Dachdecker fordern mehr Bürokratieabbau

News , 08.10.2019 , Frank Kessler Dachdecker fordern mehr Bürokratieabbau
Foto: Roland Riethmüller

Das dritte Bürokratieentlastungsgesetz (BEG III) der Bundesregierung stößt nicht gerade auf Begeisterung im Dachdeckerhandwerk. So würden die darin vorgesehenen Maßnahmen für die Handwerksbetriebe kaum Entlastung bringen. Das Dachdeckerhandwerk fordert deshalb weitere Maßnahmen zum Bürokratieabbau. Auch ein dringlicher Wunsch blieb erneut unberücksichtigt: eine arbeitgeberfreundliche Regelung für die Vorfälligkeitszahlung bei den Sozialversicherungsbeiträgen fehlt nach wie vor.

Der neue Gesetzesentwurf des dritten Bürokratieentlastungsgesetzes stößt bei den Handwerksbetrieben nicht gerade auf Zustimmung. Der Zentralverband des Deutschen Dachdeckerhandwerks (ZVDH) fordert deshalb mehr Entlastung für die Handwerksbetriebe. Die vorgesehenen Maßnahmen würden hinter den Forderungen des Handwerks zurückbleiben. "Konsequenter Bürokratieabbau sieht anders aus”, erklärt ZVDH-Hauptgeschäftsführer Ulrich Marx. “Statt die angekündigten Maßnahmen umzusetzen, ist es bei einem Verharren im Kleinteiligen geblieben.” Zwar werde der richtige Ansatz verfolgt, doch gebe es für die Handwerksbetriebe keine spürbare Entlastung. Lediglich bei der Archivierung elektronisch gespeicherter Steuerunterlage seien die Forderungen des Handwerks umgesetzt mit einer Archivierung elektronisch gespeicherter Steuerunterlagen.

Kleinunternehmerregelung bevorteilt Soloselbständige

Ein weiter Punkt des Anstoßes sei die vorgesehene Anhebung der umsatzsteuerlichen Kleinunternehmergrenze von 17.500 Euro auf 22.000 Euro Vorjahresumsatz. Soloselbstständige würden hier einen dauerhaften Vorteil gegenüber den Kleinbetrieben haben, so Marx weiter. Diese würden jedoch für Arbeitsplätze sorgen.

Vorfälligkeitszahlung bei den Sozialversicherungsbeiträgen

Erneut unberücksichtigt blieb ein weiterer dringender Wunsch des Handwerks, nämlich die Vorfälligkeitszahlung der Sozialversicherungsbeiträge. Der Hintergrund ist, dass der Sozialversicherungsbeitrag für Arbeitnehmer mit variablen Lohnbestandteilen aufgrund der Daten des Vormonats geschätzt werde. Das führe jedoch zu einer unangemessenen Belastung der Arbeitgeber und der Lohnbuchhaltung. Diese geschätzten Werte werden erst im Folgemonat korrigiert und die Differenz erst dann ausgeglichen. Hier könnte auch mehr Bürokratieabbau erfolgen, um die Arbeitgeber zu entlasten.