Dachdeckerhandwerk unbeeindruckt - hohe Auslastung und Umsatzplus

News | Frank Kessler | 16.04.2021
Dachdeckerhandwerk unbeeindruckt - hohe Auslastung und Umsatzplus
Foto: Roland Riethmüller

Das Dachdeckerhandwerk zeigt sich von der Corona-Pandemie unbeeindruckt. Aufgrund der vorhandenen Auftragsbestände ist bei den Betrieben die Kapazitätsauslastung unverändert hoch. Denn es ist bereits ein Erfolg, wenn die Dachdeckerbetriebe ihre Umsätze im Jahr 2021 gegenüber dem Vorjahr halten oder sogar noch steigern können. Zurückhaltung herrscht dagegen beim Wirtschaftsbau, die das Ergebnis der Dachdeckerbetriebe trübt. Allerdings entfällt hier der meiste Erlös auf die Dachdeckerbetriebe. Allerdings wird das Wachstum durch Personalengpässe ausgebremst.

Obwohl die allgemeine Wirtschaftslage eingetrübt ist und sich die Baukonjunktur abschwächt, zeigen sich die Dachdeckerbetriebe in einer robusten Verfassung. Im Jahr 2020 konnten sie einen Jahresumsatz von 11,4 Milliarden Euro erwirtschaften. Das ist ein Umsatzplus von sieben Prozent und 746 Millionen mehr als im Vorjahr 2019. In diesem Jahr wird ebenfalls mit einer guten Konjunktur gerechnet. Dabei wird sich vor allem der private Wohnungsbau positiv entwickeln. Das gilt auch für Teile vom Wirtschaftsbau. Ob sich die positive Entwicklung mit plus acht Prozent auch bei den Bauvorhaben der öffentlichen Hand fortsetzen wird, bleibt abzuwarten. Wahrscheinlicher ist eher ein Rückgang der Investitionen.

Konjunkturtreiber privater Wohnungsbau

Begünstigt wird die positive Entwicklung im Dachdeckerhandwerk im Wesentlichen durch den privaten Wohnungsbau. Im Jahr 2020 ist die Fertigstellung von Ein- und Zweifamilienhäuser kräftig gestiegen. Die Gründe liegen im Baukindergeld, bei den stabilen Einkommen und den günstigen Finanzierungsbedingungen mit niedrigen Bauzinsen. Bei den Bestandsmaßnahmen ist die positive Entwicklung auf die staatlichen Fördermaßnahmen und auf die verbesserten Mittel der KfW zurückzuführen.

Zurückhaltender ist die Investitionsbereitschaft im Wirtschaftsbau. Das beeinflusst das Dachdeckerhandwerk jedoch relativ stark, da die Sparte rund 30 Prozent der Erlöse ausmacht. Demnach ist die Nachfrage nach Flachbauten gegenüber dem Vorjahr merklich gesunken. Das betrifft insbesondere die Fabrik- und Werkstattgebäude sowie Büro- und Verwaltungsgebäude.

Beim öffentlichen Bau verlief im Jahr 2020 die Umsatzentwicklung eher dynamisch, was zu erwarten war. Im Vorjahr betrug das Umsatzplus noch elf Prozent und dürfte jetzt um weitere acht Prozent zugelegt haben.

Blick in die Zukunft vom Dachdeckerhandwerk

Der Geschäftsausblick für das Dachdeckerhandwerk hängt demnach vom konkreten Betätigungsfeld ab. Im Wohnungsbau ist die Kapazitätsauslastung aufgrund der vollen Auftragsbücher ungebrochen hoch. Rund 50 Prozent der Betriebe melden Auftragsreichweiten von über vier Monaten. Im November 2020 sind für mehr als 333.000 Wohnungseinheiten die Baugenehmigungen erteilt worden. Das sind gegenüber dem Vorjahr 14.000 Wohneinheiten mehr. Für das Jahr 2021 rechnet man ebenfalls mit einer positiven Entwicklung im privaten Wohnungsbau. Rund 300.000 neue Wohneinheiten werden in diesem Jahr erwartet.

Hingegen muss der Wirtschaftsbau mit einer Eintrübung rechnen. Hier hat sich durch die Corona-Pandemie die aktuelle Lage deutlich verschlechtert. Einziger Lichtblick: Durch den Online-Handel hat sich die Nachfrage nach Lagergebäuden positiv entwickelt. Die Nachfrage nach Handelsgebäuden ist dagegen deutlich gesunken. Auch der öffentliche Bau wird aufgrund der gesunkenen Einnahmen aus Gewerbe- und Körperschaftssteuer  und bei den gestiegenen Sozialausgaben sowie Personalmangel eher rückläufig sein. Betrachtet man die Entwicklung jedoch als Gesamtes, so ist ein hohes Potenzial bei Dachdeckern erkennbar.

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