Die vier wichtigsten Trends der Bauzulieferindustrie

Die vier wichtigsten Trends der Bauzulieferindustrie
Foto: Roland Riethmüller

Welches sind die Trends, mit denen sich die Bauzulieferindustrie zunehmend beschäftigen sollte? Laut einer aktuellen Untersuchung gehören vor allem vorgefertigte Bauelemente und Funktionseinheiten dazu. Ein wichtiger Trend ist jedoch auch der verstärkte Ertrags- und Absatzdruck bei Herstellern aufgrund der Corona-Pandemie. Doch die Berater empfehlen auch einen Blick auf zielgruppen- und nutzenorientierte BIM-Strategien sowie zukunftsfähig konzipierte Datenmodelle für den Blick auf Zielgruppen und deren Customer Journey.

Aus Sicht der Unternehmensberater von Dr. Wieselhuber & Partner (W&P) liefert die Bauzulieferindustrie mit der Entwicklung von Fertigmodulen Antworten auf diverse Herausforderungen moderner Baustellen. Zu ihnen gehören limitierter Platz, die Witterungsbedingungen sowie hohe Anforderungen an die Ausführungsqualität und Effizienz. Als Beispiele für den Trend zur Modulierung und Vorfertigung in der Bauzulieferindustrie nennt Analyst Florian Kaiser unter anderem vorab fertiggestellte Fassadenmodule, Betonfertigteile sowie komplette Funktionseinheiten wie vorgefertigte Bäder.

Corona-Pandemie erhöht Absatz- und Ertragsdruck

Trotz nach wie vor voller Auftragsbücher im Handwerk bedrohen Engpässe durch fehlende Grundstücke und verzögerte Projekte den Absatz der Hersteller bauspezifischer Produkte. Hinzu kommt laut W&P die aktuelle Tendenz bei den Verarbeitern von Bauprodukten, auf margenarme Standardlösungen zu setzen und auf neue und anspruchsvolle Systeme der Hersteller zu verzichten. Als Folge kommt es laut Analyse zu einem Margen- und Absatzdruck. Zu den Möglichkeiten, dieser Auswirkung effektiv zu begegnen, gehören neue Marktstrategien sowie neue Lösungen im Produktportfolio, Effizienzsteigerungen, Formen der Diversifikation und eine Digitalisierung des Vertriebs. Laut der Analyse sind das die Wachstumsquellen für die Bauzulieferindustrie in den nächsten zwölf bis 18 Monaten.

Digitalisierung bleibt Megatrend

Zu den besonders wichtigen Aufgaben der Bauzulieferer gehören laut W&P Lösungen gegen die Intransparenz beim Blick auf Kunden und deren Customer-Journey, die sie bis zu einem Kauf zurücklegen. Bisher seien Informationen darüber häufig auf mehrere Systeme verteilt oder gar nicht vorhanden. Zukunftsfähig konzipierte Datenmodelle können dafür sorgen, dass Akteure der Branche ihre Zielgruppen wirklich kennenlernen, die Customer Journey aktiv gestalten und den Ressourceneinsatz klug steuern. Das könne den Markterfolg messbar und dauerhaft steigern, schreibt W&P im “Trendometer 2021”.

BIM-Strategie mit allergrößter Wichtigkeit

Als wichtigsten der genannten Trends mit einer 10 auf einer Wichtigkeitsskala von 1 bis 10 nennt Kaiser eine fundiert erarbeitete BIM-Strategie, um die Zielgruppen Fachplaner und Verarbeiter digital zu erreichen. Solch eine Strategie ist aus Sicht des Analysten ein wichtiger Beitrag zur Zukunft des Handels und der Hersteller in der Bauzulieferindustrie. Building Information Modeling (BIM) bildet ein Bauprojekt digital ab und vereinfacht so die Kommunikation aller am Projekt Beteiligten auf einer einheitlichen Datenbasis.

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