Energetisches Bauen eher durch Sanierung oder Neubau?

News | Jennifer Brandt | 31.08.2015
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Foto: Roland Riethmüller

Energetisches Bauen steht nicht nur im Fokus der Bundesregierung, sondern auch immer öfter bei Bauherren. Denn auch wenn die Bundesregierung bestrebt ist, ihre gesetzten Klimaziele zu erreichen, so bringt energetisches Bauen natürlich auch Vorteile mit sich, die Bauherren am Ende finanziell positiv spüren. Nun stellt sich aber immer wieder die Frage, was empfehlenswerter ist: Sanierung oder besser Abriss und damit verbunden ein kompletter Neubau.

Blickt man auf den Gebäudebestand deutscher Wohnhäuser, so fällt auf, dass mehr als die Hälfte zwischen 30 und 65 Jahre alt ist. Dass damit in den meisten Fällen natürlich veraltete Standards hinsichtlich Energieeffizienz einhergehen, lässt sich kaum bestreiten. Demnach bedarf es also einem hohen Bauaufwand, um diese Gebäude entsprechend den neuen Klimazielen anzupassen. Doch nicht nur die Klimaziele der Politik sind dabei zu berücksichtigen, sondern vor allem der eigene Geldbeutel. Denn letztlich verlieren Eigenheimbesitzer viel Geld, wenn ihre Immobilie nicht den neuen energetischen Vorgaben entspricht.

Wer sich also für energetisches Bauen entscheidet, ist in jedem Fall gut beraten. Doch gerade im Bestandsbau stellt sich dabei die Frage, ob eine aufwendige und teure Sanierung besser ist als ein möglicher Abriss und damit verbundener Neubau. Wenn sanieren, dann eher umfangreich oder doch eher mit geringem Umfang? Bis heute lässt sich dies nur durch Vermutungen u.ä. erahnen, doch offizielle Studien gibt es bislang noch nicht.

Doch Dank der FH Aachen und der DFH Deutsche Fertighaus Holding AG ist das Beantworten der gestellten Frage wohl in Zukunft möglich. Die Wissenschaftler haben das gemeinsame Forschungsprojekt „LoCaL“ entwickelt, das in der Praxis zeigen soll, welches ein zu empfehlender Weg ist. „LoCaL“ steht für Low Carbon Lifecycle und stellt den Ressourceneinsatz, den Energieverbrauch und die Umweltbelastung in Relation zum Lebenszyklus eines Eigenheims.

Um das Projekt erfolgreich umzusetzen, hat man sich drei Gebäude gesucht, die man entsprechend auf neueste energetische Standards bringen möchte. Dabei handelt es sich um zwei Bestandsbauten und einen kompletten Neubau. Beide Bestandsbauten sind bereits älter und absolut baugleich. So lässt sich natürlich am besten ein Vergleich ziehen. Denn man führt an dem einen Haus eine Lowtech- und dem anderen eine Hightech-Sanierung durch. Das dritte Gebäude wird hinsichtlich Abriss und späterem Neubau geprüft.

Die Ergebnisse sollen dann aufzeigen, was zum einen langfristig nachhaltiger ist und vor allem natürlich, was im Kosten-Nutzen-Verhältnis am sinnvollsten ist. Das energetische Bauen und alle Baumaßnahmen sollen bis zum Jahr 2018 beendet sein. Danach werden in alle drei Häuser Familien einziehen, die über die kommenden drei Jahre einen Eindruck bekommen werden, welche Bauweise die sinnvollste in Hinblick auf Energieverbrauch, Wohnqualität und die Bedienbarkeit sowie Gesamtperformance der Gebäudetechnik ist.

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