Fachkräftemangel bekämpfen - Fachkräftesicherung neu denken

News | Frank Kessler | 16.02.2022
Fachkräftemangel bekämpfen - Fachkräftesicherung neu denken
Foto: Roland Riethmüller

Die Themen Klimaschutz, Digitalisierung und Modernisierung der Infrastruktur stellen Deutschland aktuell und in Zukunft vor große Herausforderungen. Kunden müssen sich auf lange Wartezeiten bis zur Auftragsausführung einstellen. Denn um alle Vorhaben umsetzen zu können, bedarf es zusätzlicher Handwerker. Das lässt sich jedoch mit dem herrschenden Fachkräftemangel kaum vereinbaren. Deshalb ist das Thema Fachkräftesicherung derzeit so wichtig. Überdies wird der Mangel an Fachkräften dadurch verstärkt, dass viele Ausbildungsstellen nicht besetzt werden können.

Deutschland muss sich vielen Herausforderungen stellen. Dazu zählen der Klimaschutz, die Digitalisierung und die Modernisierung der Infrastruktur. Dementsprechend hat sich die neue Bundesregierung große Ziele gesetzt. Diese können aber nur von Handwerkerinnen und Handwerkern umgesetzt werden. "Fachkräftesicherung ist daher nicht weniger als eine Frage von Zukunftssicherung und Wohlstandssicherung in unserem Land", kommentiert Hans Peter Wollseifer, Präsident des Zentralverbands des Deutschen Handwerks (ZDH), die Lage. In Deutschland gibt es eine Million Handwerksbetriebe. In vielen Handwerksberufen werden dringend Fachkräfte gesucht. Schon jetzt sieht die Situation so aus, dass die Kundinnen und Kunden lange auf einen Handwerker warten müssen.

Gute Zukunftsaussichten und dennoch Fachkräftemangel

Dem Handwerk fehlt es an rund 250.000 Fachkräften. Die Tendenz ist steigend. Rund 20.000 Ausbildungsplätze bleiben jährlich unbesetzt. Das verstärkt den Fachkräftemangel weiter. Das Handwerk hat jedoch die besten Zukunftsaussichten für junge Menschen. Es gibt eine nach wie vor ungebrochene Nachfrage an Handwerksleistungen, niedrigere Arbeitslosenzahlen und hervorragende Möglichkeiten für die eigene Selbstständigkeit. Die Verdienstmöglichkeiten sind so hoch wie die eines Hochschulabsolventen. Trotzdem beginnen immer weniger junge Menschen einer Ausbildung im Handwerk. Eine Forsa-Studie zeigt auch, dass nur 36 Prozent der Befragten das Ansehen des Handwerks als hoch empfinden. Allerdings gaben 93 Prozent der Befragten an, dass das Handwerk für sie sehr wichtig sei. 80 Prozent sind der Meinung, dass im Handwerk sichere Arbeitsplätze und gute Zukunftschancen bereitstehen würden.

Fachkräftesicherung - Es muss umgedacht werden

Mit einer Offensive unter dem Motto "Hier stimmt etwas nicht" will das Handwerk die Gesellschaft zum Umdenken auffordern. "Es muss endlich in den Köpfen ankommen, dass eine berufliche Ausbildung genauso viel wert ist wie eine akademische", fordert Wollseifer. Der Beruf braucht es an Wertschätzung, damit eine Ausbildung im Handwerk attraktiv ist. Die Menschen in diesen Berufen müssen wissen, wie wichtig sie für ihr Land sind. Der dringende Appell lautet, wenn man sich nicht um die Fachkräftesicherung kümmert, werden große Chancen für die Kinder dieses Landes vergeben. Ein Umdenken muss auf breiter Ebene erfolgen. Gleichwertig zur akademischen Bildung muss auch die berufliche Bildung durch die Politik gefördert werden. In Schulen sollten wieder praktische Fertigkeiten gefördert und die Karrieremöglichkeiten im dualen System aufgezeigt werden. In der Natur des Menschen liegt das Handwerk und es gilt, die Menschen für diesen Beruf zu erwecken. Nur so erfolgt die Fachkräftesicherung.

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