Fachkräfte auf dem Bauarbeitsmarkt knapp

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Rainer Sturm / pixelio.de

Aufgrund des anhaltenden Aufwärtstrends in der Baubranche wird auch auf dem Arbeitsmarkt die Luft für die Bauunternehmen immer knapper. Da auch die Zuwanderung aus den MOE-Staaten hinter den bisherigen Erwartung zurück bleibt, leiden die Betriebe inzwischen unter akutem Fachkräftemangel. Die Baufachverbände fordern daher eine erhöhte Stimulation der Ausbildungsbereitschaft und die konkrete Förderung der Ausbildungsreife.

Im Rahmen dieser Tatsachen und der kürzlich veröffentlichen Arbeitsmarkzahlen, äußert sich der Hauptgeschäftsführer des Hauptverbandes der Deutschen Bauindustrie Michael Kipper besorgt. „Der Bauarbeitsmarkt wird mit florierender Baukonjunktur immer enger. Immer mehr Unternehmen leiden inzwischen unter dem Mangel an Facharbeitern.“ Während im Juli 2009 noch acht arbeitslose Baufacharbeiter auf eine gemeldete Stelle entfielen, waren es im Juli 2011 nur noch drei. Hierbei bleibt noch unberücksichtigt, dass einige offene Stellen gar nicht gemeldet werden. Dies lässt also darauf schließen, dass die „Dunkelziffer“ noch wesentlich höher liegt.

Die Arbeitsmarkzahlen der Bundesagentur für Arbeit legen auch erstmals dar, dass es eine deutliche Differenzierung zwischen Baufacharbeitern und Bauhelfern gibt. Dies macht sich deutlich, da die „Helferberufe“ diesmal komplett unberücksichtigt blieben bzw. aus der Statistik herausgenommen wurden. Diese neue Bewertung führt dazu, dass sehr transparent dargestellt werden kann, dass die Reserven an Arbeitskräften in der Branche erschöpft sind. Während in der Vergangenheit etwa mehr als 90.000 Baufacharbeiter dem Bauhauptgewerbe zugeordnet wurden, sind es nun gerade mal noch 32.000 Baufacharbeiter. Dabei muss natürlich erwähnt werden, dass dieser „Kern“ nur begrenzt für den Arbeitsmarkt zur Verfügung steht. Begrenzt deshalb, weil einige Arbeiter wegen gesundheitlicher Probleme aufweisen, die wiederum zu langer Erwerbslosigkeit führen, welche eine Integration in den Arbeitsprozess erschwert.

Sollte dieser Entwicklung in den nächsten Jahren, bis 2020, nicht massiv gegengesteuert werden, wird die Lücke auf bis zu 60.000 gewerblichen Fachkräften wachsen. Um dies so prognostizieren zu können, legt man ein 0,9%iges Wachstum des Bauvolumens bis 2020 zugrunde. Darüber hinaus bleibt zu berücksichtigen, dass die Zahl der Lehrlinge im ersten Lehrjahr im Jahresschnitt um 2 % wächst und im Jahresschnitt circa 11.000 Fachkräfte in den Ruhestand gehen. Selbst mit der Zuwanderung von MOE-Arbeitnehmern, ist diese voraussichtliche Lücke wohl nicht zu  schließen. Bis zum heutigen Tage sind lediglich 2.700 Beschäftigte aus acht neuen Mitgliedsstaaten zugewandert.

Ein vielleicht einfaches Mittel zum Bekämpfen des Fachkräftemangels sollte somit die Investition in Aus- und Weiterbildungen sein. Dies lässt sich zum einen natürlich intern mit bereits beschäftigten Mitarbeitern umsetzen. Zum anderen aber auch mit Schulabgängern, die auf den ersten Blick erst einmal nicht qualifiziert genug erscheinen. Das soll also heißen, dass man in der derzeitigen Situation auch mit einem etwas schlechteren Schulabschluss durchaus gute Chancen für den Einstieg den Bauarbeitsmarkt erhalten kann. Eine Möglichkeit bildet hierbei auch eine „Vorab-Qualifizierung“, z.B. durch Nachschulungsangebote bei bestimmten Schwächen, wie Leseschwäche. Als Unterstützung könnten dabei die überbetrieblichen Ausbildungszentren ihren Beitrag leisten. So können die Schulabgänger, mit möglichen Defiziten in solchen Einrichtungen  auf den Arbeitsmarkt vorbereitet und „ausbildungsreif“ gemacht werden.

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