Endlich weiteren Anstieg der Baukosten stoppen

News , 19.09.2019 , Frank Kessler Endlich weiteren Anstieg der Baukosten stoppen
Foto: Roland Riethmüller

Die Baukosten sind in den letzten Jahren massiv angestiegen. Ein großes Problem ist das Wachstum der Kosten für Bauabfälle. Es fehlt oft an geeigneten Deponieflächen, weshalb das Material in andere Bundesländer oder sogar ins Ausland gebracht werden muss. Das ist nicht nur ökologisch bedenklich sondern vor allem auch unwirtschaftlich. Obwohl schon seit Jahren auf diese Problematik hingewiesen wurde, hat sich nichts geändert.

Auch in Hessen ist die Nachfrage nach Wohnraum weiterhin gut. Das gilt sowohl für den gewerblichen wie für den industriellen Bau. Leider mangelt es aber im Baugewerbe immer noch an Fachkräften. Das betrifft nicht nur die qualifizierten Mitarbeiter, sondern macht sich auch bei den Auszubildenden bemerkbar. Die gute Auftragslage ist aber nicht schuld daran, dass zu wenig bezahlbarer Wohnraum entsteht. "Es fehlen gerade im Ballungsraum Rhein-Main, aber auch in den Städten Mittel- und Nordhessens ausreichend geeignete Flächen”, analysiert Präsident Frank Dittmar vom hessischen Baugewerbeverband. “Die Kommunen sind zu zögerlich beim Ausweisen des dringend benötigten Baulandes." Heinrich Gringel, Präsident der Arbeitsgemeinschaft der Hessischen Handwerkskammern ergänzt: "Hinzu kommt, dass staatliche Vorgaben das Bauen immer teurer machen.”

Die Kosten für Bauabfälle sind das große Problem

Die massiv gestiegenen Kosten für den Erdaushub ist ein sehr großes Problem. Es gibt zu wenig Deponien. Das Material muss deshalb von Hessen nach Thüringen und sogar in die Niederlande gebracht werden. Die Bauverbände haben bereits seit Jahren darauf hingewiesen, doch geändert hat sich nichts. Eine Hilfe wäre die Senkung der Grund- und Grunderwerbsteuer. Der Baugewerbeverband und die Handwerkskammern sind sich auch in weiteren Forderungen einig. Bei der anstehenden Neufassung des Hessischen Vergabe- und Tariftreuegesetzes sollten die bestehenden Vergabefreigrenzen für die Kommunen verpflichtend werden. Die personell ausgedünnten Bauämter müssten wieder professionalisiert werden. Nur so könne die Auftragsvergabe wieder zügig erfolgen.

Bekämpfung von illegaler Beschäftigung

Ein weiteres Thema ist die Schwarzarbeit. Die Kontrollen in den Kommunen oder in den kreisfreien Städten sind aufgrund von Personalmangel nur unzureichend. Außerdem sind die Bußgelder zu niedrig. Das schreckt die illegale Konkurrenz nicht ab. Alle Bußgelder sollten bei den Kommunen verbleiben, auch wenn Einspruch dagegen eingelegt wurde. Ein weiterer Punkt ist die Digitalisierung. Diese gewinnt immer mehr an Bedeutung, doch kleinere Betriebe sind damit überfordert. Neben der Senkung der Baukosten ist das ein weiteres Diskussionsthema, was die Handwerkskammern und der Verband baugewerblicher Unternehmen als wichtige Aufgabe für die Zukunft sieht.