Energiewende: Bauwirtschaft fordert Innovationsschub

News | Frank Kessler | 24.09.2020
Energiewende: Bauwirtschaft fordert Innovationsschub
Foto: Viessmann

Für eine effiziente Energiewende fordern aktuell sieben Unternehmen der Elektro-, Klima- und Solar-Branche einen Innovationsschub für ein dezentrales und vernetztes elektrisches Energiesystem. Aus ihrer Sicht erschließt solch ein Innovationsschub Zukunftsmärkte und schafft Arbeitsplätze in Industrie und Handwerk. Großes Potenzial sehen sie in der Kombination von Photovoltaik mit Systemen wie E-Auto-Ladestationen und strombasierter Wärmeerzeugung. Anlass ihrer Forderung ist der beschlossene Entwurf der Novelle zur Änderung des Erneuerbare-Energien-Gesetzes (EEG).

Schon wieder steht der gestern vom Bundeskabinett beschlossene Entwurf der Novelle des Erneuerbare-Energien-Gesetzes (EEG) in der Kritik. Eine Allianz aus sieben Unternehmen der Bauwirtschaft fordert Nachbesserung. Bei den sieben Unternehmen handelt es sich um die Industriebetriebe Viessmann, SMA Solar Technology AG, Mennekes und Hager Group, die in ihren jeweiligen Segmenten als Weltmarktführer gelten. Ergänzt wird die Gruppe von den Elektrohandwerks-Unternehmen Bürkle + Schöck, Joost und Venn. Dringenden Handlungsbedarf für die Gesetzgebung sehen diese Unternehmen, weil für die ersten 10.000 Photovoltaik-Anlagen Ende 2020 die staatliche Förderung wegfällt. Und durch den Wegfall der Solarförderung existiert für betroffene Haushalte keine wirtschaftliche Möglichkeit mehr, ihren sauberen Strom in die Stromnetze einzuspeisen, so die Unternehmen weiter.

Die Unternehmer befürworten gute Konditionen für Anlagebetreiber

Innerhalb der nächsten fünf Jahre fallen sogar nahezu 130.000 Anlagen mit einer Gesamtleistung von einem Gigawatt aus der Förderung. Und bis zum Ende des Jahrzehnts steigt die Gesamtleistung der aus der Förderung fallenden Anlagen auf zehn Gigawatt. Um die Energiewende zu unterstützen und das Ziel zu erreichen, bis zum Jahr 2030 insgesamt 65 Prozent des Stroms aus erneuerbaren Energien zu gewinnen, plädieren die sieben Unternehmen für einen volkswirtschaftlich sinnvollen sowie für Anlagenbetreiber attraktiven Weiterbetrieb der Solaranlagen.

Private Photovoltaik fördert Akzeptanz der Energiewende

Bisher deckt Deutschland etwa rund 50 Prozent seines Strombedarfs aus erneuerbaren Quellen. Photovoltaik spielt dabei eine große Rolle. Zwei Millionen Anlagen auf Privathäusern seien zu Deutschlands größtem Stromkraftwerk geworden, berichten die Unternehmen. "Diese dezentrale Form der Energieerzeugung hat nicht nur die Klimabilanz verbessert, sondern vor Ort für Engagement und Beteiligung privater Haushalte und Investoren gesorgt. Das hat zu einer hohen Akzeptanz der Energiewende in der Bevölkerung entscheidend beigetragen." Mit diesen Worten zitiert die Viessmann Group ihren Co-CEO Maximilian Viessmann in der Mitteilung zur Stellungnahme der sieben Unternehmen.

Gefordert wird ein stärker vernetztes Denken und Handeln

Um die Energiewende mit einem dezentralen, digital vernetzten System aus Erneuerbaren Energien voranzutreiben, fordern die sieben Unternehmer unter anderem eine "weitgehende Abgaben- und Umlagefreiheit für selbsterzeugten und selbstverbrauchten Strom". Darüber hinaus sollten preisliche Anreize Betreiber flexibler Verbraucher wie E-Autos und Wärmepumpen motivieren, Strom in Zeiten geringerer Netzauslastung zu nutzen.
 
Nicht zuletzt ist aus Sicht der Unternehmer ein vernetztes Denken und Handeln aller Beteiligten wichtig. So soll selbsterzeugter Strom gebäudeübergreifend genutzt werden. Zudem soll es möglich sein, "Energie zwischen den Sektoren Strom, Wärme, Gebäude und Mobilität" zu verschieben. Kritik äußern die Unternehmer am bisherigen Gesetzesvorschlag. Er setze "weniger auf Anreize und mehr auf Kontrolle, Abschaltung und Drosselung der Ladevorgänge durch den Netzbetreiber", heißt es in der Mitteilung.

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