Energiewende: Bürokratie bremst Hersteller aus

Foto: kckate16 / envatoelements

Unternehmen in Deutschland wird es bei der Umsetzung der Energiewende nicht einfach gemacht. Trotzdem planen viele Betriebe, die entsprechenden Maßnahmen im eigenen Unternehmen umzusetzen. Dabei besteht die größte Herausforderung darin, die Energieversorgung auf elektrischen Strom umzustellen. Auch die Nutzung von Windenergie bedeutet einen hohen bürokratischen Aufwand. Das führt dazu, dass am Ende die vielen Auflagen doch eine große Anzahl an Unternehmen von der Umstellung abhalten. Einzig und allein die Dämmung von Gebäuden ist einfach zu bewerkstelligen.

Viele Hersteller leiten die Energiewende in Deutschland auch im eigenen Betrieb ein, anstatt die Produktion ins Ausland zu verlagern. Das verursacht allerdings wesentlich höhere Kosten, ist aufwendig und ungewiss. Die größte Herausforderung besteht in der Umstellung der Industrie auf elektrischen Strom. „Die Politik will die Wirtschaft motivieren, weite Teile der Produktion auf Strom umzustellen, doch die mittleren und unteren Verwaltungsebenen tun alles, um dies zu torpedieren“, erklärt Jane Enny van Lambalgen, Geschäftsführerin der Beratungs- und Managementfirma Planet Industrial Excellence. Es fehlen darüber hinaus auch die notwendigen Stromkapazitäten. Van Lambalgen gibt ein weiteres Beispiel: „Eine Lagerhalle mit einem Solardach zu versehen ist zwar technisch keine große Sache, aber bürokratisch in der Regel eine langwierige Angelegenheit.“

Zu viel Bürokratie für die Energiewende

Die Bürokratie beginnt schon bei den Baugenehmigungen, geht über die Absprachen mit den Netzbetreibern, sowie die Gewerbeanmeldung für den Fall, dass der überschüssige Strom verkauft werden soll und endet beim Brandschutz. Unter Umständen können sich die Baugenehmigungen über einen Zeitraum von mehreren Monaten hinziehen. Wer für die Energiewende auf Windenergie setzt, muss ebenfalls einen hohen bürokratischen Aufwand in Kauf nehmen. Auch hier müssen Baugenehmigungen und andere Genehmigungen eingeholt werden. Darüber hinaus gibt es kaum Orte, wo Windräder aufgestellt werden können. Doch das ist nicht alles: zur Erfüllung der Energiewende gibt es weitere Hürden. Der sogenannte Industriestrompreis ist nur eine Krücke, von der nur einige hundert Unternehmen einen Profit schlagen können. Keiner kann sagen, wie lange diese Strompreiskompensation aufrechterhalten werden kann. In den öffentlichen Kassen herrscht Knappheit und ab dem Jahr 2026 gilt der Vorbehalt der Gegenfinanzierung. Die deutsche Energiepolitik ist für Fertigungsbetriebe so unzuverlässig wie eine Wettervorhersage für die nächste Woche.

Energiewende – Hohe Hürden auch bei der Kraft-Wärme-Kopplung

Viele Unternehmen wollen durch eine Kraft-Wärme-Kopplung unabhängig vom Energieversorger werden. Die Abwärme, die sonst immer verloren geht, soll sinnvoll im Betrieb verwendet werden. Das würde die Energiekosten senken, die Umweltbelastung reduzieren und eine hohe Sicherheit bei der Versorgung bieten. Unzählige Prüfungen und Gutachten lassen viele Unternehmen zögern. Es gibt jedoch einen Lichtblick bei der Energiewende. Die Dämmung von Gebäuden ist einfach und schnell bewerkstelligt. Strom- und Heizungskosten können so auch gesenkt werden. Aber auch hier steht die Brandschutz-Bürokratie oftmals im Wege.

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