Erheblicher Beschäftigungsanstieg im Baugewerbe

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Foto: Roland Riethmüller

Die Beschäftigung im Bauhauptgewerbe wird im kommenden Jahr die 800.000-Beschäftigten-Marke überschreiten. Daher sollten Flüchtlinge über Praktika und Einstiegsqualifizierung fit für den Bauberuf gemacht werden. Langfristig gesehen soll auch die Digitalisierung gegen den Fachkräftemangel als wirksames Mittel eingesetzt werden. Denn alleine die duale Ausbildung kann die ständig wachsende Nachfrage nach Fachkräften kaum decken.Auch in diesem Jahr wird sich der in der deutschen Bauwirtschaft anhaltende Beschäftigungsaufbau weiter durchsetzen. Es sei damit zu rechnen, dass rund 796.000 Beschäftigte Arbeit am Bau finden würden. Diese Prognose stellte der Präsident des Hauptverbandes der Deutschen Bauindustrie (HDB), Peter Hübner, kürzlich in Berlin vor. Seit 2016 wären dies rund 15.000 zusätzliche Mitarbeiter. Gleichzeitig wird für das kommende Jahr prognostiziert, dass die Zahl um weitere 10.000 Beschäftigte ansteigen wird. Damit hätte die Baubranche seit 2003 erstmals wieder über 800.000 Arbeitskräfte. Gegenüber dem Beschäftigungstiefpunkt von 2009 sind das 100.000 zusätzliche Mitarbeiter.Bedarf an Fachkräften ist schwierig zu deckenDoch die duale Ausbildung allein kann diese ständig steigende Nachfrage nach Fachkräften nicht decken, davon ist Hübner überzeugt. Selbst die Steigerung der Zahl der abgeschlossenen Ausbildungsverträge um zwei Prozent auf 12.000 kann diese Anforderungen nicht erfüllen. Daher findet zur Zeit der Beschäftigungsaufbau über Mitarbeiter aus dem europäischen Ausland und durch die Integration arbeitsloser Baufacharbeiter statt. Das bewirkte ein Absinken der Zahl der arbeitslosen Baufacharbeiter in 2016 auf 27.700. Das sind 5.000 weniger als im Vorjahr. Die Zahl der ausländischen Mitarbeiter ist dabei gleichzeitig auf 109.000 Personen gestiegen. Der Anteil dieser Beschäftigten liegt momentan bei 14 Prozent. Die Flüchtlinge aus Krisenländer konnten bisher allerdings von dieser Entwicklung nicht profitieren. Im Baugewerbe erreicht deren Zahl nur 0,2 Prozent.Baugewerbe offen für FlüchtlingeHübner erklärte ferner, dass eine Umfrage des Deutschen Industrie- und Handelskammertages (DIHK) ergeben hat, dass die Bauunternehmer offen für die Einstellung von Flüchtlingen im Bauhauptgewerbe sind. Schon heute haben demnach zwölf Prozent der befragten Bauunternehmen Flüchtlinge in Beschäftigung. Rund 43 Prozent der Befragten wollen Flüchtlinge ausbilden. Dennoch drohe trotz Zuwanderung aufgrund des demographischen Wandels ein Mangel an Fachkräften. Rund 74 Prozent der Bauunternehmer sehen daher eine deutliche Beeinträchtigung durch den Fachkräftemangel.Die Digitalisierung aller Planungs- und Bauprozesse berge große Innovations- und damit auch Rationalisierungspotentiale. Ohne politische Rückendeckung sei der Prozess schwer umsetzbar. Hübner begrüßt es deshalb, dass das BMVI die Anstöße der Reformkommission „Bau von Großprojekten“ zum verstärkten Einsatz von Building Information Modeling (BIM) aufgegriffen hat.

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