Entsorgung Bauschaum - Baugewerbe ohne Umweltbewusstsein

News , 18.07.2019 , Frank Kessler Entsorgung Bauschaum - Baugewerbe ohne Umweltbewusstsein
Foto: PDR

Bauschaum wird auf Baustellen gerne eingesetzt. Doch eine aktuelle Umfrage bei den Baustoffhändlern hat große Defizite beim Recycling von Bauschaumdosen zutage gebracht. Eine unsachgemäße Sammlung führt oft zu einer umweltschädlichen Verbrennung der Dosen. Die Händler sind deshalb aufgefordert, eine Dosenrücknahme als Service anzubieten. Das wäre ein wichtiger Beitrag zum Klima- und Ressourcenschutz.

Während in der Automobilbranche das Spaltmaß über die Verarbeitungsqualität entscheidet, wird in der Bauwirtschaft einfach mit Bauschaum ausgeglichen. Doch dieser kann darüber hinaus auch dämmen, dichten und kleben. So ist das wichtigste Einsatzgebiet die Befestigung von Wärmedämmverbundsystemen (WDVS). Insgesamt werden beim Haus- und Innenausbau werden so jährlich rund 25 Millionen Dosen von dem Bauschaum Polyurethan (PU) verbraucht. Diese enthalten noch gefährliche Reststoffe. Aus diesem Grund sind sie auch als gefährlicher Abfall eingestuft und müssen getrennt gesammelt werden. Sie dürfen deshalb nicht in den gelben Sack, Restmüllcontainer oder Baumischcontainer. Es sind jedoch hauptsächlich die Profianwender im gewerblichen Bereich, die diese Trennung selten vollziehen. Das schadet unserer Umwelt, denn nur durch eine sorgfältige Trennung dieser Dosen kann eine sortenreine Erfassung erfolgen. Nach Einschätzung der Deutschen Umwelthilfe (DUH) liegt die problematische Sammlung vor allem bei Profianwendern. Hier fehlt häufig das Bewusstsein zur Trennung und ein unzureichendes Serviceangebot zur Dosenrücknahme der Baustoffhändler.

Deutsche Umwelthilfe kritisiert geringen Umweltschutz im Baugewerbe

Die DUH fordert deshalb eine bessere Kundeninformation und als Serviceleistung die Rücknahme dieser Dosen. Bei 100 Baustoffhändlern ergab eine Umfrage, dass hier kaum Interesse besteht. "Trotz Nachfragen antwortete die Mehrzahl der Profiverkäufer nicht einmal. Das ist ein schlechtes Zeichen”, erklärt die Stellvertretende DUH-Bundesgeschäftsführerin Barbara Metz besorgt. “Wenn Baustoffhändler Umweltschutz ernst meinen, dann müssen sie auch die volle Verantwortung für die von ihnen in Verkehr gebrachten Produkte übernehmen. Insbesondere dann, wenn diese Schadstoffe beinhalten."

Mehr Kundeninformation wird gefordert

Der Gesetzgeber schreibt vor, dass die Käufer darüber informiert werden müssen, wie die Dosen ordnungsgemäß entsorgt werden müssen. Kleine Hinweiszettel in den Kisten reichen nicht aus. Wirklich notwendig sei eine proaktive Information durch geschultes Personal. Außerdem sollten im Eingangs- und Verkaufsbereich gut sichtbare Hinweisschilder angebracht werden. Der Baustoffhändler Adolph Würth GmbH & Co. KG (Würth) ist ein Musterbeispiel für eine gute Kundeninformation. Gut sichtbare Hinweisschilder befinden sich an Informationstafeln oder Regalschienenbilder. Außerdem werden die Kunden durch mündliche Informationen der Mitarbeiter darauf hingewiesen. Andere Baustoffhändler wären gut beraten, diesem Beispiel zu folgen.

Zerstörung wertvoller Ressourcen und Schädigung des Klimas

Beim Verkauf von Bauschaum zwischen dem Kunden und dem Verkäufer ergibt sich ein direkter Kontakt. Hier gibt es wichtige Ansatzpunkte, um über das Recycling der Bauschaumdosen zu sprechen. Würde der Baustoffhändler die Dosen zurücknehmen, könnten deutschlandweit die bisher falsch entsorgten Dosen in Millionenhöhe recycelt werden. Auch hier ist das Baustoffunternehmen Würth ein Paradebeispiel. Die Kunden können hier kostenlos die Dosen zurückgeben. Alternativ bietet er auch eine Mitnahme auf den Baustellen an. Werden diese Dosen mit dem Restmüll entsorgt, so entsteht ein sehr großes Umweltproblem, denn so landen die Dosen in der Verbrennung. Dadurch wird das Klima belastet und wertvolle Ressourcen zerstört.