Dachdecker leiden kaum unter Corona - Rückgang erst im Herbst

News | Frank Kessler | 12.05.2020 Dachdecker leiden kaum unter Corona - Rückgang erst im Herbst
Foto: Roland Riethmüller

Von der negativen Folgen des Coronavirus sind Dachdecker kaum betroffen. Das ist das Ergebnis einer aktuellen Umfrage zu den konkreten Auswirkungen der Corona-Krise. Die meisten Betriebe spüren kaum bis gar keine Auswirkungen durch die Corona-Pandemie. Insgesamt steht das Dachdeckerhandwerk damit immer noch sehr gut dar. Das könnte sich jedoch zum Herbst ändern, wenn deutliche Rückgänge erwartet werden.

Für das Dachdeckerhandwerk gibt es im Bezug auf die Corona-Pandemie keinen Grund zu klagen. Der Zentralverband des Deutschen Dachdeckerhandwerks (ZVDH) hat kürzlich eine Umfrage unter seinen Mitgliedsbetrieben zur Corona-Krise durchgeführt. Von den 7.000 Betrieben haben insgesamt 1.300 geantwortet. Demnach gaben rund 20 Prozent der befragten Betriebe an, dass es lediglich zu Auftragsverschiebungen gekommen sei. Zwölf Prozent klagen über Umsatzrückgänge. Stark betroffen seien jedoch nur sieben Prozent der Befragten aufgrund von Stornierungen. Deutlich zurückgegangen seien die Aufträge nur bei den privaten Auftraggebern im Bereich Reparatur und Sanierung.

Wenige Personalausfälle durch Corona

Sehr viel Wert wird laut Umfrage auf die Einhaltung der Hygienemaßnahmen gelegt. Die Betriebe stellen ihren Mitarbeitern hierfür alles bereit. Außerdem finden Schulungen statt. In vielen Teams wird im Schichtbetrieb mit gleichen Teams gearbeitet. Außerdem wurde der Fahrzeugbestand erweitert. Zu Hause blieben die Mitarbeiter, die zur Risikogruppe gehören. Insgesamt 13 Prozent der Betriebe mussten trotzdem Personalausfälle hinnehmen. Diese seien durch Erkrankung oder wegen der notwendig gewordenen Kinderbetreuung entstanden. Weniger ins Gewicht fallen würde der Wegfall von Vorleistungen oder fehlendem Material.

Zukunftsorientiert handeln, Liquidität sichern

Damit die Krise bestmöglichst gemeistert werden kann, stehen zahlreiche Instrumente zur Verfügung. Zunächst wurden die Überstunden und der Urlaub abgebaut. Doch auch Kredite und Soforthilfen wurden in Anspruch genommen und Kurzarbeit eingeführt. Im schlimmsten Fall kam es auch zu Entlassungen. Doch Betriebsschließungen und Kündigungen waren eher die Ausnahme. Insgesamt hat sich gezeigt, dass das Dachdeckerhandwerk sehr gut aufgestellt ist. Denn rund 60 Prozent der befragten Betriebe brauchten bisher sogar keine der genannten Maßnahmen umsetzen.

Nach Abarbeitung der Aufträge könnte die Durststrecke beginnen

Die Umfrage richtete sich auch nach den Auftragsreichweiten. Hier zeigt sich, dass rund 67 Prozent der Befragten noch für vier Monate mit Aufträgen versorgt seien. 30 Prozent gaben an, noch über diesen Zeitraum hinaus noch Aufträge in den Büchern zu haben. “Bei all diesen positiven Ergebnissen muss aber klar sein, dass man den Krisenzustand nur noch begrenzt durchhalten kann”, warnt Dachdeckermeister und ZVDH-Präsident Dirk Bollwerk. Die privaten Auftraggeber seien ebenfalls von der Krise betroffen. Wenn es nicht unbedingt notwendig ist, wird ein Dach eben nicht zum jetzigen Zeitpunkt neu gedeckt. Auch bei den gewerblichen Investitionen wird mit einer deutlichen Zurückhaltung gerechnet. Die Dachdecker befürchten für den Herbst, dass sich dann die Situation deutlich verändern wird.

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