Carbonbeton begeistert nicht nur die Bauwirtschaft

News , 01.12.2015 , Roland Riethmüller Bild zu: Carbonbeton begeistert nicht nur die Bauwirtschaft
Foto: TU Dresden

Bereits heute ist absehbar, dass der Rohstoff Sand nicht unendlich zur Verfügung steht. Daher ist es an der Zeit, mit Carbonbeton eine rohstoffeffiziente Alternative zu herkömmlichem Stahbeton zu bieten. Durch den Einsatz von Carbon wird erheblich Beton und damit auch Sand eingespart. Diese Nachhaltigkeit brachte Carbonbeton nicht nur viel Aufmerksamkeit sondern auch Auszeichnungen.

Sand ist für viele Menschen der Inbegriff für Sommer, Sonne und Strand. Den wenigsten Menschen ist jedoch bewusst, dass der Rohstoff Sand auch Bestandteil von vielen alltäglichen Produkten ist: geschmolzen als Glas, in chemischer Verbindung als Siliziumdixid in Wein, Reinigungsmitteln oder Pflegeprodukten sowie als Basis für die Produktion von Halbleitern. Und vor allem auch in der Bauwirtschaft wird im Mischungsverhältnis 2:1 mit Zement unglaublich viel Sand für die Herstellung von Beton benötigt. Dabei ist vielen Menschen nicht bewusst, dass der Rohstoff Sand nicht unendlich zur Verfügung steht und viele Sandquellen bereits erschöpft sind. Und obwohl heute schon Sand ein knappes Gut ist, wird für die Fertigung von an Bau verwendeten Stahlbeton eine besonders dicke Betonschicht benötigt, um den darin eingeschlossenen Stahl vor Korrosion zu schützen.

Es ist also an der Zeit, eine rohstoffeffiziente Alternative zum klassischen Stahlbeton zu finden. Das bestätigten auch die Forscher an der TU Dresden und haben mit einem Materialverbund aus Carbonfasern und Hochleistungsbeton einen optimalen Ersatz gefunden. Basierend auf den Ergebnissen aus der Erforschung von Textilbeton zeichnet sich Carbonbeton durch eine Vielzahl an Vorteilen aus. “Da Kohlefasern nicht korrodieren, kommen wir beim Einsatz von Cabonbeton mit viel weniger Beton aus und benötigen somit auch deutlich weniger Sand”, freut sich Dr. Frank Schladitz, Vorstandsmitglied im C3 - Carbon Concrete Composite e.V. und wissenschaftlicher Mitarbeiter am Institut für Massivbau der TU Dresden. Damit liegt auf der Hand, dass Carbonbeton weniger Sand benötigt, eine längere Lebensdauer hat und erheblich korrosionsbeständiger als herkömmlicher Stahlbeton ist. Der für die Marktvorbereitung gegründete Verein wurde mit 130 Partnern aus Wirtschaft und Wissenschaft im Jahr 2014 gegründet und bereitet die Markteinführung vor.

Die hohe Stabilität von Carbonbeton und geringe Korrosionsanfälligkeit seiner Carbonbewehrung ermöglicht damit nur wenige Zentimeter dicke Betonwände. Dies spart gegenüber herkömmlichen Stahlbeton nicht nur bis zu 50 Prozent Material ein, ermöglicht auch völlig neue Gestaltungsmöglichkeiten. Auch Brücken brauchen nur noch mit einer circa ein statt acht Zentimeter dicken Betonschicht verstärkt werden. Durch diese enormen Einsparungen im Rohstoff- und Materialverbrauch gewann der Verein Ende November bereits den Deutschen Nachhaltigkeitspreis Forschung und hat sich nun auch noch als Finalist beim Deutschen Rohstoffeffizienz-Preis qualfiziert.