Digitalisierung Bauwirtschaft scheitert am trägen Netzausbau

News | Frank Kessler | 11.11.2020
Digitalisierung Bauwirtschaft scheitert am trägen Netzausbau
Foto: Roland Riethmüller

Zwar geht die Digitalisierung in der Wirtschaft gut voran, allerdings hinkt die Bauwirtschaft deutlich hinterher. Das Problem liegt im langsamen Netzausbau. Was das betrifft, ist Deutschland ein Entwicklungsland. Doch nicht nur das ist ein Problem. Sorge bereitet auch die mangelnde EDV-Ausstattung von Genehmigungsbehörden und Bauverwaltungen. Außerdem befinden sich die Mitarbeiter immer noch im Home-Office und sind deshalb nicht zu erreichen. Das bedroht zunehmend die Auftragslage der Bauunternehmen.

Deutschland leidet unter einer unzureichenden Netzinfrastruktur. Mit diesem Fazit trifft der eigens eingerichtete Arbeitskreis Digitalisierung der Bundesvereinigung mittelständischer Bauunternehmen (BVMB) den Nagel auf den Kopf. "Deutschland zählt in diesem Punkt zu den Entwicklungsländern", kritisiert BVMB-Hauptgeschäftsführer Michael Gilka den schleppenden Glasfaserausbau. Das merken besonders die Bauunternehmen, wenn sie große Datenmengen verschicken müssen. Aber auch die Ausstattung der Verwaltung und die Versorgung mit entsprechender Software bereitet der Bauwirtschaft Sorgen.

Fehlende flächendeckende Netzabdeckung bremst Digitalisierung am Bau

Die Bauwirtschaft arbeitet heute bereits im wesentlichen digital und das nicht nur im Bezug auf digitale Rechnungen. Viele Bauunternehmen haben auch ihre Unternehmensstruktur digitalisiert. Das betrifft die Disposition von Baumaschinen und der Zulieferer. Die Probleme treten an anderer Stelle auf, wenn zum Beispiel digitale Aufnahmen der Baustelle zu einem Planer oder in die Unternehmenszentrale gesendet werden sollen. "Da wird es oft zappenduster, weil die Leitungen so unzureichend sind, dass entweder auf der Baustelle gar kein Internet oder nur eines mit einer Geschwindigkeit zur Verfügung steht, das ein vernünftiges Arbeiten unmöglich macht", klagt Gilka. Das ist besonders in ländlichen Gebieten eine Katastrophe. Hier geht einfach der Glasfaserausbau nicht voran. So werden abgeschriebene Kupferkabel aufgepimpt, statt neue Glasfaserkabel zu verlegen. Deshalb geht die klare Forderung an die öffentliche Hand, für einen zügigeren Ausbau des Netzes zu sorgen.

Mangelnde IT-Infrastruktur in Behörden bedroht die Bauwirtschaft

Sorge bereitet ab er auch die fehlende Erreichbarkeit der Behörden. Viele Mitarbeiter sind immer noch wegen der Corona-Pandemie im Home-Office und nicht zu erreichen. Das bedeutet ein Austrocknen der Auftragslage. Denn wenn im nächsten Jahr der Auftragsvorrat aus dem Jahr 2020 aufgebraucht ist, wird es laut BVMB kritisch. Es droht ein konjunktureller Motorschaden, wenn nicht sofort eingegriffen wird. Eine gut funktionierende Digitalisierung ist nur durch einen schnellen Netzausbau zu erreichen. Im Hinblick auf die kommende Bundestagswahl 2021 kann das nicht das Ziel der Regierung sein.

Aktuelle Kommentare zum Beitrag.
  (Geschrieben von Schiller Ralf am 12.11.2020 )

Mir ist das Statement: "Außerdem befinden sich die Mitarbeiter immer noch im Home-Office und sind deshalb nicht zu erreichen." aufgestoßen, weil ich es für unkorrekt halte.

Wir sind ein großes Dienstleistungsunternehmen aus der Baubranche und unsere Mitarbeiter hatten schon vor der Coronakrise die Möglichkeit ihre Arbeit im Homeoffice zu verrichten.

Durch den Lockdown haben der größte Teil der Mitarbeiter ihre Planungsarbeit von zu hause aus verrichtet. Und sie waren durchgehend erreichbar per Calls, per Email oder eben Telefon. Egal an welchem der Standorte in Deutschland. Halte die Aussage für völlig überzogen. 

Aber ich stimme der Aussage zu, dass Deutschland eine unzureichende Netzinfrastruktur besitzt.

 

  (Geschrieben von Holger Jäger am 12.11.2020 )

Im Breitbandausbau und im Mobilfunkbereich ist Deutschland noch Entwicklungsland.
Das stimmt.

Die Planungsbüros sind schon lange durchdigitalisiert und Home-Office funktioniert dort i.d.R. sehr gut. Die Mitarbeiter sind dann selbstverständlich auch erreichbar für Kunden, Auftraggeber und Auftragnehmer. Sonst wäre es ja Urlaub und kein HomeOffice. Bei uns und unseren Projektbeteiligten ist da auf jeden Fall so.

Auf den Baustellen ist ein ausgedruckter A0-Plan immer noch das Maß der Dinge, denn keiner möchte ständig mit einem Smartphone in der Hand rumlaufen und mehr Zeit mit ein- und auszoomen verbringen, als mit bauen. Und mit Handschuhen ist das sowieso kaum möglich.

Außerdem: wenn die Pläne richtig sind, und auch danach gebaut wird, muss selten so schnell etwas geklärt werden mit großen Datenübertragungen, als dass der Bauleiter/Bauüberwacher nicht mal 200m oder 500m laufen kann, wo wieder mobiles Netz in ausreichender Qualität zur Verfügung steht. Leitungsgebundenes Internet ist auf Baustellen sowieso eher die Ausnahme.

