Fachkräftemangel am Bau – Bauwirtschaft für mehr Einwanderung

Fachkräftemangel am Bau - Bauwirtschaft für mehr Einwanderung

Noch immer ist der Fachkräftemangel eines der Hauptthemen in der Bauwirtschaft. Mitarbeiter aus Deutschland zu gewinnen, ist fast unmöglich geworden. Die Fachkräftegewinnung ist nur noch mit Arbeitskräften aus dem Ausland erfolgreich. Das setzt aber Änderungen bei den Einwandergesetzen voraus. Außerdem müssten auch Anreize geschaffen werden, um neue Mitarbeiter am Bau zu gewinnen. Vielfach scheitert eine Einwanderung an den komplizierten Regeln.

In der Bauwirtschaft fehlt es noch immer akut an Fachkräften. „Der Fachkräftemangel ist eines der drängendsten Probleme in der Bauwirtschaft“, brachte es Martin Steinbrecher, Präsident der Bundesvereinigung mittelständischer Bauunternehmen (BVMB) auf den Punkt. Beim Tag der mittelständischen Bauwirtschaft in Bonn erklärte er, dass schon längst ein Punkt erreicht sei, an dem es fast unmöglich sei, inländische Arbeitnehmer von der Attraktivität der Arbeiten am Bau zu überzeugen. Dringend wird deshalb eine Fachkräfteeinwanderung benötigt.

Die Politik muss im Kampf gegen den Fachkräftemangel tätig werden

Steinbrecher betonte weiter, dass es ein großes Problem der mittelständischen Bauwirtschaft sei, geeignete Fachkräfte zu finden. Ohne die Unterstützung der Politik könne das Problem nicht gelöst werden. Um Baustellen in Zukunft besetzen zu können, müsste auf ausländische Mitarbeiter zurückgegriffen werden. Das würde jedoch oft an den komplizierten Einwanderungsregeln scheitern. Weiterhin müssten Anreize geschaffen werden, damit mehr Menschen eine Arbeit am Bau in Erwägung ziehen. Nicht nur Akademiker dürften von den Erleichterungen bei den Einwanderungen profitieren.

Die Bauwirtschaft ist sich ihrer Verantwortung in Bezug auf die Nachhaltigkeit bewusst

Er verwies außerdem auf den Beitrag der Bauwirtschaft zum Klimaschutz. Dabei widersprach er der Annahme, dass die Bauwirtschaft die größte Schuld an den Treibhausgasemissionen trage. Trotzdem setze sich die Bauwirtschaft auch in Zukunft für den Klimaschutz ein. Im Zusammenhang mit nachhaltigem Bauen verwies Steinbrecher auf den „Grünen Zement“. Die naheliegenden Ansätze zum Klimaschutz würden aber nicht beachtet werden. Durch bautechnische Innovationen könne die Bauzeit eines Projekts deutlich verkürzt werden. Bauliche Beseitigungen von Engstellen im Bereich der Bundesstraßen können zur Verringerung von Staus beitragen. Die CO2-Emissionen könnten somit gesenkt werden.

Fachkräftegewinnung durch Einwanderung als Ziel

Dennoch ist das Hauptproblem der Bauwirtschaft der Fachkräftemangel und ein oberstes Ziel muss die Fachkräftegewinnung sein. Wenn die Fachkräftegewinnung nur aus dem Ausland möglich ist, dann müssten die Voraussetzungen für eine Einwanderung dafür erleichtert werden. Denn noch stehen die Menschen, die gerne auf dem Bau arbeiten möchten, vor großen Herausforderungen.

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Fachkräftemangel

Es ist eine Frage, wie die Anreize von der Politik gesetzt werden. Wenn jemand für seine Arbeit netto nur marginal mehr bekommt, als jemand, der nicht arbeitet, warum soll dann jemand arbeiten?

Einfach die Sozialbeiträge absenken, dann verschwindet der Fachkräftemangel…

 

Fachkräftemangel

Sozialbeiträge können nicht einfach gesenkt werden. Bei sozialen Unruhen wären Sie der erste, der sich in die Hosen scheisst vor Angst.

Vernünftiger Lohn, weniger Stress und vorallem Anerkennung des Handwerkes in der Gesellschaft. Handwerker werden regelrecht körperlich verschlissen bis zum geht nicht mehr. Und dann vom Staat im Stich gelassen. Das ende ist, Knochen kaputt und Harz4. Mit über 50 will dich keiner mehr haben. So sieht es aus. Dann kannste von deinen paar Euro ersparten erstmal leben bis Leistungen vom Amt kommen. Das tut sich keiner mehr an. Lieber einen ruhigen machen, gesund bleiben und im Alter noch halbwegs was vom Leben haben. Für unter 20-€/h sollte kein Handwerker mehr arbeiten gehen. Ausländer kommen auch nicht mehr für wenig Geld arbeiten. Der Zug ist abgefahren. Selbst jetzt zahlen viele Handwerksfirmen lediglich 13-14€ und jammern das keiner mehr Handwerker werden will. Lächerlich.

Einwanderung JA, aber dann fair.

Würde auch sagen, dass die Politik bei vielen Themen nachbessern muss. Viele ausländische Fachkräfte landen noch immer in dubiosen Unternehmen/Scheinselbsständigkeiten etc. da kommt nichts vom Mindestlohn an. Habe selbst vor einiger Zeit versucht den Mindestlohn in den Tarifverträgen zu finden. Absolute Katastrophe habe nachher aufgegeben. Alles ist in 100 Dateien irgendwo zum herunterladen versteckt. Wenn ich mich jetzt in die Lage von einem polnische, rumänischen, slowakischen Facharbeiter versetzte … dann würde ich es mir auch 2 mal überlegen den Sprung ins ungewisse zu Wagen. Habe gerade vor kurzem Crafthunt hier auf der Seite gesehen und bin gespannt ob die was richtig macht. 

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