Digitale Transformation erhöht Druck auf Bauzulieferer

News , 24.07.2019 , Frank Kessler Digitale Transformation erhöht Druck auf Bauzulieferer
Foto: Roland Riethmüller

Lassen Bauzulieferer aktuelle Themen wie die Digitalisierung und Künstliche Intelligenz ungenutzt, haben sie das Nachsehen. Denn die digitale Transformation erzeugt ordentlich Druck auf sie. Politische Entscheidungen wie das verbindliche Building Information Modeling (BIM) für kommende Infrastrukturprojekte des Bundes und der Vertrieb tausender Produkte definieren neue Herausforderungen, aber zugleich auch neue Chancen.

Bei Infrastrukturprojekten des Bundes sollen ab dem Jahr 2020 alle baurelevanten Daten auf einer Plattform gesammelt werden, sodass ein einheitliches Datenmodell entsteht. Das ermöglicht effizientere Bauprozesse durch eine einfachere und transparentere Planung für Architekten, Fachplaner, Hersteller, Großhändler und Verarbeiter.

Für Bauzulieferer, die von solchen Projekten des Bundes profitieren möchten und die bei der Digitalisierung noch zurückstehen, bedeutet das aber auch: Sie sollten sich für die Transformation zum digitalen Unternehmen nicht mehr allzu viel Zeit lassen. Für sie bietet die BIM-Initiative vom Bund zugleich die Chance, näher und direkter an Planer und Architekten als neue Kundengruppen heranzurücken. "Der Einfluss des Großhandels schwindet", erklärt die IBS Technology GmbH nach einer ausführlichen Befragung von Branchenunternehmer

Die Digitalisierung optimiert Geschäftsprozesse

Der gelungene digitale Wandel eines Bauzulieferers kann sowohl den Vertrieb mehrerer tausend Produkte als auch die Auftragsbearbeitung vereinfachen. In einer CRM-Lösung (Customer-Relationship-Management) lassen sich auftragsrelevante Daten schnell abrufen; mehrfache Dateneingabe und Datenhaltung wird unnötig. Das gilt auch dann, wenn Angebote für Kunden erstellt und von denen angenommen werden. Oft müssen aktuell dann anhand des eingehenden Auftrags nochmals Daten eingegeben werden. Weil die Kommunikation zwischen Innen- und Außendienst nicht immer optimal verläuft, sind die Daten zwar vorhanden, jedoch nicht verfügbar. Hier kann die Digitalisierung wichtige Lösungen für effizientere Prozesse anbieten.

Datenanalysen bieten Chancen für Vertrieb und Marketing

Die digitale Transformation und damit einhergehende Datenanalysen können für Bauzulieferer weitere Vorteile bringen, weiß IBS. Bei der Bewertung von Stakeholder-Analysen und der Darstellung von Lieferketten unterstützen die Betriebe moderne Technologien wie Künstliche Intelligenz (KI), Natural Language Processing (NLP), Machine Learning (ML) und Predictive Analytics.

"Durch die neuen Digitalisierungsmaßnahmen können wir erreichen, dass wir unseren Vertrieb bei der Qualifizierung der Leads deutlich verbessern können", bestätigt Cagatay Ulukan, Teamleiter Controlling und Prozesse bei der Messer Group. Unternehmen haben durch die neuen Technologien aber nicht nur die Chance, ihre Marketing- und Vertriebsabteilungen effizienter zu gestalten. Sie können zudem stabilere Kundenbeziehungen aufbauen und Umsatzpotenziale identifizieren.