Deutsche Bauwirtschaft plant derzeit keinen Stellenabbau

News | Frank Kessler | 06.07.2020
Deutsche Bauwirtschaft plant derzeit keinen Stellenabbau
Foto: Roland Riethmüller

Laut Daten des Statistischen Bundesamts ist die Gesamtwirtschaft in Deutschland stark von der Corona-Pandemie betroffen. Umfragen deuten sogar darauf hin, dass sich die deutsche Wirtschaft bereits in einer Rezession befindet. Trotzdem haben die schlechten Aussichten noch kein Anlass für einen Stellenabbau im Baugewerbe gegeben. Noch immer geht sogar ein kleiner Teil der befragten Betriebe davon aus, in den nächsten drei Monaten das Personal aufzustocken.

Die Daten des Statistischen Bundesamts machen es deutlich, die deutsche Wirtschaft ist von der Corona-Krise sehr stark betroffen. Die gesamtwirtschaftliche Produktion ist seit dem Ausbruch der Corona-Pandemie im ersten Quartal 2020 um 2,2 Prozent gesunken. Das letzte mal geschah dies während der Finanzkrise. Laut den Umfragen befindet sich damit die deutsche Wirtschaft in der Rezession. Gezeigt hat sich aber auch, dass die Bauwirtschaft davon kaum betroffen ist. Im Bauhauptgewerbe lag die Produktion nur zwei Prozent unter dem Niveau von Februar und ist seither kaum gesunken. Die Betriebe planen deshalb keinen Abbau von Stellen.

Die Baubetriebe haben immer noch ein gutes Auftragspolster

Umfragen des Ifo-Instituts haben zwar ergeben, dass der Teilindex für das Bauhauptgewerbe negativ ausfällt, doch es zeigt sich auch, dass es eher die Erwartungen sind, die negativ geprägt sind. Nur ein Drittel der befragten Baubetriebe rechnet innerhalb der nächsten sechs Monate mit einer Verschlechterung. Die Details beweisen aber auch, dass die Baubetriebe immer noch ein gutes Auftragspolster haben. So sind im Schnitt noch für rund vier Monate Aufträge vorhanden. Allerdings ist dieser Wert leicht gesunken. Rund 18 Prozent der Betriebe gaben an, dass Stornierungen ihre Bautätigkeit behindern würden.

Noch keine Personaländerung in Sicht

Die schlechteren Zukunftsaussichten haben aber noch nicht zu Änderungen in der Personalplanung geführt. Eine kleine Zahl der befragten Betriebe rechnet in den nächsten drei Monaten sogar mit einer Personalaufstockung. Das deckt sich auch mit der quartalsmäßigen Sonderumfrage nach Behinderungen in der Produktion. Demnach leiden immer noch 19 Prozent der Befragten unter dem Abwerben von Personal. Dieser Anteil sei zwar niedriger als in den Quartalen zuvor, liege aber immer noch über dem Durchschnitt. Der Grund dafür könne aber auch sein, dass ausländische Arbeitnehmer teilweise nicht in gewohnter Form zur Verfügung stehen, da die Grenzen zeitweise geschlossen waren und es Reisebeschränkungen gab. Darin sehen die Betriebe teilweise Kapazitätsengpässe.

Weitere Steigerung der Ausbildungszahlen

Weitere Hinweise der Personalplanung ergeben sich auch aus den Zahlen der neuen Ausbildungsverträge. Von März bis Mai erfassten die Sozialkassen der Bauwirtschaft (SOKA-Bau) zwei Prozent mehr Ausbildungsverträge als im vergangenen Jahr. Abschließend lasse sich sagen, dass die Corona-Pandemie zu keinem wesentlichen Stellenabbau in der Bauwirtschaft geführt habe. Die indirekten Auswirkungen der Corona-Krise in Form von sinkenden Auftragseingängen im Wirtschafts- und Wohnungsbau werden demnach erst in den kommenden Monaten zu spüren sein.

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