Coronavirus schwächt Baukonjunktur stärker als erwartet

News | Frank Kessler | 16.06.2020
Coronavirus schwächt Baukonjunktur stärker als erwartet
Foto: Roland Riethmüller

Den Gebäudebereich könnte der Coronavirus laut einer aktuellen Studie doch deutlich stärker belasten, als das bisher angenommen wurde. Deshalb müssen die richtigen Impulse im Bausektor gesetzt werden, um die Nachfrage zu stimulieren und damit die Baukonjunktur nachhaltig zu stabilisieren. Weil die Bauunternehmen verlässliche Aufträge brauchen, sind die Verwaltungen aufgerufen, Bau- und Sanierungsanträge schneller zu bearbeiten.

Die Zahl der Neuaufträge in der Bauwirtschaft geht seit Wochen zurück. In wenigen Monaten wird sich das ganz besonders deutlich machen, befürchtet die Deutsche Energie Agentur (DENA). Um die Nachfrage daher wieder zu stimulieren, macht sich die Branche große Hoffnungen auf das Konjunkturpaket und auf das Klimaschutzpaket. So stehen alleine aus dem Klimaschutzprogramm rund 50 Milliarden Euro bereit. Aus dem Konjunkturprogramm kommen noch einmal rund 40 Milliarden Euro dazu. Damit hat die Politik rund 100 Milliarden Euro auf den Weg gebracht, die auch dem Gebäudebereich zugute kommen könnten. Nun müssen die richtigen Impulse gesetzt werden, ergab der dena-MARKTMONITOR Gebäudesektor "Perspektiven des Gebäudesektors in der Corona-Krise".

Die Senkung der Emissionen ist das Ziel

"Viele Unternehmen sind mit vollen Auftragsbüchern in die Krise gestartet. Aber dieser Puffer schmilzt bei Bauunternehmen, Herstellern, Handwerk und Planern dahin”, erklärt Andreas Kuhlmann, Vorsitzender der dena-Geschäftsführung. “Wichtig sind daher Maßnahmen, die sowohl die Nachfrage als auch die Klimaschutzziele stärken". Die dynamischen Entwicklungen brauchen ein genaues Monitoring. Immerhin beschäftigt die Branche 4,2 Millionen Mitarbeiter und konnte im vergangenen Jahr ein Bauvolumen von 430 Milliarden Euro umsetzen. Aus klimapolitischer Sicht ist dieser Sektor so relevant, da im Gebäudebereich die Emissionen bis zum Jahr 2030 von heute 120 Millionen Tonnen auf 70 Millionen Tonnen sinken müssen.

Verbesserte Förderprogramme zur Stärkung der Baukonjunktur

Im Januar 2020 wurden die Förderprogramme stark verbessert. Unternehmen und private Immobilienbesitzer haben deutliche Anreize für ein effizientes Bauen und Sanieren erhalten. Im ersten Quartal ist die Nachfrage demnach aufgrund dieser Förderprogramme stark gestiegen. Für eine konstante Nachfrage ist jedoch ein kontinuierlicher Mittelfluss wichtig, denn nur dieser schafft gleichzeitig Planungssicherheit. Die Unternehmen brauchen verlässliche Aufträge. Deshalb müssen die Bau- und Sanierungsanträge von den Verwaltungen schnell bearbeitet werden. Zusätzlich muss Wohnraum geschaffen sowie die Schulen und Verwaltungsgebäude saniert werden. Der Coronavirus macht deutlich, wo das Wirtschaftswachstum und der Klimaschutz gestärkt werden können. Nur durch digitale Antrags- und Genehmigungsprozesse kann der Fachkräftemangel aufgelöst und die Baukonjunktur belebt werden.

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