Fachkräftemangel am Bau - jeder dritte Betrieb hat noch Bedarf

News | Frank Kessler | 09.11.2021
Fachkräftemangel am Bau - jeder dritte Betrieb hat noch Bedarf
Foto: Roland Riethmüller

Laut einer aktuellen Studie hat sich der Fachkräftemangel im Hochbau noch weiter verschärft. Für die Baubranche bedeutet das eine hohe Belastung. Hinzu kommt, dass die Auftragsbücher in der Bauwirtschaft prall gefüllt sind. Doch obwohl die Ausbildungszahlen steigen, hat die Branche große Nachwuchsprobleme. Das liegt zum Teil auch daran, dass das Baugewerbe ein zu geringes gesellschaftliches Ansehen hat.

Die Auftragsbücher in der Bauwirtschaft sind voll, die Betriebe verfügen über hohe Auftragsreichweiten. Trotzdem leidet die Branche unter einem zentralen Problem, denn noch immer mangelt es in der Baubranche an Fachpersonal. Eine Umfrage des Leibniz-Instituts für Wirtschaftsforschung an der Universität München (ifo-Institut) ergab, dass 34,1 Prozent der Betriebe am Bau im Oktober einen Mangel an Fachkräften verzeichneten. Im Vormonat waren es 33,5 Prozent. Im Tiefbau gingen die Zahlen von 37,9 Prozent auf 36,8 Prozent leicht zurück. Damit wird der Fachkräftemangel zu einer essenziellen Herausforderung für die Bauwirtschaft. “Mehr als jedes dritte Unternehmen findet nicht genügend Personal. Gleichzeitig bleibt die Nachfrage nach Bauleistungen sehr hoch, die Auftragsbücher sind prall gefüllt", erklärt ifo-Forscher Felix Leiss. "Im Tiefbau haben die Auftragsbestände eine Reichweite von stolzen 3,8 Monaten. Im Hochbau sind es sogar 5,2 Monate, ein Rekordwert."

Neben Fachkräftemangel gibt es auch Materialengpässe

Die Baubranche plagt aber nicht nur das Problem, geeignete Fachkräfte zu finden. Eine weitere Herausforderung ist der Lieferengpass und die stark gestiegenen Materialkosten. In Zeiten von prallen Auftragsbüchern stellen diese Probleme die Baubranche vor schwierige Aufgaben. Denn obwohl sich der Preisanstieg abgeschwächt hat, ist die Situation weiterhin angespannt. Immerhin tragen die insgesamt deutlich gestiegenen Materialpreise nicht gerade zur Verbesserung der Lage bei. Viele Betriebe bleiben auf den gestiegenen Baustoffpreisen sitzen, denn sie können die Kosten nicht im Nachhinein an die Kunden weitergeben. Besonders stark ist der Preisanstieg bei Holz. Das alles macht es der Baubranche nicht leicht.

Unkonventionelle Weg, um junge Leute für eine Ausbildung zu begeistern

Ein vorrangiges Thema bleibt jedoch, den Fachkräftemangel zu beseitigen. Der österreichische Baukonzern Porr geht dafür beispielsweise ganz neue Wege und betritt unbekanntes Terrain. Das internationale Unternehmen nutzt die Plattform Tiktok, um mit lustigen Videos die Baubranche den jungen Menschen näherzubringen. Die Idee scheint erfolgreich zu sein, denn das bisherige Interesse ist sehr groß. Die neu gestartete Kampagne läuft noch bis Jahresende. Auf diese Weise hofft man, reichlich junge Menschen zu finden, die eine Lehre bei Bau machen wollen.

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