Und die Behörden? Selbst bei guter Ausstattung und Mitarbeitern, die auch digital gut unterwegs sind, werden die Bearbeitungszeiten dadurch nicht kürzer. Wenn Baugenehmigungen bis zu 6 Wochen Regelbearbeitungszeit haben, nutzt auch die beste Digitalisierung nichts. Die Baugenehmigung oder Prüfberichte  einzuscannen und dem Bauherren/Entwurfsverfasser vorab zukommen zu lassen, kenne ich seit 20 Jahren. Das Papier folgt dann am nächsten Tag per Post.

Ein "Austrocknen der Auftragslage" kann ich im Moment beim besten Willen nicht erkennen. Oft genug werden Bauvorhaben verschoben, weil die Firmen keine Angebote abgeben oder die Preise astronomisch hoch sind.

Das einzige Problem ist der langsame Netzausbau.
Richtig.
Das ist aber kein Problem der Bauwirtschaft.

 

 

 

  (Geschrieben von Martin Biermann am 15.11.2020 )

Wo ist/wird, in D., der ROI der Baudigitalisierung dargestellt?

Fakt in D. ist – nur 5-7% aller Bauvorhaben werden mit BIM gemacht. ERGO - Haben hauch nur diese Bauprojekte/Bauherren/Macher den größten Nutzen davon. Kommt 5G – dann kommt auch Bau-KI = der oder die Bau-(Amazon/...)- Cloud-Platform-Anbieter machen das Rennen (unter sich aus). In einem anderen Land war der Staat der 5G-Bauherr und nicht die Spekulanten (Börsen-Unternehmen). => Modernise or die „deine Analogen Prozesse“

  (Geschrieben von Martin Biermann am 15.11.2020 )

Modernise or die „(optimiere u. dann erst digitalisiere )deine Analogen Prozesse“

Mod kommt von Mark Farmer (hat aber leider- nur zum TEIL-)recht

Beweis: Hier http://www.cast-consultancy.com/wp-content/uploads/2020/09/Build-Homes_-Build-Jobs_-Build-Innovation.-Final.pdf ist folgendes abzuleiten: 2000 WE(pro Jahr) / 600 AN = 3,x WE pro Jahr und AN + viel Fremd-Kapitalinvestment

Bewiesen wurde (aber schon lange): Mit der traditionellen -u. Prozessoptimierungen - d. Bauweise > ist mehr als das Doppelte pro AN i. Jahr zu schaffen (=> Makro-Ökn. betrachtet: ("u. pP f. D. weil,") Die Produktivität der Industrie wäre schon lange (WEIL das erste BIM-BP, mit dargestellten ROI in D. war das 6-T-H i. Dez. 2000. Wurde aber als Bedrohung der Steakholder ... somit,) zumindest im Wohnungs-Bauwesen, eingeholt „gewesen“ )MfG

  (Geschrieben von Martin Biermann am 15.11.2020 )

Sklavenarbeit baut dieses/unsere Land/Länder weiter auf. Einigen Menschen ist das egal. Es ist das Spiel/die Spielweise/das Glück der Auslosung/der Galopp des uneingeschränkten Kapitals Aber für diejenigen, denen es nicht egal ist Für Menschen mit Einfühlungsvermögen, Vielleicht ist es an der Zeit, darüber nachzudenken: Denken Sie über Ihr Privileg nach, zusammen mit seinen Auswirkungen Überlegen Sie, wer was macht und warum Erwägen Sie, weniger zu verdienen und mehr zu gewinnen Denken Sie an die Männer, Frauen und Kinder, die Ihnen das Leben leichter machen, Und ihre sind härter: Der Landwirt und der Arbeiter, Der Metzger und der Barbier, Der Bäcker und der Baumeister, Das Kindermädchen und die Krankenschwester! Überlegen Sie, wie wichtig Veränderung ist und warum sie wichtig ist Dann bestehen Sie auf Veränderungen auf allen Ebenen des Lebens Überlegen Sie sich, was Sie wollen, was Sie brauchen und Es zu erreichen, ohne andere auszubeuten Betrachten Sie die Rolle der Industrienationen Überlegen Sie, warum Imperien zusammenbrechen Mit dem Aufstieg der Kolonien Und wissen Sie, dass zunehmender Widerstand gegen das Ungleichgewicht Ist das Gebot der Stunde

"Um seine Ziele zu erreichen, glaubt Design for Freedom, dass die Nutzung neuer Technologien und Trends im Baubereich dazu beitragen kann, die Branche in eine moralisch aufrechtere Zukunft zu führen. Beispielsweise könnte die vorhandene BIM-Software (Building Information Modeling) angepasst werden, um die Herkunft von Materialien zu notieren, um zu dokumentieren, ob sie mit Sklavenarbeit bezogen oder beschafft wurden.
Sobald die technologische Übernahme auf ein Gefühl ethischer Verantwortung trifft, ist ein positiver Wandel möglich. "Die Fähigkeit, Lieferketten zu verfolgen und zu verfolgen, wird nur noch stärker, und die Bewegung für den Bau außerhalb des Geländes in einer kontrollierten Umgebung nimmt Gestalt an", heißt es in dem Bericht. "Diese beiden Initiativen würden mehr Verständnis und Kontrolle über die Lieferkette fördern und uns, wenn sie in einen sklavenfreien Filter eingebettet wären, zu einer Generation ethischen Designs führen."
https://www.designforfreedom.org/wp-content/uploads/2020/10/DesignforFreedom_FullReport_L.pdf
Zusammenfassung:
https://www.architecturaldigest.com/story/the-global-construction-industrys-links-to-modern-slavery-have-been-newly-illuminated

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