Coronavirus: Dramatische Einbußen im italienischen Handwerk

News | Frank Kessler | 04.03.2020
Coronavirus: Dramatische Einbußen im italienischen Handwerk
Foto: Roland Riethmüller

Der Coronavirus hat die Nachfrage nach professionellen Dienstleistungen in Italien um ungefähr 25 Prozent reduziert. Aktuellen Analysen zufolge haben italienische Dienstleister und auch Handwerksbetriebe im Bau- und Ausbaugewerbe innerhalb von nur zwei Tagen Aufträge im Wert von insgesamt 1,5 Millionen Euro verloren. Ähnliche Verluste drohen zeitversetzt auch in Deutschland, falls sich das Virus weiter ausbreitet.

Überdurchschnittlich stark betroffen vom Auftragsrückgang sind Handwerksbetriebe in den beiden italienischen Regionen Venetien und Lombardei, berichtet das italienische Dienstleistungsportal ProntoPro. In diesen Regionen hat sich der Coronavirus besonders stark ausgebreitet. Laut ProntoPro reduzierte sich die Nachfrage nach Dienstleistungen in den beiden italienischen Regionen um vierzig Prozent. Innerhalb von zwei Tagen, so die Schätzung, verloren Dienstleister hier Aufträge im Wert von bis zu einer Million Euro.

Deutlicher Rückgang bei Bau- und Renovierungsarbeiten

Besonders betroffen vom Nachfragerückgang durch den Coronavirus in Italien sind Dienstleister rund um Events und Feste sowie Anbieter von Fortbildungs- und Schulungsangeboten und Services für das persönliche Wohlbefinden. Auch in Venetien und Lombardei sind Dienstleister rund um Events und Feste sehr stark betroffen. Weitere stark Betroffene sind Personal-Trainer, Anbieter von Sprachkursen und Nachhilfe für den Unterricht sowie häusliche Services. Relativ problematisch ist die Lage dort zudem für die Bereiche "Hausinstallationen" sowie "Bau- und Renovierungsarbeiten", berichtet ProntoPro auf Basis der Analyse. Hier ging die Nachfrage in den beiden Regionen um 30 Prozent zurück.

ProntoPro präsentiert seine Zahlen auf Basis einer Analyse vom Wochenende 22. und 23. Februar. Für die Analyse hat das Unternehmen die gesammelten Anfragen nach Dienstleistungen auf seiner Plattform analysiert und mit denen des vorangegangenen Wochenendes verglichen. Der Trend eines Auftragsrückgangs habe sich am Wochenanfang nach dem 22. und 23. Februar fortgesetzt, berichtet ProntoPro.

Auswirkungen vom Coronavirus in Deutschland sind schwer einzuschätzen

"Die Auswirkungen auf die deutsche Wirtschaft sind nach bisherigen Erkenntnissen schwer abzuschätzen", schreibt das Bundesministerium für Wirtschaft und Energie (BMWi) auf seiner Website zum Coronavirus. Laut eigener Angaben tauscht sich das Ministerium aber ständig mit der Wirtschaft zu dessen Auswirkungen aus. Zu den jüngsten für das Handwerk relevanten Folgen des Virus gehört die Absage der Internationale Handwerksmesse (IHM) in München und der SHK in Essen, der besucherstärksten nationalen Fachmesse für die Branchen Sanitär, Heizung, Klima und digitales Gebäudemanagement.

Längst reagieren auch diverse Handwerkskammern auf den Coronavirus. So hat beispielsweise die Handwerkskammer Saarland diverse Verhaltensregeln für Handwerkerinnen und Handwerker ins Netz gestellt. Sie rät nicht nur zum regelmäßigen Händewaschen und zur Nutzung von Desinfektionsmitteln. Darüber hinaus empfiehlt sie, aktuell aufgrund der Ansteckungsgefahr auf Händeschütteln zu verzichten.

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