branche neue Chancen
Foto: Roland Riethmüller

Die Digitalisierung erfasst die Bauwirtschaft. Experten sind längst überzeugt, dass sich Building Information Modeling (BIM) auf lange Sicht am Bau durchsetzen wird. Doch welche Bedeutung hat dies für das Ausbaugewerbe und speziell für die SHK-Branche? Eine ausführliche Studie hat jüngst die Auswirkungen untersucht und Prognosen gewagt. Schnell wird dabei deutlich, dass sich BIM auf lange Sicht Wettbewerbsvorteile sichert und große Chancen eröffnet.

Die Bauwirtschaft wird immer digitaler. Längst ist Building Information Modeling (BIM) zum Inbegriff der Digitalisierung am Bau geworden. Doch welchen Einfluss hat das digitale Planen und Bauen auf die Sanitär Heizung Klima-Branche? Eine aktuelle Studie vom Zentralverband Sanitär Heizung Klima (ZVSHK) hat sich dieser Frage zusammen mit der Unternehmensberatung Munich Strategy angenommen und insgesamt 1.400 Akteure aus dem Bereich befragt.

BIM bietet ein Einsparpotential von 30 Prozent

Das Ergebnis zeigt, dass in den westeuropäischen Ländern BIM durchaus sehr stark verbreitet ist, während Deutschland eher zu den Schwellenländern gehört. "Das wird sich schneller ändern, als viele heute denken.", prognostiziert ZVSHK-Hauptgeschäftsführer Helmut Bramann. Immer mehr Auftraggeber werden auf Building Information Modeling setzen, denn Vergleiche zwischen 'BIM-Gebäuden' und Gebäuden, die auf traditionelle Weise gebaut werden, mache deutlich: Die Nutzung könne die Gesamtkosten im Lebenszyklus um bis zu 30 Prozent reduzieren. Wichtig dafür sei allerdings ein einheitliches Verständnis von Building Information Modeling und darauf aufbauend Standards zur Anwendung".

Nur fünf Prozent der Handwerker arbeiten mit BIM

Die Studie offenbart aber auch, dass das Verfahren innerhalb der einzelnen Gruppen unterschiedlich verstanden und behandelt wird. 46 Prozent der Hersteller und 37 Prozent der Architekten/Planer gaben an, dass sie in der Lage seien, nach BIM zu arbeiten. Bei den Handwerkern waren es dagegen nur fünf Prozent. Als wichtigste Gründe für die Nichtnutzung nannten die Befragten den erhöhten Mehraufwand und die technischen Herausforderungen. Denn die Auswertung verdeutlicht, dass analoge Kanäle wie das Telefon und E-Mail immer noch die SHK-Branche beherrschen würde.

BIM bietet Wettbewerbsvorteil

Die Studie zeigt aber auch, dass das Verfahren zurzeit Schlagwort und Treiber des Digitalisierungsprozesses in der Branche ist. Unternehmen, die sich intensiv mit dem Thema beschäftigen, nutzen die Chance dieser zukünftigen Entwicklung. Das restliche Umfeld wird von den Veränderungen mittelfristig stark betroffen sein. Im privaten Wohnungsbau und bei Renovierungs- und Reparaturarbeiten wird BIM jedoch zunächst noch keine Rolle spielen. Allerdings sollen bis zum Jahr 2030 rund 75 Prozent der Bauvorhaben mit dem neuen Verfahren umgesetzt werden. Damit sich Effizienzsteigerungen einstellen können, müssen sich alle Akteure vernetzen und die Arbeitsabläufe integrieren. Das bedeutet, dass sich das Rollenverständnis in der Zukunft in der SHK-Branche ändern wird.