Bitumenversorgung bedroht - Rohstoffengpass im Straßenbau

News | Frank Kessler | 07.03.2022
Bitumenversorgung bedroht - Rohstoffengpass im Straßenbau
Foto: Roland Riethmüller

Wegen des russischen Angriffs auf die Ukraine und der damit verbundenen weltweiten Sanktionen droht nicht nur ein Rohstoffengpass, sondern auch hohe Preissteigerungen bei den Baustoffen. Das bekommt vor allem auch der deutsche Straßenbau zu spüren. Zentrale Raffinerien sind von Lieferungen aus Russland abhängig. Es droht ein Ausfall von bis zu einem Drittel der Bitumenversorgung.

Der Krieg in der Ukraine hinterlässt auch in Deutschland seine Spuren. Besonders die Bauwirtschaft ist davon betroffen. Wegen der Sanktionen drohen Rohstoffengpässe und deftige Preissteigerungen bei Bitumen. Zentrale Raffinerien sind von Lieferungen aus Russland abhängig. “Die Folgen des russischen Krieges auf die Bautätigkeit in Deutschland werden von Tag zu Tag sichtbarer", bestätigt der Hauptgeschäftsführer der Bauwirtschaft Baden-Württemberg, Thomas Möller. “Es ist daher ein Gebot der Vernunft, die negativen Auswirkungen auf hiesigen Betriebe und Arbeitsplätze so gering wie möglich zu halten.”

Deutliche Preissteigerungen vieler Rohstoffe im Straßenbau

Doch auch andere Rohstoffe sind von der russischen Aggression betroffen. So kommen rund 30 Prozent des Baustahls aus Russland, Weißrussland und der Ukraine. 40 Prozent Roheisen kommen ebenfalls aus diesen Ländern. Die Mitgliedsunternehmen erhalten kaum noch Angebote für Stabstahl, Bleche, Stahlmatten und Träger. Die Hersteller von Leitplanken liefern ebenfalls nicht mehr, erklärt Möller weiter. Es werden deshalb dringend Maßnahmen zur Sicherung der Bautätigkeit in Deutschland gebraucht. Um wichtige Bauvorhaben weiter durchzuführen, müssen dringend Stoffpreisgleitklauseln eingeführt werden. Letztendlich muss sich die Baubranche von der Abhängigkeit diverser Anbieter befreien.

Ukraine-Krieg scharf kritisiert

So verurteilen auch die baden-württembergischen Handwerkskammern den Angriff auf die Ukraine aufs Schärfste. In einem gemeinsamen Statement äußert sich die Spitze der Handwerkskammer Konstanz, Kammerpräsident Werner Rottler und Hauptgeschäftsführer Georg Hiltner, zur aktuellen Situation: "Wir sind tief betroffen von den Entwicklungen in der Ukraine und dem unglaublichen Leid, das die Menschen dort erfahren müssen. Die Situation zeigt auf brutalste Weise, dass demokratische Werte und ein friedliches Miteinander keine Selbstverständlichkeit sind."

Rohstoffengpass und die Auswirkungen auf das deutsche Baugewerbe

"Die deutschen und europäischen Sanktionen gegen Russland sind richtig und werden von der deutschen Bauwirtschaft nachdrücklich unterstützt”, betont auch Felix Pakleppa, der Hauptgeschäftsführer des Zentralverbands des Deutschen Baugewerbes (ZDB). “Die Sanktionen führen aber auch zu Belastungen der heimischen Bauwirtschaft, die getragen werden müssen." Um nach der coronabedingten Verknappung einem weiteren Rohstoffengpass entgegenzuwirken, werden daher unbürokratische Maßnahmen gefordert.

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