Digitalisierung im Bauhandwerk - Mittelstand hängt hinterher

News | Frank Kessler | 02.06.2021
Digitalisierung im Bauhandwerk - Mittelstand hängt hinterher
Foto: Roland Riethmüller

Bei rund 80 Prozent der Handwerksbetriebe herrscht noch enormer digitaler Nachholbedarf. Dieses Fazit ziehen Forschungsinstitute zur aktuellen Situation in Bezug zur Digitalisierung im Bauhandwerk. Demnach gäbe es insbesondere bei Kleinstbetrieben einen hohen Nachholbedarf. Mit dem Metaprojekt Digivation, dem Forschungsprojekt SmartAIwork und einem Methodikbaukasten wurden deshalb in den letzten Jahren umfangreiche Maßnahmen und Instrumente für eine beschleunigte Digitalisierung vorgestellt.

Im Mittelstand passiert zu wenig in Sachen Digitalisierung. 80 Prozent aller Handwerksunternehmen in Deutschland sind Kleinstbetriebe, sagt Diplom-Wirtschaftsingenieur Ewald Heinen, stellvertretender Institutsleiter des Instituts für Betriebsführung (itb) am Deutschen Handwerksinstitut (DHI). Sie stehen zumeist noch in der ersten Evolutionsphase der Digitalisierung, in der sie ihre analoge Datenbasis vervollständigen und in digitale Systeme überführen. Erst in der zweiten Phase beginnt ihr Übergang zur Teilhabe an der Informationsökonomie. Die Ursache für ihre langsamen Schritte in die digitale Zukunft sieht Heinen insbesondere bei den kleinen Unternehmen in der hohen Arbeitsbelastung sowie in vollen Auftragsbüchern und dem Mangel an Nachwuchs und Fachkräften, der die Situation verschärft. Als druckvoll für die Unternehmen bezeichnet der Wirtschaftsingenieur vor allem die durch die Digitalisierung entstehenden Zukunftsperspektiven. "Die Entwicklung zwingt Unternehmen dazu umzudenken und sich auf ein verändertes Marktumfeld und neue Möglichkeiten der Leistungserbringung vorzubereiten", so Heinen. Als ein Beispiel nennt er den Einsatz von Building Information Modeling (BIM). Die neue Methodik sei zwar aktuell noch nicht so weit verbreitet, doch die nahe Veränderung der Wertschöpfung durch solche Systeme zwinge Unternehmen schon jetzt, sich für die Entwicklung zu rüsten.

Digivation entwickelt Best Practices für digitale Dienstleistungen

Das Metaprojekt Digivation überführt Forschungsergebnisse in die Praxis, die die digitale Transformation von mittelständischen Betrieben begünstigen können. Insgesamt umfasst Digivation 23 Verbundprojekte mit hervorragenden Arbeitsergebnissen, berichtet Heinen. "Aus diesem großen Pool können wir schöpfen und bei unseren Aktivitäten vier Pilotbetriebe bei ihrem Weg der Transformation unterstützen und Best Practices schaffen, die zur Nachahmung anregen sollen." Kompetenten und erfahrenen Beratern spricht Heinen eine entscheidende Rolle bei diesen Transformationsprozessen zu. Als nützliches Instrument für ein digitales Coaching der Betriebe nannte er im Interview ein Coaching-Modell mit vier Phasen und acht Schritten. Es beginnt mit dem sogenannten Digicheck, der den Reifegrad in Bezug zur Digitalisierung in verschiedenen Unternehmensbereichen feststellt. Entwickelt wurde der Digicheck vom Heinz-Piest-Institut (HPI) für Handwerkstechnik, einem Schwesterinstitut des itb.

Digitalisierung bietet hohe Chancen für das Bauhandwerk

Zu den weiteren Inhalten im Coaching-Modell gehören die "Digital Leadership Diagnose" zur gemeinsamen Entwicklung eines neuen Führungsverständnisses und der Geschäftsmodellinnovator, das digital unterstützte Geschäftsmöglichkeiten entwickeln soll. Künstliche Intelligenz (KI) kann ebenfalls einen Beitrag für die Digitalisierung des Mittelstands leisten. Als Beispiel für ein darauf abzielendes Projekt nennt Heinen SmartAIwork. Es untersucht die Potenziale Künstlicher Intelligenz zur Unterstützung von Büroarbeiten sowie die Verbindung mit einer humanen Arbeitsgestaltung. Insgesamt sieht Heinen in der Digitalisierung das Potenzial, sämtliche Bereiche eines Betriebs zu verbessern, von seiner digitalen Repräsentation im Internet bis zur Prozessoptimierung und kennzahlengesteuerten Unternehmenssteuerung.

Aktuelle Kommentare zum Beitrag.
  (Geschrieben von Manon Riedele-… am 06.06.2021 )

Das Handwerk sollte gerade jetzt den Knall gehört haben.

Digitalisierung - 3D - Showroom - ....

 

Kleinstbetriebe haben aber,  wie auch im Artikel sehr gut beschrieben das Fachkräftmangelprinzip. Dazu kommt, dass man sich mit der Materie IT und Software beschäftigen muß. Der Faktor Zeit spielt hierbei eine große Rolle. 

Für manche Handwerker ist diese Herausforderung durchaus interessant,  für einige eben weniger.

Wo findet man aber trotzdem die Beratung und das entsprechende Know How?

Hilfreich könnte hierbei z.B. auch unser Planungsbüro sein.

 

Der digitale Showroom als sog  Merkzettel oder auch als Warenkorb kann hierbei das Profil eines Handwerksunternehmen sehr individuell abzeichnen oder darstellen.

 

Die Homepage ist das Eingangstor in der heutigen Zeit.

Mit I-Frames könnte man diverse Cloudelelemente sehr anschaulich verknüpfen und regelmäßig aktuell halten.

 

Eine fast grenzenlose Möglichkeit mit einem individuellen Showroom bietet sich hierbei an.

 

3D  Riedus Visuality GbR 

M.Riedele-Strauss 

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