EnEV steigert Baukosten um zehn Prozent

News , 07.05.2014 , Frank Kessler Bild zu: EnEV steigert Baukosten um zehn Prozent
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Ein weiterer Monatswechsel liegt hinter uns und mit ihm neue Preissteigerungen. Während die Autofahrer durch die Neuregelung des Punktesystems stärker belastet werden, trifft es Bauherren durch die Energieeinsparverordnung (EnEV) seit 1. Mai 2014 ebenfalls härter. Wer nämlich nach dem 1. Mai 2014 eine Baugenehmigung erhält, der muss nun wesentlich höhere Kosten für den verschärften energetischen Neubau-Standard in Kauf nehmen.

Wieder einmal bestätigt sich der weitverbreitete Eindruck, dass alles teurer wird. Wer nun nach dem 1. Mai 2014 eine Baugenehmigung für sein Eigenheim erhält, der muss sich seit dem Stichtag an die Vorgaben im Rahmen der neuen EnEV halten. Natürlich ist es erst mal nicht schlecht, wenn hier Verbesserungen vorangetrieben werden. Doch wie so oft, führen diese auch Preiserhöhungen mit sich. Fachleute vermuten dabei gut zehn Prozent höhere Kosten für Bauherren.

Energetisches Bauen hat höchste Priorität, darüber sind sich im Grunde alle einig. Dennoch muss das Ganze auch noch attraktiv sein, ansonsten wird man eine Gegenentwicklung erleben, die der Bauwirtschaft und damit der Gesamtwirtschaft nicht helfen wird. Aus diesem Grund fordert aktuell auch der Landeshandwerkspräsident Baden-Württembergs, Joachim Möhrle, Förderprogramme, die die Mehrkosten der Bauherren in gewissem Maße abfedern. Denn wenn die Attraktivität zum Bauen durch solche EnEV-Regelungen weiter sinkt, werden auch die Aufträge in der Bauwirtschaft zurückgehen.

Die seit 1. Mai 2014 gültigen Vorgaben der EnEV betreffen vor allem Neubauprojekte, für die die Baugenehmigung erst nach dem 1. Mai 2014 erlassen wurde. Wer vor diesem Termin seine Baugenehmigung erhalten hat, den betrifft die Änderung nicht mehr. Ansonsten gilt die Vorgabe nun besonders für die Heizungs- und Klimatechnik sowie den Wärmestandard eines Gebäudes.

Neben Neubauprojekten nach dem Stichtag sind aber auch Bestandsbauten von der Neuregelung der EnEV betroffen. So müssen demnach Heizkessel, welche vor 1. Januar 1985 eingebaut wurden, durch die Immobilieneigentümer ab Januar 2015 ausgetauscht werden.