Brücken gefährden Wirtschaftsstandort Deutschland

News | Frank Kessler | 14.08.2013
Bild zu: Brücken gefährden Wirtschaftsstandort Deutschland
Foto: Hilke Pantel / pixelio.de

Gerade Autofahrer müssen immer öfter mit Behinderungen rechnen, weil sowohl die Straßen als auch Brücken marode oder kaputt sind. Schlaglöcher sind bei diesen Behinderungen das wesentlich kleinere Problem. Echte Sorgen dagegen bereitet der schlechte Zustand vieler Brücken. Dabei sind Brücken innerhalb des Straßenverkehrsnetzes genauso stark betroffen, wie die im Schienenverkehr. Der Schaden für Deutschland als Wirtschaftsstandort scheint der Politik offenbar nicht klar zu sein.

Wer auf deutschen Straßen unterwegs ist, erlebt immer häufiger Sperrungen und damit verbundene Umfahrungen von Brücken. Zum einen kosten die dadurch verursachten Umwege  natürlich wertvolle Zeit, aber sie gefährden insbesondere auch die deutsche Wirtschaft. So ist es durchaus alarmierend, dass gut 300 Brücken in Deutschland marode sind.

Wer sich nun fragt, was das miteinander zu tun hat, muss sich vor Augen halten, dass Sperrungen von Brücken für Unternehmen jeden Tag Geld kosten. Am Beispiel der Leverkusener Brücke lässt sich das gut darstellen. Diese wurde Ende 2012 wegen ihrer zahlreichen Risse zeitweise für Fahrzeuge mit mehr als 3,5 Tonnen zulässigem Gesamtgewicht gesperrt. Nun handelt es sich hierbei aber um eine der am stärksten befahrenen Autobahnbrücken in Deutschland.  In Folge der Sperrung mussten 14.000 Lkws jeden Tag Umwege fahren, die Zeit kosteten und zusätzlich Mehrkosten verursachten. Eine Umfrage der Industrie- und Handelskammer zu Köln stellte fest, dass die betroffenen Unternehmen diese Kosten auf gut 1.700 Euro täglich bezifferten.

Leider sieht es auch beim Schienenverkehr nicht sehr viel besser aus. Dabei betont die Politik immer wieder, wie wichtig es sei, den Verkehr auf die Schienen zu verlagern, um auch die Straßen zu entlasten. Doch auch hier müssten Investitionen in die Sanierung von Brücken gemacht werden. Denn auch im Schienenverkehr ist von 256 geprüften Eisenbahnbrücken immerhin rund ein Viertel betroffen. Somit sind diese teilweise nur unter Einschränkungen befahrbar.

Um langfristig sowohl die Sicherheit der Verkehrsteilnehmer, wie auch die wirtschaftliche Wettbewerbsfähigkeit zu garantieren, muss der Staat konsequent und nachhaltig in die Sanierung seiner Brücken investieren. Auch die Verbände innerhalb der Wirtschaft machen sich stark dafür. Jürgen Fenske, Präsident des Verbandes Deutscher Verkehrsunternehmen (VDV), fasst zusammen: „Eine gute Infrastruktur ist die Basis für Wirtschaftskraft und Wohlstand in unserem Land.“

Prof. Thomas Bauer, Präsident der Hauptverbandes der Deutschen Bauindustrie (HDB), verleiht dem ganzen zusätzlichen Nachdruck: „Deutschland braucht ein Sofortprogramm für Brückensanierungen, wenn wir Leistungsfähigkeit unserer Verkehrsnetze als Rückgrat unserer Wirtschaft im internationalen Standortwettbewerb nicht aufs Spiel setzen wollen.“ Des Weiteren fordert Bauer deutlich: „Es ist eine der ganz großen politischen Notwendigkeiten der nächsten Legislaturperiode, die für die Instandhaltung und Ertüchtigung der Brücken im Bundesfernstraßennetz notwendigen 7 Milliarden Euro – trotz ‚scharfgestellter‘ Schuldenbremse – im Bundeshaushalt bereitzustellen.“

Aktuelle Kommentare zum Beitrag.

Das könnte Sie auch interessieren.