Energetische Sanierung immer noch zu gering

News | Roland Riethmüller | 24.01.2020
Energetische Sanierung immer noch zu gering
Foto: KfW-Bildarchiv / photothek.net

Das Modernisierungsvolumen in Deutschland im Hinblick auf die energetische Sanierung lag im Jahr 2019 bei fast 21 Milliarden Euro. Das ist einerseits erfreulich, andererseits enttäuschend. Denn die energetische Sanierung macht damit nicht einmal ein Fünftel vom Gesamtvolumen aus. Modernisierungen zur Komfort- und Wertsteigerung sind immer noch die Treiber, wobei dennoch optimistische Aussichten im Bezug auf die Energieeffizienz bestehen.

Was sind die wichtigsten Motivationskriterien für Modernisierung und Sanierung? Dieser Frage ist eine repräsentative Umfrage des Marktforschungsinstituts BauInfoConsult nachgegangen und hat dazu 513 deutsche Haushalte nach Art und Umfang ihrer Modernisierungsmaßnahmen befragt. Das Ergebnis der Modernisierungsstudie ist jedoch im Hinblick auf die angestrebte Wärmewende ernüchternd.

Energetische Sanierung hat nur einen geringen Anteil am Modernisierungsmarkt

Das Gesamtvolumen der Modernisierung und Sanierung im privaten Wohnungsbestand für das Jahr 2019 wird mit rund 116,3 Milliarden Euro beziffert. Davon hatten jedoch nur circa 17,9 Prozent eine energetische Relevanz. Der Rest sind nicht energetisch motivierte Modernisierungen und Sanierungen. Dem Eigenheimbesitzer geht es also primär um Verschönerungen und Modernisierungsmaßnahmen zur Komfort- und Wertsteigerung der eigenen Immobilie. Dazu gehört zunehmend auch das Interesse an Smart Home-Anwendungen wie zum Beispiel Beleuchtungs-, Heizungs- oder Sonnenschutzsteuerung.

Trotzdem Interesse an effizienten und energieeinsparenden Maßnahmen

Doch Smart Home hat auch einen energetischen Aspekt, wodurch auch das Interesse an intelligenter Gebäudetechnik und Smart Home sowie an nachhaltigen Baustoffen und erneuerbarer Energie ungebrochen ist. Trotzdem erscheint die energetische Sanierung im Vergleich zur wert- und komfortsteigernden Modernisierung fast bedeutungslos. Dies ist primär auf die unübersichtliche Förderlandschaft und zurückhaltende Unterstützung durch das aktuelle Klimapaket zurückzuführen.

Dennoch optimistische Aussichten für die Wärmewende

Trotzdem vertreten viele Haushalte die Meinung, dass die fossilen Brennstoffe zum Heizen in den kommenden zehn Jahren zunehmend abgelöst werden. “Für die Zukunft der Wärmewende sei dies eine gute Nachricht: Es lohnt sich für Branchenverbände und Umweltorganisationen die Modernisierer weiterhin mit Informationen zu den Möglichkeiten energetischer Sanierung zu versorgen”, erklären die BauInfoConsult-Autoren. Zusätzlich müsse jedoch auch die Politik weitere finanzielle Anreize schaffen, um die Investitionen in Teilen zu finanzieren. Da komme laut der Studienautoren das neue Gesetz zur Umsetzung des Klimaschutzprogramms gerade richtig, das für die kommenden zehn Jahre Steuererleichterungen für energetische Sanierung verspricht. Und auch die Aufstockung der KfW-Fördermittel im Bereich “Energieeffizientes Bauen und Sanieren” sind ein positives Signal.

Aktuelle Kommentare zum Beitrag.

Wir stellen diese Frage, um automatisierten Spam zu verhindern.

Das könnte Sie auch interessieren.