EU-Vorgaben erzwingen nachhaltiges Bauen – jetzt Chancen nutzen

Die Baubranche steht vor einem Umbruch: Mit 42 Prozent der CO2-Emissionen ist sie ein wichtiger Schlüssel zur Erreichung der Klimaziele. Neue EU-Vorgaben und steigende Investorennachfragen erhöhen den Druck auf den Bereich nachhaltiges Bauen. Eine aktuelle Studie zeigt: Fusionen und Übernahmen nehmen zu, um Energieeffizienz, Ressourcenmanagement und ESG-Kriterien zu erfüllen. Jetzt ist die Zeit, auf nachhaltige Bauprojekte zu setzen – das sichert langfristige Wettbewerbsvorteile.

Bekanntermaßen stammen rund 42 Prozent der CO2-Emissionen aus der Baubranche. Nachhaltiges Bauen ist daher einer der größten, wenn nicht sogar der größte Hebel, um die Klimaziele zu erreichen. Die Forderungen nach verantwortungsbewusstem Bauen werden daher immer größer. So haben die Vorgaben der EU-Richtlinie über die Gesamtenergieeffizienz von Gebäuden (Energy Performance of Buildings Directive oder kurz EPBD) in den vergangenen Jahren für immer mehr Druck gesorgt. Doch dieser wird auch weiterhin immer mehr steigen. Denn Ressourcenmanagement, Energieeffizienz und Systemvernetzung rücken verstärkt in den Fokus der Unternehmen. Das treibt die Baubranche zu verstärkten Fusionen und Übernahmen. Eine aktuelle Studie der Beratungsgesellschaft S&B Strategy hat diese Herausforderungen nun näher untersucht. Rund 200 Transaktionen im Bereich nachhaltiges Bauen wurden dafür detailliert analysiert.

Deutliche Zunahme der M&A-Aktivität im Bereich nachhaltiges Bauen

Das Ergebnis der Studie zeigt, dass die Aktivitäten im Bereich der Fusionen und Übernahmen (Mergers & Acquisitions oder kurz M&A) seit einigen Jahren stark zunehmen. Sie verweist auch auf die verschiedenen Elemente für nachhaltiges Bauen, darunter Gebäudehüllen, Materialien, Infrastruktur und Energiesysteme. Die M&A-Trends in diesen Segmenten umfassen im Allgemeinen die Akquisition von Spezialisten für nachhaltige Materialien, die Integration von ESG-konformen Praktiken und Technologien sowie die Konvergenz verschiedener Gewerke. ESG steht für Environmental, Social und Governance (übersetzt: Umwelt, Soziales und Unternehmensführung) und handelt sich um ein detailliertes Regelwerk zur Beurteilung der nachhaltigen und verantwortungsvollen Unternehmenspraktiken.

Traditionelle Unternehmen fördern verstärkt nachhaltige Energiesysteme

Es sind besonders die konventionellen Akteure, die nachhaltige Unternehmen beauftragen. „Insbesondere im Bereich der Energiesysteme beobachten wir eine starke Zunahme von Gruppenbildungen, die auf eine Steigerung der Installationskapazitäten abzielen“, erklärt Patrick Seidler, Managing Partner bei S&B Strategy und Studienautor. „Dieser Trend deckt sich mit unseren Erwartungen hinsichtlich der steigenden Nachfrage nach erneuerbaren und effizienteren Energiesystemen wie PV-Anlagen und Wärmepumpen.“ 

Nachhaltiges Bauen stärkt langfristig Wettbewerbsvorteile

Die Studie macht ebenfalls deutlich, dass die Unternehmen durch nachhaltiges Bauen profitieren können. Das gelingt ihnen, wenn sie für Investoren ihre Attraktivität steigern und sich auf langfristiger Ebene Wettbewerbsvorteile schaffen. Aus diesem Grund haben traditionelle Akteure mehr Priorität auf nachhaltiges Bauen gesetzt. Es hat sich gezeigt, dass sich ESG-Kriterien positiv auf die Bewertungen der Unternehmen auswirken. Daran wird sich auch in Zukunft nichts ändern, denn die Nachfrage der Investoren nach Unternehmen, die diese Anforderungen erfüllen, wird steigen.

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