Erster Kreisverkehr mit ClAir Asphalt zur Luftreinigung

Erster Kreisverkehr mit ClAir Asphalt zur Luftreinigung
Foto: Strabag / Timo Lutz Werbefotografie

In Dinslaken ist erstmals ein Kreisverkehr mit ClAir Asphalt ausgebaut worden. Dieser innovative Straßenbelag der Strabag verfügt über eine automatische Luftreinigungsfunktion. Denn durch das eingesetzte Abstreumaterial wird bei Einstrahlung von Sonnenlicht eine Photokatalyse in Gang gesetzt. Dabei werden Stickoxyde in harmlose Nitrate umgewandelt. Positiver Nebeneffekt dieses innovativen Straßenbelags ist auch die deutliche Lärmminderung.

Als dritte Stadt am Niederrhein setzt Dinslaken auf ClAir Asphalt im Kampf gegen die Schadstoffe in der Luft. Die Stadt hat somit den ersten Kreisverkehr mit Luftreinigungsfunktion. Insgesamt ist es jedoch schon die dritte Kommune in Nordrhein-Westfalen, die sich für verbesserten Klimaschutz durch diese innovativen Straßenbelag der Strabag entschieden hat. Dies wurde im Zuge der Kanal- und Straßensanierung in der Augustastraße umgesetzt.

ClAir Asphalt bewirkt Photokatalyse

Das eingesetzte Abstreumaterial aus mit Titandioxid (TiO2) versetztem, ultrahochfestem Beton (UHPC) baut unter Einwirkung der UV-Strahlung im Sonnenlicht die in der Luft gebundenen Stickoxide (NOx) ab und wandelt diese in unschädliche Nitrate um. Strabag hat eigens für diese Photokatalyse ein Einbauverfahren entwickelt, das nachhaltig in die heiße Oberfläche des Asphalts eingebunden wird. In Dinslaken wurden rund 8.600 Kilogramm auf eine Fläche von 6.600 Quadratmetern verbaut. In vielen Städten in Deutschland überschreitet die Konzentration dieser Stickoxide an vielen Verkehrsknotenpunkten den erlaubten Grenzwert der Europäischen Union von 40 Mikrogramm pro Kubikmeter Luft. Dinslakens Bürgermeister Dr. Michael Heidinger erklärte: „An der Augustastraße wurde dieser Grenzwert zwar nicht erreicht; dennoch möchte die Stadt Dinslaken den klimafreundlichen Mehrwert von ClAir Asphalt nutzen, um unser Streben nach innovativem Klimaschutz weiter voranzubringen.“

26 Prozent NO2-Senkung ohne Verbrauch des Photokatalysators

Die ersten Pilotprojekte begannen im Frühjahr 2019. Seitdem ist die Zahl deutscher Kommunen ständig gewachsen, die auf diesen innovativen Lösungsansatz setzen. Darunter sind Erlangen, Aachen und Oberhausen. Entwickelt wurde der luftreinigende Belag gemeinsam mit neun Partnern aus Wissenschaft und Wirtschaft im vom Bund geförderten Forschungsprojekt NaHiTAs (Nachhaltiger HighTech-Asphalt). Feldversuche haben gezeigt, dass ClAir Asphalt die Stickstoffdioxid-Konzentration in der Luft über den Prozess der Photokatalyse unter Idealbedingungen um bis zu 26 Prozent reduzieren kann. Ein Verbrauch des Photokatalysators findet nicht statt. Stattdessen bleibt er dauerhaft in der Straßenoberfläche erhalten.

35 Prozent Lärmminderung als positiver Nebeneffekt

Außerdem trägt er auch wesentlich zur Lärmminderung bei. Das haben Messungen am Neckartor in Stuttgart ergeben. Danach hat sich der Lärmpegel bei 40 Stundenkilometer nach dem Einbau um 1 bis 2 dB(A) verringert, was in der akustischen Wahrnehmung einer Abnahme des Verkehrsaufkommens um bis zu 35 Prozent entspricht. Somit setzt jetzt auch Dinslaken auf den Klimaschutz durch den neuen Straßenbelag in der Augustastraße. Andere Kommunen werden sicherlich dem guten Beispiel folgen und somit auch für mehr Luftreinheit und Lärmminderung sorgen.

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