Das Jahr im Bauhandwerk

News , 24.12.2013 , Roland Riethmüller Bild zu: Das Jahr im Bauhandwerk
Foto: Roland Riethmüller

Weihnachten steht vor der Tür und gibt Gelegenheit, die Kelle, den Pinsel oder auch den Hobel mal zur Seite zu legen, um das Jahr Revue passieren und im Kreise der Liebsten ausklingen zu lassen. Wie in den Vorjahren wird auch die Redaktion Meistertipp „zwischen den Jahren“ die Arbeit ruhen lassen und hat sich ein paar Gedanken zum letzten Jahr gemacht.

Mindestlohn und Tarifvertrag

Das Jahr 2013 neigt sich dem Ende. Wir blicken zurück auf ein bewegtes Jahr, in dem nicht zuletzt durch den Wahlkampf erneut viele Veränderungen beim Thema Mindestlohn im Baubereich anstanden. So wurde Anfang des Jahres eine neue tarifliche Regelung zum Urlaubsgeld der Bauarbeiter gefunden. Darüber hinaus konnte im Frühjahr ein neuer Tarifvertrag für die rund 750.000 Beschäftigten im Bauhauptgewerbe geschlossen werden, der neben einer Lohnerhöhung auch eine schrittweise Angleichung der Ost- an die Westlöhne vorsieht. Doch auch in den Gewerke wurde verhandelt: So hat man im Dachdeckerhandwerk beispielsweise einen neuen Mindestlohntarifvertrag geschlossen, sowie im Malerhandwerk die Mindestlöhne insgesamt angehoben. Denn wenn die Vorstände der Baukonzerne gut verdienen, sollen es schließlich auch die einfachen Arbeiter.

Handwerkerbonus und steuerliche Absetzbarkeit

Hart gekämpft wurde ebenfalls für die steuerliche Absetzbarkeit von Handwerkerleistung. Um so erfreulicher, dass im Hinblick auf diese Maßnahme zur Auftragssicherung im Bauhandwerk auch eine positive Einigung mit der Politik erzielt werden konnte. Und das, obwohl bereits auch Studien feststellten, dass die Handwerkerrechnungen insgesamt als nicht überteuert angesehen werden. Die Nutzung steuerlicher Vorteile beispielsweise bei der Dachsanierung ist dagegen oft noch unbekannt und kann daher vom Bauhandwerk zusätzlich als besondere Beratungsleistung angeboten werden.

Ausbildungsförderung

Da der Fachkräftemangel immer noch akut die Baubranche bedroht, wird verstärkt in die Ausbildung investiert. Ein klares Bekenntnis zum Meisterbonus gehört dazu ebenso wie die Förderung fachlicher Höchstleistungen. So haben die Gesellen und Auszubildenden der deutschen Nationalmannschaft auch im internationalen Vergleich bei der WorldSkills in Leipzig, der Weltmeisterschaft der Berufe, ihre hohe Qualität bewiesen. Leider ist im Schnitt die Abbruchquote bei Ausbildungen immer noch zu hoch und wird vom Dachdeckerhandwerk mit 36 Prozent angeführt.

Fehlerkosten bei Großprojekten

Zu den größten Ärgernissen der heutigen Zeit zählen auf jeden Fall die beunruhigenden Fehlerkosten bei Großprojekten, die schön öfters ihre Defizite im Projektmanagement offen gelegt haben. Aber auch im Kleinen gab es im scheidenden Jahr Missstimmung über erneute Maschen zur Abzocke der Handwerksbetriebe oder schlicht dem Missbrauch der Imagekampagne des Handwerks.

Weitere Veränderungen

Veränderungen gab es bei MyHammer mit dem neuen Markenauftritt. Vor allem jedoch kündigt sind im SHK-Bereich ein grundlegender Wandel im dreistufigen Vertriebsweg an. Es bleibt spannend in den nächsten Jahr. Meistertipp wird berichten und bedankt sich an dieser Stelle für die Treue.

Wir wünschen allen Leserinnen und Lesern frohe Weihnachten und einen erfolgreichen Start ins neue Jahr!