Brandschutzschalter - Elektohandwerk bemängelt Diskussion

News | Frank Kessler | 30.08.2017
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Foto: Roland Riethmüller

Die Irritation über die aktuellen Diskussionen zum Thema Fehlerlichtbogen-Schutzeinrichtungen ist beim Elektrohandwerk groß. Dabei wird vor allem die Unkenntnis bemängelt, die der Debatte zugrunde liegt. Schließlich erhöhen Brandschutzschalter die Sicherheit in einem Gebäude deutlich. Die oft genannten Mehrkosten sind dabei eher das falsche Argument. Denn der Nutzen dieser Technologie überwiegt vielfach über die Argumente der Kritiker.

Brandschutzschalter sind eine Innovation aus dem Bereich des Brandschutzes. Vorherige Schutzmaßnahmen überwachten lediglich die elektrische Anlage. Mit der neuen Technik werden dagegen die angeschlossenen Steckergeräte, wie auch Lampen und Leuchten überwacht. Tritt ein Defekt im Gerät oder der elektrischen Anlage auf, unterbricht der Brandschutzschalter den Stromkreis. Das Ausbrechen eines Brandes wird so verhindert. Ein Beispiel für den Nutzen ist die Anna-Amalia-Bibliothek in Weimar. Wären solche Schutzschalter vor dem Brand vor einigen Jahren eingebaut worden, wären viel Kulturgüter nicht zerstört worden.

Wenig Geld für hohen Schutz

Wird ein hoher Schutz baulich umgesetzt, muss mit hohen Kosten gerechnet werden. Möglich ist dies beispielsweise durch eine Abschottung der elektrischen Anlage. Beim Einbau der Brandschutzschalter ist es dagegen anders. Die Installationsnorm DIN-VDE 0100-420:2016-02 bildet die Grundlage für die erneute Diskussion. In ihr ist definiert, in welchen Bereichen Schutzschalter eingebaut werden müssen. Frist hierfür ist der 18. Dezember 2017. Es handelt sich um eine normative Verpflichtung und beschränkt sich auf bestimmte sensible Funktionsbauten. Hierzu zählen beispielsweise barrierefreie Räume für Menschen mit Einschränkungen oder Schlafräume in Tageseinrichtungen für Senioren, Behinderte oder Kinder. Der Präsident des Zentralverbands der Deutschen Elektro- und Informationstechnischen Handwerke (ZVEH) Lothar Hellmann betont, dass die Brandschutzschalter bei erhöhten Sicherheitsanforderungen eingesetzt werden sollten, wie bei der Verwendung von brennbaren Baustoffen oder bei erhöhtem Feuerrisiko. Für die Verpflichtung besteht eine Beschränkung auf Neubauten und einphasige Stromkreise bis 16 Ampere. In einem solchen Verteilerkasten ist ausreichend Platz für einen Brandschutzschalter und es sind keine wesentlichen Mehrkosten aufgrund größerer Verteilerkästen zu befürchten.

Keine Verpflichtung, aber sinnvoll

Die neue Norm ist zunächst nicht verpflichtend, das bedeutet, dass ihre Anwendung freiwillig erfolgt. Hellmann setzt seine Betonung darauf, dass die elektrohandwerkliche Organisation den Einsatz der Brandschutzschalter dringend empfiehlt. Die Einhaltung der Norm sorgt nach aktueller Rechtsprechung außerdem dafür, dass davon ausgegangen wird, dass nach den Regeln der Technik gearbeitet wird. Laut Hellmann sollte keinem Architekten, Handwerksbetrieb, Planer oder Betreiber einer elektrischen Anlage von der Nutzung dieses Schutzes abgeraten werden.

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