Erdbebensicheres Bauen - Baumängel vermeiden

News , 01.08.2019 , Frank Kessler Erdbebensicheres Bauen - Baumängel vermeiden
Foto: VPB

Erdbeben kommen besonders häufig in Italien vor, dort bebt die Erde regelmäßig. In Deutschland sieht es dagegen anders aus. Doch auch Deutschland bleibt von diesem Naturphänomen nicht komplett verschont. Wenn allerdings zwischen den Alpen und der Nordsee die Erde bebt, fallen die Schäden geringer aus. Eine der gefährdeten Regionen Deutschlands ist der Bodensee. Daher kommt es dort auf erdbebensicheres Bauen an.

In Deutschlands Erdbebengebieten muss anders gebaut werden als in anderen Regionen. Erdbeben sind hierzulande zwar seltener, aber eine der gefährdeten Regionen ist der Bodensee. "Wir, auf der Nordseite des Sees, gehören zur Erbebenzone 2. Aber nur wenige Kilometer nördlich von uns beginnt bereits die Erbebenzone 3. Das ist die höchste Stufe in Deutschland", erläutert Dipl.-Ing. Stefan Hubenschmid, Sachverständiger beim Verband Privater Bauherren (VPB) und Leiter des VPB-Regionalbüros Konstanz. Viele Bauherren fehlt dazu das Wissen. Das geht aber auch vielen Baufirmen so, die nicht aus der erbebenbetroffenen Region kommen. Die Folge sind Baumängel. Am Anfang fallen diese gar nicht auf. Erst, wenn die Erde bebt, entstehen Risse und decken die Schwächen auf.

Die drei Erdbebenkategorien von Deutschland

Drei Erdbebenkategorien gibt es in Deutschland. Sie sind in Stufe null bis Stufe drei unterteilt. Wissenschaftliche Untersuchungen haben diese Zonen festgelegt. Daraus ist eine Erdbebenzonenkarte entstanden, die in Potsdam beim Deutschen Geoforschungszentrum hinterlegt ist. Zu den Erdbebengebieten in den Zonen zwei und drei gehören die Kölner Bucht, die schwäbische Alb und der Südwesten von Baden-Württemberg. Zur Erdbebenzone eins gehören das Voralpenland, der Streifen von Chemnitz-Plauen bis nach Halle-Leipzig sowie der gesamte Rheingraben. In diesen Regionen müssen Gebäude erdbebensicher geplant und gebaut werden. Das Landesbaurecht hat dazu entsprechende Regeln. Natürlich müssen die Gebäude bei uns nicht so aufwendig konstruiert werden wie in Japan. Trotzdem müssen die Bauwerke auch hierzulande Erdschwingungen und Stöße aufnehmen können. Dazu muss das Bauwerk im Aufriss und im Grundriss regelmäßig sein. Das wird dadurch erreicht, dass tragende Wände übereinander angeordnet werden. Auch alle Stützen und Wände eines Geschosses müssen durch steife und tragfähige Deckenkonstruktionen in horizontaler Richtung gekoppelt sein.

Was kann dennoch schiefgehen?

Bei der Planung in einem Erdbebengebiet kann trotzdem einiges schiefgehen. Der häufigste Fehler ist die Wahl des falschen Statikers. Häufig kommt es vor, dass Statiker aus einer anderen Region beauftragt werden. Oft kennen sich diese nicht mit den örtlichen Gegebenheiten der Region aus. So kommt es durchaus vor, dass Maurer nicht die richtigen Steine verwenden oder dass ohne Rücksprache andere eingesetzt werden. Aus diesen Gründen empfiehlt der VPB heimische Planer und Firmen mit dem Bau zu beauftragen. Diese kennen sich aus und wissen um die Problematik.