E-Handwerker im Baugewerbe besonders stark gefragt

News , 31.10.2016 , Jennifer Brandt Bild zu: E-Handwerker im Baugewerbe besonders stark gefragt
Foto: Roland Riethmüller

Es ist nichts Neues, dass die Konjunktur im Handwerk ungebrochen ist. Und dennoch gibt es immer wieder Gewerke, die besser aufgestellt sind als andere. Derzeit zeigt sich, dass vor allem die E-Handwerker von der aktuellen Lage profitieren und sich vor Aufträgen kaum retten können. Dies belegt auch eine aktuelle Umfrage im Elektrohandwerk.

Die Baukonjunktur boomt, daran ist nicht zu zweifeln. Doch nicht alle Gewerke profitieren gleichermaßen. So ist vor allem das Elektrohandwerk besonders gut aufgestellt, wie gerade der Zentralverbandes der Deutschen Elektro- und Informationstechnischen Handwerke (ZVEH) ermittelte.

Status der Geschäftslage der E-Handwerker

So zeigt die aktuelle Herbstumfrage, dass 95,8 Prozent der Befragten ihre aktuelle Geschäftslage als positiv bewerten. Gut zwei Drittel beurteilen sie als „gut“, der Rest immerhin noch als „befriedigend“. Verglichen mit den Vorjahreswerten ist dies eine erneute Steigerung. Es zeigt sich auch, dass die neuen Bundesländer deutlich zufriedener mit ihrer Beurteilung sind als die Betriebe in den alten Bundesländern. Denn 70,7 Prozent im Osten bewerten mit „gut“, im Westen sind es nur 62,1 Prozent. Für den Geschäftsklimaindex der bundesweiten E-Handwerke hat die gute Stimmung ebenfalls entsprechende Folgen. Mit 80,0 Punkten wurde hier nämlich in diesem Jahr ein neuer Rekordwert erreicht.

Auftragslage und Auslastung im Elektrohandwerk

Die positive Grundstimmung der Branche kommt natürlich nicht von ungefähr. So ist auch die betriebliche Auslastung derzeit in jedem Fall überwiegend mit mehreren Monaten zu vermelden. Nur wenige Betriebe  haben ihre Auftragsbücher nur für wenige Wochen im Voraus gefüllt. So erreichen 34,7 Prozent einen Auftragsbestand von mindestens zwei Monaten, nahezu die Hälfte davon wiederum ist sogar bis zu vier Monate ausgebucht. Immer noch 25,9 Prozent geben eine Auslastung von ein bis zwei Monaten an und nur 17,3 Prozent sind maximal zwei Wochen im Voraus gebucht.

Auftraggeberstruktur und Umsatzfelder

Es zeigt sich, dass es insbesondere die privaten Auftraggeber sind, die die E-Handwerke beschäftigen. Damit hat diese Gruppe mit 37,4 Prozent die gewerblichen Auftraggeber (36,5 Prozent) knapp hinter sich gelassen.  Die öffentlichen Auftraggeber liegen nur bei 14,1 Prozent, die Wohnungsbaugesellschaften bei 12 Prozent. Dies spiegelt sich auch in den Umsatzfeldern wieder. Denn der maßgebliche Umsatz wird von den E-Handwerken aus Aufträgen im Bereich der Energie- und Gebäudetechnik erzielt. Hier liegt der Anteil immerhin bei 67,5 Prozent. Ganz weit dahinter folgen mit 11,2 Prozent die Informations- und Telekommunikationstechnik und mit 5,8 Prozent die Automatisierungstechnik.

Entwicklung der Beschäftigtenzahlen und Betriebsgrößen

Insgesamt sind die Zahlen der Beschäftigten in den letzten sechs Monaten in jedem vierten Betrieb gestiegen. Gerade einmal 14,4 Prozent der Betriebe verzeichneten im gleichen Zeitraum einen Rückgang ihrer Beschäftigtenzahlen. Dennoch sind auch in den E-Handwerken Fachkräfte rar gesät. Denn 44 Prozent der Betriebe haben offene Stellen zu besetzen.

Die Betriebsgrößen variieren natürlich auch in den E-Handwerken. So weist der größte Anteil der Betriebe eine Betriebsgröße von fünf bis neun Mitarbeitern auf (28,7 Prozent). Danach kommen direkt die Kleinbetriebe mit maximal vier Beschäftigten (26,3 Prozent). Immerhin 24,9 Prozent beschäftigen zehn bis 19 Mitarbeiter. Und auch die großen Betriebe ab 20 Mitarbeitern sind mit 20,1 Prozent noch stark vertreten. Demnach spielt die Betriebsgröße in diesem Segment keine allzu große Rolle, da sie sehr homogen präsent ist.

Erwartungen an die Zukunft

Natürlich beflügelt die momentan gute Lage auch ein Stück weit die zukünftigen Erwartungen. So erwarten 17,8 Prozent der Befragten in den kommenden sechs Monaten eine Verbesserung ihrer Geschäftslage. 76,2 Prozent stellen sich auf eine gleichbleibende Entwicklung ein und gerade einmal sechs Prozent gehen von einer Verschlechterung aus.

Förderung von Dienstleistungsgedanken als Empfehlung des ZVEH

Für den ZVEH macht die Herbstumfrage deutlich, dass die E-Handwerker gut aufgestellt und für die Zukunft gerüstet sind. Dennoch muss jedem klar sein, dass die Dienstleistung eines der wichtigsten Aspekte für den Kunden ist. Es ist also notwendig, in diesem Bereich noch besser zu werden, um sich gegen den Wettbewerb zu behaupten. Ingolf Jakobi, ZVEH-Hauptgeschäftsführer, hält fest: „Das Produkt der Zukunft ist die Dienstleistung. Wer auch weiterhin erfolgreich im Wettbewerb agieren will, muss seinen Kunden einen perfekten Service bieten. Die Betriebe müssen ihre individuellen Stärken dabei weiter ausbauen, um in wichtigen Geschäftsfeldern wie beispielsweise Gebäudeautomatisierung, Energieeffizienz und Energiemanagement der erste Ansprechpartner zu bleiben.“