Digitalisierung am Bau – es mangelt an der Umsetzung

Digitalisierung am Bau - es mangelt an der Umsetzung
Foto: Roland Riethmüller

Fast alle Unternehmen der Bauwirtschaft sehen Vorteile durch die Digitalisierung, aber die Einführung bereitet den meisten Betrieben trotzdem noch erhebliche Probleme. Daher warten viele Bauunternehmen erstmal noch ab. Grundsätzlich sei die Bauwirtschaft zwar offen für neue Wege, doch es fehle die strategische Planung. Teilweise kommt auch Widerstand von den Mitarbeitern, was meisten am fehlenden Know-how liegt. Trotzdem seien alle Hürden überwindbar.

Mit einem Anteil von 90 Prozent sieht die Mehrheit der Unternehmen der Bauwirtschaft zwar Vorteile durch die Digitalisierung. Trotzdem haben viele Betriebe Schwierigkeiten mit der Umsetzung. Das ist das Ergebnis einer aktuellen Umfrage unter 2.655 Beschäftigten durch Lectura im Auftrag von Klickrent, der digitalen Mietplattform für Baumaschinen und Bautechnik. Demnach sehen 30 Prozent der Befragten den Vorteil der Kostensenkung und 29 Prozent den Benefit der Zeitersparnis. Zwölf Prozent der Umfrageteilnehmer sehen darüber hinaus Vorteile bei der Datensammlung und Analyse. „Durch die Auswertung größerer Datenmengen lassen sich verschiedene Unternehmensfelder optimieren“, erklärt Digitalisierungsexperte und Klickrent-Geschäftsführer Tobias Sudbrock. „Sie geben zum Beispiel Aufschluss darüber, wie ein Angebot oder ein Produkt von Kunden genutzt wird, sodass Unternehmen es zum Beispiel exakter auf eine konkrete Zielgruppe zuschneiden können, ihr Marketing entsprechend effizienter ausrichten, das Kundenerlebnis und damit die Kundenbindung verbessern können.“

Erste Schritte in Richtung Digitalisierung am Bau

Zwar erklären 77 Prozent der Befragten, dass in ihrem Unternehmen bereits erste Maßnahmen zur Digitalisierung eingeleitet wurden. Hierzu zählen vor allem Bereiche, in denen die Digitalisierung am leichtesten fällt, wie die Kommunikation (29 Prozent), interne Arbeitsprozesse (17 Prozent) und Lieferanten-/Partnermanagement (12 Prozent). Dabei sehen sich jedoch 52 Prozent eher als Mitläufer und Abwartende. Nur 21 Prozent halten sich für Pioniere. Insgesamt gesehen ist die Digitalisierung bei 23 Prozent in ihrem Unternehmen noch überhaupt kein Thema. Rund 25 Prozent der Befragten wollen sogar überhaupt keine Schritte in Richtung Digitalisierung unternehmen. „Diese Ergebnisse überraschen, wenn man bedenkt, dass den Befragten die wichtigsten und enormen Vorteile digitaler Prozesse bewusst sind und wir davon ausgehen dürfen, dass jedes Unternehmen das Ziel hat, möglichst effizient und wirtschaftlich zu arbeiten“, kommentiert Sudbrock.

Der Faktor Mensch spielt eine große Rolle bei der Umsetzung

Auf die Frage hin, was die Unternehmen von der Digitalisierung abhalte, macht sich die menschliche Komponente bemerkbar: So führen 44 Prozent der Befragten an, dass die Geschäftsführung digitale Schritte verhindern würden. Widerstand von den Mitarbeitern wird von 13 Prozent genannt und fehlendes Wissen geben elf Prozent an. Trotzdem macht die Umfrage deutlich, dass mangelndes Wissen oder eine ablehnende Haltung nicht die wahren Gründe für die Zurückhaltung bei der Digitalisierung sind. Vielmehr fehle es an der Umsetzung. Die Umfrage zeigt folglich, dass in der Bauwirtschaft noch ein großes Potenzial in Richtung Digitalisierung vorhanden sei. Denn alle Hürden seien überwindbar.

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