Dämmung nur bei 1 % der älteren Wohnhäuser

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KfW

Das Institut für Wohnen und Umwelt aus Darmstadt hat in Zusammenarbeit mit dem Bremer Energie Institut eine repräsentative Befragung von Hauseigentümern durch die Schornsteinfeger durchgeführt. Betrachtet man den Bestand an Wohngebäuden mit Baujahr bis 1978, so zeigt sich ein Modernisierungsfortschritt beim Wärmeschutz von 25 bis 30 %. Dabei wurden nachträgliche vollständige und teilweise Dämmungen von Außenwand, Dach/Obergeschossdecke, Fußboden/Kellerdecke und der Einbau von Wärmeschutzverglasung berücksichtigt. Umgekehrt ist also pauschal gesprochen bei 70 % bis 75 % der Gebäudehülle im Altbau noch keine Verbesserung des Wärmeschutzes erfolgt.

Berechnet man aus den in den Jahren 2005 bis 2008 durchgeführten Wärmeschutzmaßnahmen die jährliche Modernisierungsrate für Altbauten, so kommt man zu einem Wert von etwa 1,1 % pro Jahr. Dies bedeutet, dass also pro Jahr nur wenig mehr als 1 % des über 30 Jahre alten Wohngebäudebestandes eine Verbesserung des Wärmeschutzes erhalten hat. Bei einer Beibehaltung dieser Rate dauert es noch etwa 65 bis 70 Jahre bis alle Häuser modern gedämmt sind bzw. durch Neubauten ersetzt wurden.

Mehrfamilienhäuser (gemeint sind hier Wohngebäude ab drei Wohnungen) stellen einen wichtigen Sektor des Gebäudebestandes dar. Zwar machen sie insgesamt nur ca. 17 % der deutschen Wohngebäude aus, gleichzeitig befinden sich hier aber etwa 53 % der Wohnungen. Auch die Gruppe der Neubauten (hier definiert als Wohngebäude, die seit 2005 errichtet wurden) ist gemessen am Gesamtbestand relativ unbedeutend. Insgesamt verfügt die Studio über eine Datenbasis von 7.510 ausgewerteten Gebäuden.

Als Vertreter der Eigentümer kamen für die Studie insbesondere Mitarbeiter von Wohnungsunternehmen bzw. bei Eigentümergemeinschaften die Hausverwalter in Frage. Die Durchführung der Datenerhebung erfolgte durch Schornsteinfeger, weil Deutschland flächendeckend und überlappungsfrei in Kehrbezirke eingeteilt ist. Der Bundesverband des Schornsteinfegerhandwerks – Zentralinnungsverband (ZIV) -die Landesinnungsverbände und Innungen haben das aufwendige Projekt maßgeblich unterstützt.

Bei der Dämmung von Bauteilen wurde auch die Dämmstoffdicke und der gedämmte Flächenanteil berücksichtigt. Im Fall der Wärmeversorgung wurden beispielsweise auch ergänzende Wärmeerzeuger (z.B. Solaranlage, zusätzlicher Holzofen) erhoben. Daneben wurde aber auch allgemeinen Angaben zum Gebäude (z. B. Baujahr, Wohnungszahl, Art des Eigentums), zur Bauweise (z. B. Außenwandkonstruktion, Dachtyp) und zu sonstigen Sanierungsmaßnahmen (z. B. Neueindeckung des Daches, Putzerneuerung) Raum gegeben.

Angesichts des formulierten Ziels, die CO 2 -Emissionen in den Industrieländern bis zum Jahr 2050 um mindestens 80 % zu senken, wird deutlich wie viel Arbeit noch für das deutsch Bauhandwerk ansteht. Die Einbeziehung von Heizung und Warmwasserversorgung stellt dabei ein Weiteres Potenzial für Sanierungsaufträge dar.

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