DigiRAB: mehr Arbeitssicherheit durch digitalisierte Baustellen

News | Frank Kessler | 30.07.2020
DigiRAB: mehr Arbeitssicherheit durch digitalisierte Baustellen
Foto: Züblin

Digitale Prozesse am Bau sorgen dafür, dass die Arbeitssicherheit auf den Baustellen erhöht wird. Das ergaben die Forschungsergebnisse des DigiRAB Forschungsprojekts "Sicheres Arbeiten auf der digitalisierten Baustelle". Grundsätzlich sind die Mitarbeiter auf den Baustellen einer größeren Gefahr ausgesetzt als in anderen Branchen. Bei dem Forschungsprojekt ergaben sich digitale Lösungen, um die Unfallgefahr zu minimieren.

Federführend bei diesem Projekt war die Ruhr-Universität Bochum (RUB). Gemeinsam mit den Projektpartnern ZÜBLIN, Topcon, thinkproject und Selectronic wurde seit April 2017 eine Cloud-basierte digitale Plattform entwickelt, um den Arbeitsschutz auf den Baustellen zu erhöhen. Gefördert wurde das Programm vom Bundesministerium für Bildung und Forschung (BMBF) und dem Europäischen Sozialfonds (ESF). Wann die konkreten Ergebnisse veröffentlicht werden, ist derzeit noch nicht bekannt. Wegen der Corona-Pandemie musste die in der STRABAG-Konzernlehrwerkstatt geplante Veranstaltung abgesagt werden.

Durch die digitale Technik wird das Unfallrisiko auf den Baustellen gesenkt

Die Arbeitnehmerinnen und Arbeitnehmer auf Baustellen sehen sich ständiger Gefahren durch Unfälle mit Baumaschinen, Abstürze aus großer Höhe oder durch den unsachgemäßen Umgang mit Geräten ausgesetzt. Jahr für Jahr werden in Deutschland auf den Baustellen mehr als 100.000 Arbeitsunfälle gemeldet. "In DigiRAB haben wir digitale Lösungen gefunden, um dieses hohe Unfallrisiko im Baugewerbe signifikant zu reduzieren", bilanziert RUB-Projektleiter Dr. Jochen Teizer vom federführenden Lehrstuhl für Informatik im Bauwesen. Die dreijährige Projektlaufzeit brachte das Ergebnis, dass die Digitalisierung zur Gefahrenprävention genutzt werden kann. Alle Partner dieses Forschungsprojekts haben einen großen Beitrag zur Umsetzung des BIM-Gedankens und die ersten Ansätze für die Umsetzung geleistet. Schließlich ist es Pflicht, die Fachkräfte mit modernsten Technologien auf den Baustellen zu schützen. Die Möglichkeiten der Digitalisierung werden nur zum Teil genutzt.

BIM-Werkzeuge für eine sichere Bauabwicklung und für mehr Arbeitssicherheit

Zur digitalen Planung der Arbeitssicherheit wurden Werkzeuge entwickelt, um BIM-Inhalte zur sicheren Bauabwicklung zu erzeugen. Um den Arbeitsschutz im Baustellenbetrieb zu verbessern, wurde ein digitales Warnsystem mit RFID-Technik entwickelt. Die Sensoren an den Baumaschinen warnen im Gefahrenfall akustisch und optisch die Beteiligten. Denkbar wäre auch ein Bussystem, um die Maschinen automatisch bei Gefahr zu stoppen oder zu verlangsamen. Die Arbeitssicherheitsausbildung ist sehr von Theorie geprägt. Praktische Lehreinheiten haben ihre Grenzen. Deshalb wurden eigens VR- und AV-Simulationen entwickelt, um die Gefahren und Risiken einer Fehlbedienung realitätsnah zu verdeutlichen. Der sichere Umgang mit den Arbeitsmaschinen lässt sich nun auch realitätsnah in einer virtuellen Umgebung erlernen. Das funktioniert auch abseits der Baustelle.

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