Digitalisierungsgrad im Baugewerbe - noch viel Luft nach oben

News | Frank Kessler | 29.11.2020
Digitalisierungsgrad im Baugewerbe - noch viel Luft nach oben
Foto: Roland Riethmüller

Erstmals wurde der Digitalisierungsgrad im Baugewerbe und Ausbauhandwerk näher analysiert. Die Ergebnisse machen deutlich, dass die Digitalisierung durchaus auch am Bau angekommen ist. Es zeigt sich jedoch, dass der Grad der Digitalisierung nicht einheitlich ausgeprägt ist sondern mit der Größe des Unternehmens ansteigt. Trotzdem ist das Ausbaupotenzial insgesamt noch sehr groß und sollte entsprechend gefördert werden.

Das "Digitalisierungsbarometer für das Bau- und Ausbauhandwerk" hat zum ersten Mal den Digitalisierungsgrad von unterschiedlichen Gewerken im Bauhaupt- und Baunebengewerbe analysiert. Herausgegeben wurde die Studie von der Empfehlungsplattform wirsindhandwerk.de, zusammen mit dem Zentralverband des Deutschen Handwerks (ZDH) und dem Kompetenzzentrum Digitales Handwerk (KDH) als Transferpartner. Im Rahmen des Forschungsprojekts wurden insgesamt 1.800 Handwerksbetriebe und 1.000 Endkunden telefonisch sowie 900 Jugendliche online befragt. Der Fokus der Studie lag zunächst auf den Gewerken der Maler, Stuckateure, Elektro-Installateure, Sanitär-Heizung-Klimatechniker, Fliesen-, Platten- und Mosaikleger, Zimmerer, Schreiner sowie Dachdecker. Weitere Gewerke sollen folgen. Die nun vorgestellten Ergebnisse machen deutlich, dass die Digitalisierung auch am Bau angekommen sei. Es gebe jedoch auch Unsicherheiten bei den familiengeführten und kleineren Betrieben, wie sich die Digitalisierung in ihren Betrieben umsetzen lasse.

Geringer Digitalisierungsgrad erfordert höhere Förderung

Deshalb müssen nun die betroffenen Betriebe stärker gefördert und unterstützt werden. "Das Digitalisierungsbarometer gewährt uns einen wertvollen und deutschlandweiten Einblick darüber, wie Handwerksunternehmen den Anpassungs- und Veränderungsprozess im Zuge der digitalen Transformation bewältigen - speziell in den Digitalisierungsgrad der Bau- und Ausbaugewerke", erklärt Holger Schwannecke, Generalsekretär des Zentralverbandes des Deutschen Handwerks (ZDH). Die Herausforderungen, Bedarfe und Hürden können mit diesen Informationen besser identifiziert und zusammen mit dem Kompetenzzentrum Digitales Handwerk optimaler Lösungen entwickelt werden.

Es besteht noch Handlungsbedarf

Der Gesamtdigitalisierungsgrad der Bauwirtschaft ist mit 37 von 100 Punkten wenig zufriedenstellend und das Ausbaupotenzial dementsprechend sehr groß. Die Untersuchung macht deutlich, dass Entscheidungen zu Digitalisierungsprozesses ad hoc umgesetzt werden sollten, anstatt diese längerfristig zu planen. Auch die Deutsche Bank möchte als Hauptsponsor der Studie die Unternehmen bei der Digitalisierung unterstützen.

Baugewerbe im digitalen Wandel stärken

Außerdem zeigt sich, dass das Baugewerbe ein hohes Potential hat, sich ihren Kunden ansprechender zu präsentieren und insgesamt moderner und zeitgemäßer darzustellen Dazu gehört auch, ihren guten Ruf online mit Hilfe von Bewertungen zu zeigen. Dabei war die Frage  nach dem tatsächlichen Digitalisierungsgrad der Ausschlaggeber für die Studie, erklärt wirsindhandwerk.de-Gründer und Studieninitiator Andreas Owen. Mit diesem einzigartigen Forschungsmodell werde die Sicht der Handwerksbetriebe, aber auch die Perspektiven der Industrie, der Verbände, der Jugend und der Endkunden berücksichtigt. Ebenso sei durch die Ergebnisse eine Vergleichbarkeit der Gewerke möglich. “Mit dieser differenzierten und ganzheitlichen Betrachtung möchten wir einen Beitrag zur Stärkung des Handwerks im digitalen Wandel leisten“, so Owen.

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