Extremhitze am Bau: Ausfallgeld statt Hitzepause gefordert

Foto: imagesourcecurated / envatoelements

Immer häufiger tritt Extremhitze im Sommer auf. Amtsärzte fordern daher mittags eine verlängerte Hitzepause für die Beschäftigten, die unter freiem Himmel arbeiten müssen. Das ist jedoch nicht ganz einfach. Denn eine Ausdehnung der Arbeitszeiten am Morgen und Abend ist aufgrund gesetzlicher Regelungen problematisch. Daher werden Forderungen laut, an besonders heißen Tagen die Arbeit einzustellen und ein Ausfallgeld wie bei den Dachdeckern zu zahlen.

In Deutschland werden die Sommer immer heißer. Darunter leiden auch die Beschäftigten im Baugewerbe. Hitzeerkrankungen wie Sonnenstich, Hitzeerschöpfung und Hitzschlag nehmen ebenso wie Fälle von Hautkrebs zu. Die Amtsärzte fordern deshalb eine verlängerte Mittagspause für die Beschäftigten wegen der Hitze. Das setzt jedoch voraus, dass die Arbeiten im Freien bereits um sieben Uhr morgens beginnen und bestimmte Arbeiten auch in die späten Abendstunden verlegt werden können. Denn während der Mittagszeit, wenn die Hitze am stärksten ist, sollen die Beschäftigten eine Hitzepause einlegen.

Konflikte mit dem Lärmschutz wegen der Hitzepause

Doch der Lärmschutz steht diesem Vorschlag im Wege. „Dieses Modell lässt sich aber bei Bauarbeiter*innen, Erntehelfer*innen und Reinigungskräften nicht so einfach anwenden“, erklärt Robert Feiger, der Bundesvorsitzender der Industriegewerkschaft Bauen-Agrar-Umwelt (IG Bau). Denn sollten Bauarbeiten bereits vor sieben Uhr morgens beginnen, gibt es Probleme mit dem Lärmschutz. Das gilt ebenfalls für den Abend, wenn die Menschen in ihrem Zuhause den Feierabend genießen wollen. Erschwerend kommt noch hinzu, dass die Fachkräfte teilweise lange Wege zur Arbeit hinnehmen müssen. So sind unter Umständen Anfahrtswege zur Baustelle von ein bis eineinhalb Stunden eingeplant. Feiger macht deutlich, dass aus diesem Grund der Arbeitstag unangemessen lang werden würde.

Ausfallgeld nach dem Vorbild der Dachdecker

Eine Siesta auf der Baustelle in einem Container zu verbringen, sei aber auch nicht gerade optimal. Eine echte Erholung ist diese Art der Hitzepause nicht. Es gäbe bei diesen Temperaturen, die teilweise bei über 40 Grad Celsius liegen, nur eine Alternative: Der Arbeitsplatz auf dem Bau, auf dem Feld oder auf der Dachterrasse müsse verlassen werden. Die fehlende Arbeitszeit könne mit einem Ausfallgeld von staatlicher Seite ausgeglichen werden. Feiger verweist dabei auf eine Regelung, die bereits vor drei Jahren bei den Dachdeckern eingeführt wurde. Müssen die Arbeiten wegen des Wetters eingestellt werden, bekommen die Beschäftigten für die ausgefallene Arbeitszeit einen Ausgleich in Höhe von 75 Prozent. Diese Regelung hat eine Gültigkeit von maximal 53 Stunden. Von daher folgt man dem Rat der Ärzte, eine Hitzepause einzulegen.

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