Deutschlands höchstes Holzhochhaus entsteht in Hamburg

News | Frank Kessler | 26.10.2020
Deutschlands höchstes Holzhochhaus entsteht in Hamburg
Foto: Störmer, Murphy & Partners

Wer sagt denn, dass man mit Holz keine Hochhäuser bauen kann? Im Quartier Elbbrücken in Hamburg entsteht das aktuell höchste Holzhochhaus von Deutschland mit einer Gesamtfläche von circa 22.400 qm auf bis zu 19 Stockwerken. Dabei ist die "Wildspitze", wie das neue Gebäude genannt wird, kein reines Wohnobjekt sondern bietet neben 180 Wohnungen auch Ausstellungsflächen für eine gemeinnützige Verwendung.

Müssen Hochhäuser immer aus Ziegeln, Stahl oder Beton gebaut werden? Mitten in der Diskussion um die "bessere" Bauweise macht ein neues Holzbau-Projekt von sich reden. Denn der mit der Planung des derzeit höchsten Holzhochhauses beauftragte Architekt Jan Störmer vom Architekturbüro Störmer Murphy and Partners hat dazu eine klare Meinung und findet, dass die Zeit reif ist, um die vielfältigen Möglichkeiten von Holz auszuschöpfen. Entwickelt wurde das neue Holzhochhaus von Garbe Immobilien-Projekte und der Deutsche Wildtier-Stiftung. Die Fertigstellung ist für das Jahr 2023 geplant. Ursprünglich sollte das nachhaltige Bauvorhaben bereits im Jahr 2018 begonnen und 2021 fertiggestellt werden. Wenn das neue Holzhochhaus im Jahr 2023 fertiggestellt ist, wird es das höchste Holzgebäude Deutschlands sein.

Holzhochhaus mit einer schützenden Glasfassade

Das Bauvorhaben besteht aus einem sechsgeschossigen Gebäudeteil und einem 65 Meter hohen Wohnturm. Dieser ist 19-geschossig und besitzt eine gläserne Fassadenhaut, die individuell geöffnet werden kann. Diese zusätzliche Fassade dient gleichzeitig als Lärm-, Witterungs- und Brandüberschlagsschutz für die dahinter liegende Konstruktion aus Massivholz. Jede Wohnung hinter der Glashülle bekommt eine großzügige Loggia. Zur Sicherung der Statik hat das Gebäude einen Kern aus Stahlbeton für das Treppenhaus und die Aufzugsschächte. Zusätzlich werden die unteren Geschosse zum Schutz vor Hochwasser mit Beton errichtet.

Die Deutsche Wildtierstiftung wird den unteren Teil des Gebäudes als Ausstellungsfläche mit einer gemeinnützigen Charakter nutzen. Außerdem bezieht die Stiftung in den Obergeschossen mit ihren 35 Mitarbeitern Büroräume. Mit diesem Projekt stellt sich das Unternehmen auch den Herausforderungen des Bauens in der Zukunft. Schon während des Bauens soll ein großer Anteil heranwachsender Rohstoffe verwendet werden. Dadurch soll auch gleichzeitig die Bauzeit verkürzt werden.

Der Baustoff Holz und seine natürlichen Vorteile

Zu den natürlichen Vorteilen von Holz zählt unter anderem die gute Dämmeigenschaft. Außerdem schafft Holz ein behagliches Raumklima. Das sind Eigenschaften, die Holz als Baustoff attraktiv machen. Die internationale Entwicklung zeigt, dass es keinen Widerspruch zwischen Holzbau und Hochhaus gibt. In Wien sind bereits Holzhochhäuser mit einer Gesamthöhe von 84 Metern entstanden, in Amsterdam von rund 73 Metern und in Vancouver von circa 52 Metern. "Das Projekt ‘Wildspitze’ mit seiner experimentellen, höchst anspruchsvollen Holzbauweise passt hervorragend in das Quartier Elbbrücken und wird dessen hohen Nachhaltigkeitsstandards und Innovationskraft sehr gut repräsentieren”, freut sich Prof. Jürgen Bruns-Berentelg, Vorsitzender der Geschäftsführung der HafenCity Hamburg. “Die Deutsche Wildtier Stiftung mit ihrer multimedialen Ausstellung und umfangreichen naturpädagogischen Angeboten bereichert das Kultur- und Bildungsprogramm nicht nur der HafenCity, sondern ganz Hamburgs."

Umweltfreundliches und kostenbewusstes Bauen

“Dank des Holzes können wir voraussichtlich 26.000 Tonnen Kohlenstoffdioxid einsparen, die ansonsten bei Herstellung, Transport oder auch im Rahmen der Entsorgung anderer Baumaterialien anfallen würden”, betont Fabian von Köppen, Geschäftsführer der Garbe Immobilien-Projekte. “Zudem versuchen wir, sparsam mit dem Holz umzugehen, sodass wir möglichst wenig davon benötigen.“ Mit Hilfe einer modularen Vorfertigung und Montage vor Ort sollen darüber hinaus Zeit und Kosten eingespart werden. Zusammen mit einer intelligenten Logistik auf der Baustelle soll besonders umweltfreundlich gebaut werden.

Aktuelle Kommentare zum Beitrag.

Wir stellen diese Frage, um automatisierten Spam zu verhindern.

Das könnte Sie auch interessieren.