Energetische Sanierung immer weniger rentabel

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Foto: Roland Riethmüller

Eigentümer von Bestandsimmobilien können durch energetische Sanierung ihr Eigentum nicht mehr großartig im Wert steigern. Das ergab eine Studie unter Immobilienanbietern zum Einfluss der energetischen Sanierung in Hinblick auf die Entwicklung vom Kaufpreis der Immobilie. Immer weniger Makler sehen eine Chance, die hohen Kosten der Sanierung vor dem Verkauf durch höhere Preise wieder reinzuholen.

Die Energieeinsparverordnung (EnEV) war ursprünglich als Anreiz für Bauherren und Eigenheimbesitzer vorgesehen, um energieeffizientes Bauen und Sanieren anzuregen. Doch die hohen Sanierungskosten wirken sich kaum auf den Wert des Gebäudes aus, hat nun Prof. Dr. Stephan Kippes von der Hochschule für Wirtschaft und Umwelt Nürtingen- Geislingen ermittelt. Im Rahmen der Studie „Marktmonitor Immobilien 2015“ von dem Immobilienportal immowelt.de wurden 604 gewerbliche Immobilienanbieter zum Einfluss der energetischen Sanierung auf den Preis einer Immobilie befragt. Während 2010 noch 60 Prozent der Makler angaben, dass ein hoher energetischer Objektzustand den Verkaufspreis positiv beeinflussen würde, sind heute nur noch 47 Prozent davon überzeugt. Energetische Sanierung vor dem Verkauf macht daher oft durch die hohen Sanierungskosten wenig Sinn, weil kaum höhere Einnahmen beim Verkauf zu erwarten sind.

Besonders drastisch wirkt sich der abnehmende Einfluss der energetischen Sanierung bei Gebäuden in Top-Lagen aus. Hier hat der energetische Zustand meist weder Einfluss auf die Vermarktungsdauer noch auf den Vermarktungsaufwand. Während im Jahr 2010 noch 31 Prozent die energetische Sanierung als Argument für eine schnelle Vermarktung von Top-Immobilien sahen, sind es heute nur noch 28 Prozent. Den Vermarktungsaufwand schätzen im Jahr 2015 nur noch 18 Prozent als geringer zu einem nicht energetisch sanierten Objekt ein, was einem Rückgang um ganze 7 Prozentpunkte entspricht. Der Grund liegt in Angebot und Nachfrage. Durch die zunehmende Verknappung von attraktiven Immobilien in Top-Lagen sind immer mehr Käufer zu Kompromissen bereit. Folglich sinkt die Bedeutung von Energieeffizienz als Vermarktungskriterium.

Auch hinsichtlich der Mietpreise wirkt sich die energetische Sanierung kaum noch aus. Nur 32 Prozent der Makler glauben daran, durch einen hohen energetischen Zustand höhere Mieteinnahmen zu erzielen. Im Jahre 2010 waren noch 49 Prozent dieser Ansicht.

Die energetische Sanierung lässt sich daher oft nicht mehr durch einen höheren Verkaufspreis decken, so dass bereits 25 Prozent der Makler von entsprechenden Baumaßnahmen vor dem Verkauf abraten. Auch bei anschließender Vermietung sind 17 Prozent der Makler skeptisch, dass sich die Kosten für die energetische Sanierung durch höhere Mieten amortisieren. Das Thema Mietpreisbremse wird diesen Trend voraussichtlich sogar weiter fördern.

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