Deutschland erfolgreich bei „WorldSkills 2013“ in Leipzig

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Foto: WorldSkills Germany

Am Wochenende ging die „WorldSkills 2013“ in Leipzig zu Ende, und die Deutschen Teilnehmer konnten durch die Bank weg Erfolge feiern. Insgesamt zwei mal Gold, fünf mal Silber und vier mal Bronze, zusätzlich zahlreiche Excellence-Auszeichnungen und eine Gold-Medaille in einer nicht-offiziellen Disziplin waren die überragende Deutsche Bilanz der diesjährigen Berufsweltmeisterschaft. Deutschland platzierte sich damit insgesamt auf dem 7. Rang und bewies wieder einmal die hohe Qualität der dualen Ausbildung.

Nach langen vier Jahrzehnten war Deutschland endlich wieder Ausrichter der „WorldSkills 2013“. Damit feierte der Wettbewerb in Leipzig sein 42. Jubiläum. Rund 200.000 Besucher kamen an den vier Wettkampftagen zum Leipziger Messegelände, um die angetretenen rund 1.000 Teilnehmer aus Industrie, Handwerk und Dienstleistung aus 46 verschiedenen Berufen anzufeuern. Damit war es der größte Berufswettbewerb aller Zeiten. Die Teilnehmer aus den insgesamt 53 Ländern durften dabei nicht älter als 22 Jahre sein. Im Medaillenspiegel siegt Korea mit 23 Medaillen vor der Schweiz mit 17 und Chinese Taipei mit 18 Medaillen. Deutschland belegte mit 11 Medaillen in der Gesamtwertung den 7. Platz unter allen teilnehmenden Ländern.

Vor allem die Bauberufe räumten ordentlich ab. Das für fünf Berufe angetretene Nationalteam im Bauhandwerk holte jeweils eine Goldmedaillen im Fliesenleger- und Stuckateurshandwerk, eine Bronzemedaille im Zimmererhandwerk, sowie eine Medaille of Excellence für das Maurerhandwerk und eine Goldmedaille für den noch nicht-offiziellen Wettbewerbsberuf im Straßenbau. Vielleicht beflügelte gerade der Austragungsort das sechsköpfige Baugewerbe-Nationalteam in besonderem Maße.

Der Gold-Medaillen-Sieger im Fliesenlegerhandwerk wurde der 22-jährige Björn Bohmfalk aus Niedersachsen. Dass Bohmfalk durch außerordentliche Leistung überzeugt, zeigt sich auch an seinem bereits gewonnenen Europameistertitel. Dank eiserner Nervenstärke und präziser Arbeit bewältigte er seine gestellte Aufgabe mit Bravour. Aufgabe der Fliesenleger war es an vier Wettkampftagen, zwei Wände und einen Boden zu fließen. Eine Wand sollte die Landkarte Deutschlands in den Nationalfarben Schwarz Rot Gold darstellen, die andere war das Brandenburger Tor. Der Boden wurde mit dem Schriftzug „2013“ versehen. Insgesamt waren die notwendigen Handgriffe sehr aufwändig und mit viel filigranem Fingerspitzengefühl verbunden. Bohmfalk war dieser Aufgabe gewachsen und hat die Goldmedaille am Ende verdient gewonnen.

Auch bei den Stuckateuren konnte eine Goldmedaille eingeheimst werden. Hier gewann der 21-jährige Andreas Schenk aus Baden-Württemberg das begehrte Edelmetall. Schenk bewältigte seine Aufgabe ebenfalls mit herausragender Leistung. Dabei staunten sogar erfahrene Stuckateure über sein Können im Freestyle-Modul der Disziplin. Die feste Vorgabe für alle Wettstreiter war es, einen Trockenbau mit Wänden zu erstellen. Darüber hinaus mussten auch Türen und Fenster sowie Akustikelemente geplant werden. Freie Hand hatten die Wettberber dann im erwähnten Freestyle-Modul. Schenk entschied sich dabei für eine dreidimensionale Nachbildung des WorldSkills-Logos. Durch Stuckformen und eine neuartige Zugtechnik verschlug es sogar versierten Experten die Sprache über seine Leistung. „Eine derartige Technik haben wir noch nie gesehen. Sensationell“, war sich das gesamte Nationalteam der Stuckateure einig.

Das dritte Gold im Wettbewerb ging an eine gänzlich neue Berufsgruppe des Bauhandwerks – die Straßenbauer. Noch ist dieses Gewerk nicht als offizielle Disziplin vertreten und daher traten in diesem Jahr insgesamt gerade einmal vier Teams an. Die Aufgabe dieser vier Doppelteams war es, einen Wendehammer zu erstellen. Das Besondere daran war die Weltkugel im oberen Bereich, die geformt wurde. Dabei wurden die Kontinente durch fünf Kreise gepflastert. Im unteren Teil des Wendehammers wurde mit dem Schriftzug „Leipzig“ abgerundet. Die jeweils 21jährigen Straßenbauer Robin Berger aus Sachsen und Sebastian Full aus Bayern bewiesen grandiose Teamarbeit. Sie meisterten ihre Aufgabe herausragend und wurden zu Recht mit Gold belohnt.

Die Zimmerer entschieden das Rennen für sich mit einer Bronze-Medaille. Der 21-jährige Andreas Fichter aus Baden-Württemberg war bereits im Jahr 2010 Deutscher Meister und im letzten Jahr Europameister in der Einzel- und Nationalwertung geworden. Somit muss sich Fichter überhaupt nicht hinter seiner Bronze-Medaille verstecken. Seine Aufgabe war es, eine Holzkonstruktion mit Dachstuhl und Gaube nachzubilden. Dabei wurden drei verschiedene Module genutzt, die stets nacheinander zu erarbeiten waren. Aus den sieben besten Werkstücken wurde dann ein Pavillion erstellt, der nach dem Wettbewerb einem Kindergarten übergeben wird.

Im Maurerhandwerk wurde eine Medaille of Excellence vergeben. Der 21-jährige Sebastian Wichern ist bereits im Jahr 2011 deutscher Meister im Maurerhandwerk geworden und belegte im letzten Jahr bei den EuroSkills einen erfolgreichen dritten Platz. Bei den „WorldSkills 2013“ bekam er die Medaille of Excellence verliehen. Die Aufgabe der Maurer war es, in den vier Tagen drei Wände zu errichten. Es wurden dabei jeweils das Leipziger Völkerschlachtdenkmal, der Bundesadler und das Brandenburger Tor abgebildet. Da hier viel Präzision durch Schrägschnitte u.ä. abverlangt wurde, galt die Disziplin dieses Jahr als eine der schwersten in der Geschichte der WorldSkills. Dennoch war Wichern seiner Aufgabe herausragend gewachsen.

Die großartigen Erfolge der einzelnen Gewerke im Bauhandwerk bestätigen einmal mehr mit Nachdruck, welch hohe Qualität der Nachwuchs im Handwerk offeriert. Dadurch wird auch wieder einmal deutlich, welche Leistung im Grunde die duale Ausbildung erbringt und welchen Mehrwert sie bietet. Es gilt weiterhin alle Anstrengungen darauf zu konzentrieren, Nachwuchs zu gewinnen und das duale System weiter zu stärken.

Fotos von der WorldSkills 2013:
Fliesenleger
GaLaBauer
Maurer
SHK-Installateure
Straßenbauer
Zimmerer

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