Energiewende in Gefahr: In diesen Regionen fehlen Handwerker

Foto: duallogic / envatoelements

Für die Energiewende werden Elektriker, SHK-Fachkräfte, Dachdecker und weitere Handwerker dringend benötigt. Doch eine aktuelle Untersuchung zeigt ein deutliches Problem: Ausgerechnet in Regionen mit hoher Nachfrage nach Wärmepumpen, Solaranlagen und energetischer Sanierung fehlen teilweise die notwendigen Fachkräfte. Der Fachkräftemangel im Handwerk könnte sich künftig sogar noch verschärfen. Entscheidend ist dabei auch der Nachwuchs, denn bei den Auszubildenden zeigen sich zwischen den Regionen erhebliche Unterschiede. 

Der Fachkräftemangel im Handwerk könnte zunehmend zum Bremsklotz für die Energiewende werden. Denn ausgerechnet dort, wo besonders viele Wärmepumpen, Solaranlagen und energetische Sanierungen nachgefragt werden, fehlen teilweise die notwendigen Fachkräfte. Eine aktuelle Untersuchung zeigt erhebliche regionale Unterschiede. Besonders angespannt ist die Situation in Teilen Niedersachsens und Baden-Württembergs. Gleichzeitig entscheidet die Zahl der Auszubildenden darüber, ob sich die Engpässe künftig verschärfen oder entspannen. Für die Untersuchung hat Jungheinrich Profishop Angebot und Nachfrage in 53 Handwerkskammerbezirken analysiert. Berücksichtigt wurden fünf für die Energiewende wichtige Gewerke: Elektrotechnik, Installation und Heizungsbau, Dachdeckerei, Zimmerei sowie Wärme-, Kälte- und Schallschutzisolierung. Dabei zeigt sich ein deutliches Gefälle. Während die meisten Fachkräfte gemessen an der Einwohnerzahl im Kammerbezirk Lübeck sowie in Ostmecklenburg-Vorpommern zu finden sind, ist die Fachkräftedichte unter anderem in Südwestfalen und Ostfriesland vergleichsweise gering.

Fachkräftemangel im Handwerk trifft auf hohe Nachfrage

Besonders problematisch wird die Situation dort, wo wenige Handwerker auf eine hohe Nachfrage nach energetischen Maßnahmen treffen. Spitzenreiter ist der Kammerbezirk Osnabrück-Emsland-Grafschaft Bentheim. Dort kommen rund 721 Förderzusagen für klimafreundliche Heizungen auf 100.000 Einwohner. Gleichzeitig zählt die Region zu den Gebieten mit besonders knappen Handwerkskapazitäten. Eine deutliche Unterversorgung zeigt die Untersuchung außerdem für Reutlingen und Heilbronn-Franken.

Grundsätzlich ist die Nachfrage nach energetischer Sanierung vorwiegend in ländlichen Regionen hoch. Hinter Osnabrück-Emsland-Grafschaft Bentheim folgen Niederbayern-Oberpfalz und Unterfranken. Vergleichsweise gering fällt sie dagegen in Berlin, Hamburg und Bremen aus. Damit zeigt sich ein bemerkenswerter Handwerks-Graben: Viele Fachkräfte befinden sich im Osten Deutschlands, während der größte Bedarf vor allem im Süden und Westen besteht.

Auszubildende werden zum entscheidenden Faktor der Energiewende

Für Bauunternehmen und Handwerksbetriebe ist jedoch nicht nur die aktuelle Versorgung entscheidend. Die Untersuchung betrachtet deshalb auch die Ausbildungssituation. Vollständige und vergleichbare Azubi-Daten lagen für 37 der 53 Handwerkskammerbezirke vor. Dabei zeigen sich große Unterschiede bei der Nachwuchssicherung. Schwaben verfügt trotz eines bestehenden Engpasses über überdurchschnittlich viele Auszubildende. Dadurch könnte sich die Fachkräftesituation langfristig verbessern. Anders sieht es beispielsweise in Hildesheim-Südniedersachsen und Heilbronn-Franken aus. Dort trifft eine bereits angespannte Versorgung auf eine schwache Ausbildungssituation. Der Fachkräftemangel könnte sich deshalb weiter verschärfen. Gut aufgestellt sind dagegen Flensburg sowie München und Oberbayern: Dort ist die Versorgung derzeit vergleichsweise ausgeglichen und zugleich genügend Nachwuchs vorhanden. Damit wird deutlich, dass der Erfolg der Energiewende nicht allein von Förderprogrammen und Investitionen abhängt. Entscheidend wird auch sein, ob genügend Elektriker, SHK-Fachkräfte, Dachdecker, Zimmerer und Isolierer zur Verfügung stehen.

Bremst der Fachkräftemangel die Energiewende wirklich aus?

Kommentare

0 0 Bewertungen
Wie gefällt Ihnen dieser Artikel?
Abonnieren
Benachrichtigen bei
1 Kommentar
Älteste
Neueste Meistbewertet

Alle drei Faktoren gleichermaßen bremsen die Energiewende aus. Dazu kommt, daß viele Handwerker in anderen Ländern einen 100% Ganzjahres Lohn haben und nicht Stunden einarbeiten müssen oder nur 80-67% lohnersatz bekommen. Die körperliche Ausfallrate ist in physischen Berufen hoch. Um nur zu sagen, das man sich in diesem Fall Weiterbilden soll mach die Handwerker Situation auch nicht besser. Problem ist auch das viele Menschen sich gleich in Führungspositionen rein studieren konnten stadessen sich hoch Arbeiten müssten. Es sind viele Faktoren.

Dieser Beitrag hat Ihnen gefallen?

Dann melden Sie sich doch gleich an zum kostenlosen E-Mail-Newsletter und lassen sich über weitere Neuigkeiten wöchentlich informieren!

Hinweis: Sie können den Newsletter von meistertipp.de jederzeit und kostenfrei abbestellen. Ihre Daten werden nur zum Versand des Newsletters genutzt. Wir geben Ihre Daten nicht weiter. Mehr Informationen zum Umgang mit Nutzer-Daten finden Sie in unserer Datenschutz-Erklärung.

Das könnte Sie auch interessieren

Messen & Kongresse Übersicht 2026

Der große Meistertipp-Kalender: Messen und Kongresse 2026 für Bauindustrie, Baugewerbe, Bauhandwerk und die Bauwirtschaft.

Newsletter

Verpassen Sie nichts mehr mit unserem kostenlosen Newsletter. So werden Sie frühzeitig über anstehende Veranstaltungen informiert und bleiben immer auf dem neusten Stand.

Hinweis: Sie können den Newsletter von meistertipp.de jederzeit und kostenfrei abbestellen. Ihre Daten werden nur zum Versand des Newsletters genutzt. Wir geben Ihre Daten nicht weiter. Mehr Informationen zum Umgang mit Nutzer-Daten finden Sie in unserer Datenschutz-Erklärung.