Einstellungsstopp am Bau: Kaum noch offene Stellen

Einstellungsstopp am Bau Kaum noch offene Stellen
Foto: Roland Riethmüller

Weil die Aufträge ausbleiben, verzichten viele Bauunternehmer auf die Einstellung neuer Mitarbeiter. Offene Stellen für Facharbeiter sind aus diesem Grund rückläufig. Der Einstellungsstopp macht sich fast überall bemerkbar. Viele Bauträger und Bauunternehmen haben daher ihre offenen Stellen gestrichen. Durch den Auftragsmangel planen einige Unternehmen am Bau bereits, ihr Personal zu entlassen. Für das laufende Jahr wird von einer Stagnation im Baugewerbe ausgegangen.

Weil die Aufträge deutlich zurückgehen, stellen viele Bauunternehmen keine neuen Mitarbeiter mehr ein. Das belegen aktuelle Zahlen der Bundesagentur für Arbeit (BA). Gegenüber Mai 2022 meldet die BA einen Rückgang der freien Stellen für Facharbeiter im Bauhauptgewerbe von 16,5 Prozent auf 15.420. Das ist der achte Rückgang in Folge. Die Hochbauunternehmen sind am stärksten auf die Einstellungsbremse getreten. Hier sank die Zahl der freien Stellen um 19,8 Prozent. „Bei der Situation im Wohnungsbau ist das kein Wunder, schließlich sind die Baugenehmigungen in dieser Bausparte im ersten Quartal dieses Jahres um 26 Prozent eingebrochen, die Auftragseingänge sogar um real 36 Prozent”, erklärt Tim-Oliver Müller, Hauptgeschäftsführer des Hauptverbands der Deutschen Bauindustrie (HDB). “Von einer generellen Trendwende auf dem Bauarbeitsmarkt kann aber (noch) nicht gesprochen werden.“ Trotzdem sei die Zahl der offenen Stellen immer noch sehr hoch. Der Branchendurchschnitt klage nach wie vor über Fachkräftemangel. Im Wohnungsbau ist dieser Mangel jedoch niedriger, wie aufgrund der aktuellen Situation zu erwarten war.

Offene Stellen sinken – Einstellungsstopp ist deutlich zu spüren

Ein Blick auf die vorgelagerten Branchen zeigt deutlich, dass sich der Einstellungsstopp weiterhin bemerkbar mache. Die Bauträger und Bauunternehmen haben die Zahl der offenen Stellen um 37,1 Prozent gesenkt. Offene Stellen für Architekten sind um 27,4 Prozent zurückgegangen. Der Auftragsmangel ist überall deutlich zu spüren. Die Bauunternehmen mussten sogar vereinzelt Mitarbeiter entlassen.

Ende der Beschäftigungsdynamik erwartet

Im Mai hat die BA 14.170 arbeitslose Baufacharbeiter gemeldet. Das sind 10,2 Prozent mehr als im Vorjahresmonat. Müller sieht ein Ende der Beschäftigungsdynamik der vergangenen Jahre: „Die Betriebe des Bauhauptgewerbes haben seit dem Beschäftigten-Tiefpunkt 2009 nahezu 500.000 Personen eingestellt, abzüglich der Rentenabgänge war dies ein Plus von knapp 222.000“. Für das Jahr 2023 wird mit einer Stagnation gerechnet. Die Bauunternehmen werden versuchen, den Abgang auszugleichen von den Mitarbeitern, die in Rente gehen.

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