Energiewende mit Wärmepumpen - Deutschland verspielt Chancen

News | Frank Kessler | 01.09.2020
Energiewende mit Wärmepumpen - Deutschland verspielt Chancen
Foto: BWP

Obwohl die Wärmepumpen-Technologie weltweit auf dem Vormarsch ist, profitieren China, die USA und Japan am meisten davon. In Deutschland ist jedoch das Gegenteil der Fall, denn die staatlichen Steuerlasten beim Strom bremsen den Wärmepumpeneinsatz aus. Am Beispiel des schnellen Abstiegs der deutschen Solarindustrie vor rund zehn Jahren zeigt sich, wie leicht eine gute Wettbewerbsposition verloren geht.

Deutschland bremst sich selbst aus. Der Grund ist der hohe Strompreis. Das führt dazu, dass die Stromwärmepumpen ihren Vorteil nicht ausspielen können, obwohl sie Öl- und Gasheizungen weitaus überlegen sind. Im europäischen Vergleich zahlen die Deutschen die höchsten Strompreise. In Deutschland wird jede Kilowattstunde Strom mit 17 Cent zusätzlich belastet. Bei Erdgas sind es pro Kilowattstunde nur drei Cent. "Wärmepumpen sind dank der viel besseren Effizienz gegenüber traditionellen Heizsystemen in der Lage, den unfairen Strompreisnachteil in Deutschland teilweise auszugleichen", erklärt Stiebel-Eltron-Geschäftsführer Kai Schiefelbein. "Würden die Kostennachteile von Strom gegenüber Erdöl und Gas aber aufgehoben, könnte sich die umweltfreundliche Wärmepumpe deutlich schneller gegen die fossilen Heizsysteme durchsetzen."

Die Folgen für Deutschland

Das Ausland macht diese Fehler nicht. In China, Japan und den USA ist der Strom deutlich günstiger. Die Hersteller produzieren in einer höheren Stückzahl, was sich kostengünstig auswirkt. Für Deutschland hat das fatale Folgen, denn die ausländischen Hersteller können so den europäischen Markt erobern. Die meisten Pumpen werden zurzeit in den skandinavischen Ländern installiert. Das liegt daran, dass die Strompreise dort wesentlich niedriger sind.

Staatlichen Rahmenbedingungen zur Energiewende müssen korrigiert werden

Die Experten schlagen Alarm und raten dazu, Deutschland fit für die Zukunft zu machen. Deutschland hat noch die Chancen, erfolgreich im internationalen Wettbewerb zu sein. Das schafft auch ein großes Potenzial für die Arbeitsplätze in der Branche. Allerdings müssten dazu die staatlichen Rahmenbedingungen korrigiert werden, damit sich das Szenario wie damals bei der Solarindustrie nicht wiederholt.

Steigende Konkurrenz bei Wärmepumpen aus dem Ausland

Asiatische Hersteller drängen schon jetzt auf den europäischen Markt. Das bedeutet, dass sich die Hersteller hierzulande auf einen international umkämpften Markt einstellen müssen. In Norwegen, Schweden und Finnland sind es mehr als 20 Wärmepumpen pro 1.000 Haushalte - in Deutschland bisher nur gut zwei. Die regulatorischen Rahmenbedingungen müssen unbedingt angeglichen werden, sonst guckt Deutschland - auch im Bezug auf die Energiewende - in die Röhre.

Aktuelle Kommentare zum Beitrag.

Wir stellen diese Frage, um automatisierten Spam zu verhindern.

Das könnte Sie auch interessieren.