Mit dem Klimawandel steigen die Anforderungen an Gebäude und Infrastruktur. Folglich gewinnen Dachbegrünung und Fassadenbegrünung angesichts zunehmender Hitzewellen, Starkregen und Hagelereignisse immer mehr an Bedeutung. Begrünte Gebäude schützen vor Hitze, entlasten die Kanalisation bei Starkregen und können die Lebensdauer von Dachabdichtungen verlängern. Gleichzeitig entstehen für Dachdecker, Fassadenbauer, Landschaftsbauer und weitere Handwerksbetriebe neue Marktchancen. Die Gebäudebegrünung entwickelt sich damit zunehmend zu einem wichtigen Bestandteil klimaangepasster und zukunftsfähiger Bauprojekte.
Der Klimawandel stellt Städte und Gebäude zunehmend vor neue Herausforderungen. Immer häufigere Hitzewellen, Starkregen und Hagelereignisse erhöhen den Druck auf Kommunen, Bauunternehmen und Handwerksbetriebe, Gebäude widerstandsfähiger zu planen und auszuführen. Nach Einschätzung des Bundesverbands GebäudeGrün (BuGG) gehören Dach- und Fassadenbegrünungen zu den wirksamsten Maßnahmen, um Gebäude besser vor Hitze zu schützen, Regenwasser zurückzuhalten und gleichzeitig die Lebensqualität in Städten zu verbessern. Damit rückt die Gebäudebegrünung immer stärker als Baustein einer klimaangepassten Bauweise in den Fokus. Denn steigende Temperaturen verursachen längst nicht mehr nur Komforteinbußen, sondern haben erhebliche gesundheitliche und wirtschaftliche Folgen. Der BuGG verweist auf eine deutschlandweite Studie, wonach die Sterblichkeit während Hitzewellen deutlich steigt und zugleich mehr Menschen stationär behandelt werden müssen. Parallel nehmen Starkregenereignisse zu, wodurch Kanalisationen an ihre Belastungsgrenzen geraten und Überflutungen häufiger auftreten. Vor diesem Hintergrund gewinnt die wassersensible Stadtentwicklung an Bedeutung. Begrünte Dächer und Fassaden können dabei mehrere Probleme gleichzeitig entschärfen.
Gebäudebegrünung senkt Hitzebelastung
Pflanzen auf Dächern und Fassaden wirken wie eine natürliche Klimaanlage. Sie schützen Gebäude vor direkter Sonneneinstrahlung und sorgen durch Verdunstung für eine spürbare Abkühlung. Modellrechnungen und wissenschaftliche Untersuchungen zeigen, dass begrünte Flächen sowohl Gebäude als auch ihr Umfeld kühlen können. Laut einer Studie der Technischen Universität Berlin (TU Berlin) lässt sich die sommerliche Wärmebelastung durch flächendeckende Fassadenbegrünungen um bis zu 52 Prozent reduzieren. Internationale Untersuchungen kommen sogar zu dem Ergebnis, dass vertikale Begrünungen die Umgebungstemperatur lokal um bis zu fünf Grad Celsius senken können. Auch Dachbegrünungen tragen dazu bei, den sogenannten Hitzeinseleffekt in dicht bebauten Städten zu verringern. Gleichzeitig verbessern sie das Mikroklima und schaffen zusätzliche Lebensräume für Pflanzen und Insekten.
Schutz vor Starkregen und längere Lebensdauer
Neben der Kühlung spielt der Umgang mit Regenwasser eine immer größere Rolle. Retentionsgründächer speichern Niederschläge in speziellen Dränschichten und geben das Wasser zeitverzögert wieder ab. Dadurch werden Kanalisationen bei Starkregen deutlich entlastet und der Bedarf an zusätzlichen Regenrückhaltebecken reduziert. Nach Angaben des BuGG werden bei höher aufgebauten extensiven Gründächern bis zu 70 Prozent eines Starkregens zurückgehalten. Darüber hinaus profitieren auch Dachabdichtungen von einer Begrünung. Eine gemeinsame Umfrage des BuGG und des Zentralverbands des Deutschen Dachdeckerhandwerks (ZVDH) zeigt, dass begrünte Dächer häufig deutlich länger ohne größere Reparaturen auskommen als ungeschützte Dachflächen. Pflanzen schützen die Abdichtung vor starker Sonneneinstrahlung, extremen Temperaturschwankungen und Hagelschäden.
Dachbegrünung bietet neue Chancen für Bauunternehmen und Handwerk
Mit zunehmenden Anforderungen an den Klimaschutz und die Klimaanpassung dürfte die Nachfrage nach Dach- und Fassadenbegrünungen weiter steigen. Für Dachdecker, Landschaftsbauer, Fassadenbauer und weitere Gewerke eröffnen sich dadurch zusätzliche Geschäftsfelder. Gleichzeitig können begrünte Gebäude dazu beitragen, Regenwassermanagement, Energieeffizienz und Langlebigkeit miteinander zu verbinden. Angesichts häufiger Extremwetterereignisse entwickelt sich die Gebäudebegrünung damit zunehmend von einer freiwilligen Gestaltungsmaßnahme zu einem wichtigen Bestandteil zukunftsfähiger Bauprojekte.

















